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Dritter Band.
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366 Drittes Buch: Ende der spanisch-katholischen Vorherrschaft (1618—1660). Z 217.

legierten finden müsse. Als der König vier Wochen nach Überreichung der Cahiers die letzte-4- März Stündeversammlung des alten Frankreichs entließ, war nichts erreicht: ihr nächster Zu-sammentritt nach 174 Jahren eröffnete das neue Frankreich (IV, H 6).

Da der Ausgang der Stände nicht befriedigte und die Mündigkeits-erklärung des Königs zwar die Ansprüche Condes beseitigte, aber an demEinfluß der Maria Medici und ihrer Günstlinge nichts änderte, so schrittNo°. i 6 i 5 Conde zu offener Erhebung und schloß in Nrmes einen Bund mit denHugenotten. Der ausbrechende Bürgerkrieg wurde bald durch dens. Mai Isis Vertrag von Loudun beendet, in dem der König möglichste Durchführungder vorn dritten Stande gestellten und auch vom Parlament gebilligtenForderungen versprach. Nach diesem ersten Erfolge wollte nun Condö,der als das Haupt der Nationalpartei erschien, die Herrschaft des zumMarschall d'Ancre erhobenen Concini brechen: die Italiener, auch dieKönigin-Mutter, sollten vom Hofe entfernt werden. Aber Concini wari.S°pt. Es wachsam und ließ den Prinzen Conde verhaften. Eine neue Schild-erhebung des Adels war die Antwort. Da wurde der Marschall24.Avrili6n d'Ancre auf Befehl des Königs ermordet und die bisherige Regierunggestürzt.

Ludwig XIII., damals 16 Jahre alt, war zwar nicht sehr befähigt, ertrug aberschmerzlich die unwürdige Stellung, die er bisher eingenommen hatte. Diese Empfindungnährte Karl Albert von Luynes, sein Gespiele und Gefährte beim Jagen und Vogel-stellen; so begann er die anmaßenden Fremdlinge zu Haffen und wurde durch Vorstellungvon Gefahren, die ihm und dem Reiche drohten, dahin gebracht, daß er seine Einwilligungzu der Ermordung des Marschalls d'Ancre gab. Im Vorhofe des Louvre erschoß der Garde-hauptmann Vitrh den stolzen Emporkömmling; das Volk schleppte höhnend seinen Leichnamdurch die Straßen, hängte ihn an den Galgen und trieb Spott mit seiner Asche. DieKönigin-Mutter ward nach Blois verwiesen; in ihrem Gefolge verließ auch Richelieu, der1616 durch d'Ancre in den Staatsrat berufen worden war, Paris. Concinis Gemahlin wurdeder Zauberei angeklagt und trotz ihrer würdevollen Haltung und Verteidigung zum Tode8. Juli verurteilt, enthauptet und verbrannt; ihr Zaubermittel war, wie sie vor den Richtern aus-sprach, die Macht einer starken Seele über eine schwache.

Ad^Mmpfe Ludwig XIII. rief bei der Ermordung d'Ancres aus: „Jetzt bin ich' König"; indes er besaß eine unselbständige Natur und konnte fremderLeitung nicht entbehren. Darum trat Luynes an d'Ancres Stelle, stiegzum Herzog und Connetable empor und schaltete nach Gutdünken überdie Schätze, Würden und Ämter des Reiches. Die Nation gewann nichtsbei dem Tausch. Luynes war eben so habsüchtig wie der Italiener, unddie Großen, die sich wieder von der Regierung ausgeschlossen sahen, be-kämpften den neuen Günstling und seine Brüder und Genossen nichtminder heftig als den früheren. Einige von ihnen, insbesondere derHerzog von Epernon, schlössen sich an die früher von ihnen bekämpfteKönigin-Mutter an, Verhalten ihr zur Flucht und beabsichtigten, sie mitden Waffen in der Hand nach Paris zurückzuführen. Da lenkte Luynesin geschickter Weise ein, indem er den noch immer in milder Haft ge-haltenen Conde bestimmte, an die Spitze der königlichen Truppen zutreten. Conde gewann über die Adligen das Treffen von Pont-de-Ce,und nun kam unter Richelieus Vermittlung eine Versöhnung zustande:Auz. 182« der Adel unterwarf sich gegen Zusicherung der Straflosigkeit, die Königin-Mutter kehrte nach Paris zurück.

Hug°n°tt°n Das siegreiche Königtum wandte sich nun gegen die Hugenotten,die, erbittert über die Forderung, daß die säkularisierten Kirchengüter inBearn zurückgegeben und damit der geistliche Stand wiederhergestellt werden