Band 
Dritter Band.
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Zweites Buch: Zeitalter der Gegenreformation (1555—1618),

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echt angesehen werden; es mögen bei den Übersetzungen Veränderungen und Einschiebungcnvorgenommen sein: aber ihrem Hauptinhalt nach müssen sie doch Wohl als echt angesprochenwerden. Die wichtigsten sind vom Krankenbette des Gemahls in Glasgow (Ende Januar)geschrieben und zeigen, daß Maria von einer leidenschaftlichen Liebe zu Bothwell erfaßt waruud sich nach einer Verbindung mit dem Geliebten sehnte. Es bestand damals gewiß schonein intimes Liebesverhältnis zu Bothwell, wahrscheinlich seit den Weihnachtstagen desJahres 1566, und von einer wirklichen Versöhnung mit Darnley kann in Glasgow keineRede sein; Maria hat hier Verstellung geübt, höchstens vorübergehend ein gewisses Mitleidmit ihm empfunden. Ob sie den Gemahl dann absichtlich durch die Überführung nach derFeldkirche ins Verderben gelockt hat, das freilich steht dahin. Daß irgend etwas gegen ihnim Werke war, mochte sie ahnen oder wissen, aber daß sie von den Einzelheiten des Mord-planes Kenntnis gehabt und seine Ausführung direkt gefördert hat, wird man bezweifelndürfen. — Nach einer anderen Ansicht sind jene Briefe von den Gegnern Marias vor-genommene Fälschungen. Bothwell und die Feinde Darnleys hätten allerdings schon imDezember den Gedanken gehabt, Maria von ihm zu befreien, Maria habe darum gewußt,aber sich in Glasgow mit dem Gatten wirklich versöhnt; eben diese Versöhnung und dieFurcht, daß Darnley und sein Vater Lennox nun noch eher, als bisher schon, gegen seineFeinde eine Gewalttat verüben könne, habe dann die Mordtat gezeitigt. Diese Meinungfindet auch in dem, was nach dem Morde geschah, keine Stütze; Marias Verhalten schienvielmehr den Verdacht der Mitschuld und eines schon bestehenden Liebesverhältnisses zu be-stärken, bewies aber mindestens, daß ihr der Tod des Gatten nicht unerwünscht war.

bauungnach Sie sehte, freilich erst zwei Tage nach dem Morde, eine Belohnungdem Morde für die Entdeckung des Mörders aus, tat aber sonst nichts , was diesemZiele hätte dienen können, zeigte sogar dem Manne, den man als denMörder ansah, offenkundig ihre Gunst. Erst als die öffentliche Stimmeimmer lauter eine Untersuchung forderte, gleiche Mahnungen vom Aus-lande kamen und Darnleys Vater die Verhaftung der Verdächtigen forderte,iL.Aprilissi murde gegen Bothwell Gericht gehalten. Indes dies war eine unwürdigeKomödie: Bothwell erschien mit großem bewaffnetem Gefolge, wie zumHöhne das ihm von Maria geschenkte Lieblingspferd Darnleys reitend,und wurde ohne weiteres freigesprochen. Wenige Tage darauf be-is. April stimmte er einige Lords zu einer Erklärung, worin sie ihn der Königinals Gemahl empfählen; dieser Erklärung schloffen sich hohe Geistliche an,und am 24. April ließ sich Maria von Bothwell scheinbar gewaltsamnach Schloß Dunbar entführen. Darauf erwirkte Bothwell, daß er vonseiner jungen Gemahlin, mit der er seit 16. Februar 1566 vermählt war,s. Mai wegen zu naher Verwandtschaft geschieden wurde; und drei Monate nachEBothw"°?l Darnleys Tode fand die Trauung Marias mit Bothwell nach re-is. Mai formiertem und katholischem Ritus statt.

In blinder Leidenschaft hatte sich Maria über alle Schranken derSitte hinweggesetzt und alle Warnungen ihrer wahren'Freunde miß-achtet ; bitter genug hat sie ihr ganzes Leben lang den unheilvollenSchritt gebüßt. Bothwell hatte sich nur vom Ehrgeiz leiten lassen — erliebte nicht die Königin, sondern seine geschiedene Gemahlin — behandelteMaria schlecht und schien eine Gewaltherrschaft zu erstreben. Eine solcheaber wollte der Adel nicht dulden, und die Entrüstung des calvinischsittenstrengen Volkes über die Heirat kam ihm zustatten. So entstandeine Erhebung gegen Bothwell (seine Gegner führten eine Fahne, aufder der ermordete König und schutzflehend der junge Prinz abgebildet war);is. 3»»i ßei Carberryhills unweit Edinburg stießen die Heere aufeinander,doch kam es nicht zu einem Kampfe, da Bothwells Truppen zu denFeinden übergingen. Nun unterhandelte Maria: sie versprach sich vonBothwell zu trennen, erwirkte diesem freien Abzug und kehrte mit denfeindlichen Lords unter den Schmähungen des Volkes nach Edinburg zurück.

Erhebung

gegen

Bothwell