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Dritter Band.
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Viertes Kapitel: Der Norden und Osten Europas.

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Z 164. Christian IV. Aufschwung und Niedergang Dänemarks.

Diese Macht des Adels zeigte sich, als die Krone auf Friedrichs erstelfjährigen Sohn Christian IV. überging. Nach altem Brauch wollte seineMutter Sophie von Mecklenburg die Regentschaft übernehmen; der Reichs-rat aber übertrug diese einer aus seiner Mitte entnommenen Kommission.

1596 für mündig erklärt, führte der König zuerst einen Aufschwung seinesStaates herbei. Schwedische Ansprüche auf die norwegischen Lappmarken,die Gründung Göteborgs (1603) an der Mündung des Götaelfs, der ein-zigen schmalen Stelle, an der Schweden ans Kattegat reichte, wurden derAnlaß zum sogenannten Kalmarkriege. Christian IV. rechnete dabeiWohl auch auf die schwedisch-polnische Feindschaft (§ 171). Er nahm zu-erst Kalmar (danach heißt der Krieg), dann Göteborg und die die Stadtschützende Festung Elfsborg und bedrohte mit seiner starken Flotte sogar rsisStockholm. Infolgedessen mußte Gustav Adolf im Frieden von Knäröd^ Z»u.isi3den Titel eines „Königs der Lappen" ablegen, dem Dänenkönige die Führungdes schwedischen Wappens (jedoch ohne Herrschaftsrechte) zugestehen undihm für sechs Jahre bis zur Abtragung der Kriegskosten El'fsborg über-lassen, auch den Handel nach Kurland und Livland, den Schweden gehinderthatte, freigeben.

Nach diesem ersten Erfolge gewann die Politik Christians einen Zug^Mn^ins Große. Er wollte sein Land teilnehmen lassen an dem mit dem Nieder-gang Spaniens entstandenen Wettbewerb (§ 138, 159) um den indischenHandel. In Kopenhagen wurde eine oft indische Kompagnie gegründetund Trankebar an der Koromandelküste erworben; weiter entstand eine '«-'ogrönländische und eine isländische Handelskompagnie. Anderseits richtete derKönig seine Blicke nach Deutschland; er wollte die Erbschaft der Hanfeantreten, die Elb- und Wesermündung in seine Gewalt bringen und inNiedersachsen den beherrschenden Einfluß gewinnen. Während des Kalmar-krieges blockierte er Lübeck, dann legte er als Konkurrenzstadt gegen Ham-burg an der Unterelbe Glückstadt an, befestigte es 1620, machte es zum isisStapelplatz für den isländischen Handel und erhob hier einen für Ham-burg sehr lästigen Elbzoll. Zugleich suchte er das zwischen der Elb- undWesermündung gelegene Erzbistum Bremen und andere niedersächsischeStistslande an sich zu bringen; und in der Tat wurde sein Sohn Friedrich1621 Koadjutor von Bremen und Bischof von Verben, später auch Ko-adjutor von Halberstadt und Bischof von Osnabrück. So hatte er einunmittelbares Interesse daran, dem Vordringen Tillys in Norddeutsch-land Halt zu gebieten; auch hoffte er durch das Eingreifen in den Dreißig-jährigen Krieg seine Macht zu steigern. An anderer Stelle (Z 199) werdenlvir zu erzählen haben, daß dieser Krieg für ihn unglücklich verlief: imFrieden von Lübeck (§ 200) mußte er aus seine deutschen Eroberungspläneverzichten.

Diese Niederlage hatte nun aber für Dänemark noch viel weiter-tragende Folgen: von nun an rückte es an die zweite Stelle der nordischen ^->chtMächte. Die Erfolge Gustav Adolfs in Polen (ß 172) und Deutschlandl§ 202 ff.) hoben die Macht Schwedens und schienen ihm die Herrschaftan der Ostsee und an den deutschen Küsten zu verschaffen. Mit allen Mittelnber Diplomatie suchte Christian den Schweden in Deutschland Abbruch zutun; außerdem aber erhöhte er, um aus den durch den Krieg entstandenenFinanzschwierigkeiten herauszukommen, den Sundzoll sehr bedeutend. Da

Weber-Baldamus, Weltgeschichte. 21 . Aufl. III. 18