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Drittes Buch: Römische Geschichte.
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Rechts- Wie viel auch die Römer in Bildung und Litteratur den Hellenen abgelernt haben, inWissenschaft^^ großen Geistesarbeit waren sie unübertroffene und unerreichte Meister: in der Rechts-wissenschaft. Sie ist das eigentümlichste und großartigste Erzeugnis des römischenScävola Geistes. Seit den Tagen des Oberpontifex Q. Mucius Scävola, der Cicero und seinenum ss Zeitgenossen als Lehrer der Rechtswissenschaft gedient hatte, hat jede Generation an derEntwicklung der Rechtsbegriffe, an dem Ordnen und systematischen Zusammenfügen richter-licher Aussprüche und gesetzlicher Bestimmungen fortgearbeitet und das Material herbei-geschafft, das dann mit wunderbarer Schärfe der Beobachtung und des praktischen Ver-Sulpicius standes zunächst durch Serv. Sulpicius Rufus und seine Schüler zu einem universellen106—43 Erstem zusammengefügt wurde. Die Entstehung einer Klasse juristischer Geschäftsmänner,welche die Befugnis hatten, Rechtsgutachten abzugeben, die bei den Gerichten einer gewissenAutorität genossen, war der Ausbildung der römischen Rechtswissenschaft besonders förderlich.Auch bei ihnen wiederholte sich der bereits erwähnte Streit um Analogie und Anomalie, undschon unter Augustus entstanden die zwei in ihren Methoden auseinandergehenden Juristen-Capito schulen: 1. der Sabinianer oder Cassianer (die den Rechtsgelehrten C. Atejus Capito^n. Chr.^als ihr Haupt verehrten, von dessen Schülern Masurius Sabiuus und Cassius Longinusjene Namen herrührten) und 2. der Proculejaner, als deren Gründer M. AntistiusLabso Labeo und nach diesem Proculus galten; jene mehr konservativ am historischen und^ ^.12 positiven Recht festhaltend, diese mehr den Geist der Gesetze als das geschriebene Wort ins
Auge fassend. Den snristijchen Werken blieb auch der rhetorische Charakter fern, der sonstden meisten Erzeugnissen der römischen Litteratur aufgeprägt war.
Darstellende Gleiche Vorgänge spielten sich auf dem Gebiete der Kunst ab. Auch
"" hier drängte sich alles in Menge herzu, teils um die Kunst zu üben,teels um ihre Werke zu bewundern. Vor allem nähmen Drama undTheater, die in einer verfeinerten Zeit großen Einfluß auf die gesellschaft-liche Bildung üben, einen neuen Aufschwung im Geiste der Zeit. Im Gegen-satz und als städtisches Seitenstück zu den ländlichen Atellanen G 204) entwickeltenMimus sich die Mimen, jene altertümlichen Bühneuvorstellungen, die in lockerer undkunstloser Komposition unter Späßen, Tänzen und Flötenspiel das haupt-städtische Leben in seiner „grenzenlosen Freiheit und Frechheit" auf den BretternD. Laberius vorführten, unter den gewandten Händen eines D. Laberius und Publilius SyrnsPubülius zu Sittengemälden des alltäglichen Lebens; sie waren der letzte noch grünendeum> 4 o ^ub nationaler Litteratur, der selbst in den ersten Jahrhunderten der Kaiser-" Herrschaft, als im politischen Leben aller Freimut erstarb, noch einige satirischeAusfälle und Anspielungen auf Personen und Verhältnisse der Gegenwart sichgestattete. Bald trat jedoch dem volkstümlichen Mimus das „monarchischePrachtstück", der Pantomimus zur Seite, eine Kunstgattung, worin Balletund Oper sich vereinigten und der Aufwand an scenischer Pracht und starkinstrumentierter Musik, die auf sinnlichen Reiz und lüsterne Augen berechnetwaren, den höchsten Gra' erreichte. Auf diese Weise näherte sich das Schau-spiel den Belustigungen des Zirkus und Amphitheaters, den Umzügen zu RoßSpiele und Wagen, den Fechterspielen und Tierkämpfen, welche seit den letztenJahren der Republik mit immer größerem Aufwand und in wachsendem Umfangveranstaltet wurden. Jeder suchte seinen Vorgänger zu überbieten und durchHinzufügung neuer Erfindungen und noch nie gesehener Schaustücke Abwechselungin die Welt der Genüsse zu bringen. Bald war es keine Seltenheit mehr,die Abkömmlinge der alten Geschlechter, ja selbst Kaiser in den Reihen derKämpfer und Spieler auftreten zu sehen. Uni die wachsende Schaulust des Volkeszu befriedigen, kamen zu den gewohnten Belustigungen im Zirkus und in derArena, zu den religiösen Festen und Umzügen in der Kaiserzeit noch dieglänzenden und kostspieligen Seegefechte (Raum achten).
BUdende Einen ähnlichen Zug zum Prächtigen zeigen auch die bildenden Künste.Etwas Eigenartiges vermochte, soweit es sich um rein künstlerische Gebilde an Ge-mälden und Stacuen handelte, die Zeit des Augustus nicht hervorzubringen.Man zehrte an dem großen Erbe der Griechen, und selbst bis zu den zierlichstenGebilden der Kleinkunst hinab war alles von griechischem Geiste erfüllt. DieStatuen und Gemälde, welche die Paläste und Gärten der Reichen zierten, waren