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Trittes Buch: Römische Geschichte.
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zu schaffen. Kappadokien wurde völlig einverleibt, Armenien und Parthientraten, neben Thrakien, in das Verhältnis von Vaffallenstaaten, und auchder gefährliche Aufstand des Tacfarinas in Numidien wurde schließlichniedergeschlagen.
Dann wandte sich der Kaiser wieder der Herstellung der guten Sittezu, schritt scharf gegen die Ausschweifungen des römischen Adels ein undschickte zahlreiche den Geheimkulten ergebene Leute in die Verbannung.Gleiche Strenge zeigte er auch gegen die Druiden, denen er den Aufstandn. Chr. des Sacrövir in Gallien schuld gab. Nur das Majestätsgesetz, das demSenat Anlaß gab, gegen Frevler am Kaiserhaus einzuschreiten, warfeinen Schatten über diese glückliche Zeit. Sie endete mit dem geheimnis-is». Chr. vollen Tode des Germanicus, den man dem Kaiser schuld geben wollte,obgleich sich nicht einsehen läßt, warum dieser klug und kalt erwägendeMann sich gerade des treu ergebenen Neffen, seiner sichersten Stütze, hätteentäußern sollen. Piso, der Statthalter Syriens, ein erbitterter Feinddes Germanicus, wurde beschuldigt, ihn aus des Kaisers Befehl durchGift beiseite geschafft zu haben und schien diesen Vorwurf durch seinenSelbstmord zu rechtfertigen.
und°S-jan Seit jener Zeit wurden durch den Haß zwischen Agrippina, der Witwedes Germanicus, die nunmehr auch für das Leben ihrer Kinder fürchtete,und Tiberius die Verhältnisse im kaiserlichen Hause immer trüber: bei demvereinsamenden Kaiser, der sich oft Jahre lang nicht in der Hauptstadtsehen ließ, bildete sich der Menschenhaß und die Menschenverachtung aus,in deren Schilderung sich die Alten nicht genug thun können. So kames denn, daß man den Tiberius immer mehr fürchten lernte: zugleichgewann aber sein einziger Günstling, dem er blind vertraute, weil dieserihm einstmals das Leben gerettet hatte, einen verderblichen Einfluß aufihn. L. Aelius Sejanus, ein Mann von etruskischer Herkunft ausVolsinii, der unter gewinnenden Formen einen herrschsüchtigen und hab-gierigen Geist verbarg, erteilte ihm den Rat, die kaiserliche Leibgarde, diebisher über die Stadt und Vorstädte zerstreut und zum Teil bei denBürgern einquartiert war, in einem befestigten Standlager vor demLs n. Chr. viminalischen Thore zu vereinigen, und gab damit den Anstoß zur Gründungeiner Despotie des Militärs. Die Leibwache der Prätorianer, lOOOOauserlesene Krieger, war eine starke Schutzwehr des Kaisers und erleichterteihm die Ausrichtung einer absoluten Monarchie; aber sie wurde auch baldeine Rute für den Thron. Von der Zeit an war der Präfekt desPrätoriums der mächtigste und einflußreichste Mann im Staat. Dererste, der diese Macht mißbrauchte, war Sejanus selbst, der nach demThrone strebte und deshalb den Sohn des Kaisers, Drusus, der ihn einmalthätlich beleidigt hatte, dadurch auf eine raffinierte Weise aus dem Wegeschaffte, daß er dessen Weib Livilla, die Schwester des Germanicus, ver-W n. Chr. führte und sie dann verleitete, den Gatten zu vergiften.
Der Princeps war tiefbewegt, als ihm der Tod seines einzigen Sohnessch?eckms- gemeldet ward; und trotz seines Bittens und Flehens zu den Göttern,regiment he möchten seinem Urteil Gerechtigkeit verleihen, begann seit jenem Tagedas Schreckensregiment, an dem er freilich ebenso die Schuld trug als Sejanund die Senatoren, die ihm in mehreren Verschwörungen feige Oppositionmachten und sich dann gegenseitig verrieten. Von nun an hörten die Volks-versammlungen aus, der Senat, dem die Wahl der Konsuln und anderer