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Erster Band.
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519
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H 242 . Fünftes Kapitel: Das römische Kaisertum (80 v. Chr. bis 395 n. Chr.). 519

sich an die Römer an, vor allem die Chauken. Die im Innern wohnendenGermanen (Sugambrer, Brukterer, Cherusker) schlössen dagegen einSchutz- und Trutzbündnis. Als die Katten sich davon sern und zu denRömern hielten, verheerten die verbündeten Germanen deren Gebiet, so-daß Drnsus zum zweiten Male, diesmal auf dem Landweg, bis zumWeserstrom vordrang und die starke Festung Aliso an der Lippe 11 v.

Chr. erbaute, um einen festen Stützpunkt zu haben. Zu gleicher Zeitfocht sein älterer Bruder Tiberius in Pannonien und brachte durchfolgerechte Strenge das Volk zur Ruhe. — Um die Grenze zu verbessern,die einen scharfen Winkel auswies, beschloß Augustus auf einer Zusammen- der En-kunft mit seinen beiden Söhnen, die Reichsgrenze bis zur Elbevorzuschieben und durch eine ideale Grenze mit dem Donauknie zuverbinden; nur so glaubte er dauernde Ruhe zu gewinnen. Am gefährdetstenerschien die Rheingrenze; durch Anlagen von 50 Festungen (deren bedeutendsteMainz, Bonn und Xanten waren) schützte er sie; zugleich dienten diesealle auch als Ausfallsthore. Darauf entsandte er seinen Sohn Drusus, der A^Chr.die Markomannen vom untern Main nach Osten zurückdrängte,, dann einenSiegeszug quer durch das Gebiet der Cherusker unternahm und nichteher umkehrte, als bis er an der Elbe ein Siegeszeichen errichtet hatte.

Auf dem Rückweg aber that er (wie die Sage will, von einer germanischenSeherin Veleda gewarnt) einen Sturz mit dem Pferde und starb in seinenbesten Jahren. Der Tod des Drusus war ein unersetzlicher Verlust fürAugustus und die Reichsregierung. Darum ward ihm auch von Augustusein herrliches Denkmal in Rom (der Drususbogen) und in Mogunti-äcum (Mainz) ein Grabdenkmal der Eigelstein) errichtet, das heute nochin seinen Resten gezeigt wird. Nunmehr übernahm des Kaisers ältesterStiefsohn Tiberius das Kommando, und es gelang ihm, wie vorher in s.». Chr.Pannonien, den Widerstand in Germanien zu brechen. Die römische Rhein-armee durchzog im Sommer die deutschen Landschaften, und während desWinters 4/5 nach Chr. bezog Tiberius im Innern Germaniens Quartiere.

Eine Zeit lang herrschte im ganzen Reiche, von der Elbe bis zum Euphrat,allgemeine Ruhe; der Kaiser Augustus beschloß deshalb, einmal wiedereinen allgemeinen Census vornehmen zu lassen; es ist der durch die Ge- ^Stadtburt Jesu Christi allbekannte.

Während so Germanien im Begriff stand, römisch zu werden. Deutsche ^Marn>-links des Rheins angesiedelt wurden und rechts der Donau Keltenwohnten, bildete der vom untern Main nach Osten ausgewanderte Stammder Markomannen (II, 8 12) unter dem Heerkönig Marbod, der inRom erzogen worden war, ein großes Reich in Böhmen, dem sich sämtlicheostdeutsche Stämme (Semnonen, Langobarden) anschlössen. Augustus mußtedies unterwerfen, wenn er die Grenze vom Donauknie zur Elbe ziehenwollte. Schon war Tiberius von Carnuntum aus auf dem Wege nach 6«. Chr.Böhmen, als die Nachricht von einem fürchterlichen Aufstand der Pannonierund Jllhrier ihn zurückrief. Zunächst mußte nun an den Schutz derrömischen Grenze gedacht werden. Nach furchtbaren Kämpfen, in denen sichTiberius und des Drusus jugendlicher Sohn Germanicus auszeichneten,unterlagen schließlich die Pannonier unter ihrem Führer Bato mehr demHunger als den siegreichen Waffen der Römer, und durch planvolle„Beruhigung" wurden Pannonien und Dalmatien 10 nach Chr. alsProvinzen an den römischen Staat angegliedert. Schon glaubte man Provinz