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Erster Band.
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Drittes Buch: Römische Geschichte.

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den allgemeinen Frieden gesichert, da kam die Schreckensbotschaft, daß dieRheinarmee völlig verloren sei. Diese hatte von Süd- und Mittel-deutschland aus die Operationen des Tiberius unterstützen, Marbod inSchach halten und die Germanen einschüchtern sollen. Augustus hattenämlich seine zuwartende Politik aufgegeben und suchte die UmwandlungGroßgermaniens in eine Provinz zu beschleunigen, — ein arger Mißgriff, derseine Strafe in sich trug. Nach wenig Jahren wäre ihm die reife Fruchtvielleicht in den Schoß gefallen; jetzt war es noch zu früh.d-s^Barus Bereits hatten die Germanen sich in das römische Wesen, wennauch widerwillig, zu fügen gelernt; schon längst fochten germanischeKrieger in den römischen Schlachtreihen und waren stolz auf eine Aus-zeichnung durch ihre Zwingherren; schon gewann römische Sitte und SpracheEingang; schon fügte man sich, wenn auch mit Widerstreben, der römischenRechtsanschauung. Germanien schien zur römischen Provinz zu werden;da machte die Härte und Unbedachtsamkeit des Mannes, der zum BeruhigerDeutschlands bestimmt war, des P. Quinctilius Barns, dem allen einEnde. Dieser durch seine frühere Statthalterschaft an Syriens knechtischeEinwohnerschaft gewöhnte Mann, der den Besiegten Tribut und römischesGerichts- und Strafwesen aufbürdete, weckte den eingeschläferten Freiheits-sinn der germanischen Völker. Ermutigt durch den mißlungenen römischenAngriff aus Marbod griffen die Germanen, die nördlich und westlich desHarzes saßen, zu den Waffen. Unter der Leitung des kühnen und um-sichtigen Chernskerfürsten Hermann (Armin), der in römischemKriegsdienste den Feinden selbst ihre Kriegsweise abgelernt hatte, schloffen dieCherusker, Brukterer u. a. einen Bund zur ALschüttelung des fremdenJochs. Umsonst warnte S egest, dessen Tochter Thusnelda Hermann ent-führt und gegen des Vaters Willen geheiratet hatte, den nachlässigen, inargloser Sicherheit sich wiegenden Statthalter. Um einen von Armin zurTeutobürg» Täuschung erregten Aufstand zu dämpfen, zog der verblendete Barns mits ^°Chr. drei Legionen und vielen Hilfstruppen, nebst einem großen Troß und einerMasse von Wagen durch den Teutoburger Wald, erlitt aber hier durchArmin an drei stürmischen Regentagen eine so vollständige Niederlage,daß die Waldschluchten weithin mit römischen Leichen bedeckt waren. DieAdler gingen verloren, und Varus gab sich selbst den Tod. Die Ger-manen nahmen blutige Rache an ihren Widersachern, schlachteten viele derGefangenen an den Altären ihrer Götter, und gar mancher Römer ausritterlichem oder senatorischem Hause alterte bei einem deutschen Bauerals Hansknecht oder Herdenhüter. Der Ort der Schlacht selbst ist un-sicher ; jedoch nimmt man heute fast allgemein die Gegend unweit Detmoldan ; in dessen Nähe auf der Grotenburg ist auch Armins Denkmal errichtet.Armin benutzte seinen Sieg, um den Römern alle Festungen östlich vomRhein zu entreißen, selbst das wichtige Aliso; den abgeschnittenen Kopf desVarus aber schickte er an Marbod. Das Entsetzen der Römer war sehrgroß; Augustus rief bei der Nachricht verzweislungsvoll: „Varus, giebmir meine Legionen wieder!" und war fortan nur aus Sicherungder Rheingrenze bedacht.

Verschiedene Die Bestimmung des Teutoburger Schlachtfeldes ist so schwierig, weil im Laufe desMorris Mittelalters die Bezeichnungen Teutoburg und Teutoburger Wald verschwunden waren undörtlichkeit erst von der modernen Forschung verschiedenen Bergen und Höhenzügen wieder beigelegt wordenimħutobur-b"d- Im Wesentlichen bestehen über die Lrtlichkeit heute drei Auffassungen. Die ältestegsr Waide (Klostermehersche) Ansicht nimmt an, daß Varus vom Sommerlager an der Porta West-