8 261. Fünftes Kapitel: Literatur von 1618 bis 1660. Kunst des Barocks.
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in Piazza Navona, S. Carlo alle Quattro Fontäne, Turmbekrönung von Andrea delleFratte, Fassade des Oratoriums S. Filippo Neri, Inneres von S. Giovanni inLaterano, Hof des Palazzo Spada in Rom, Palazzo und Villa Falconieri in Rom undFrascati. Pietro Berrettini da Cortona (P. Berettini) baut die Vorhalle von P> da Lor-S- M. della Pace und entwirft die Fassade zu S. M. in Via Lata am Corso; seine Fresken 159 s—iWgim Palazzo Barberini (Allegorien) in Rom und im Palazzo Pitti in Florenz (Decken derSäle di Saturns, Giove, Marie und Apollo) verschaffen ihm durch Erfindung, Farben-und Lichteffekte den Namen des größten Dekorationsmalers seiner Zeit. Der ernste undgesinnnngstüchtige GiambattistaSoria erbaut die Vorhalle und Fassade von S. Gregorio SonaMagno, von S. M. della Mttoria, S. Caterina di Siena und S. Carlo dei Catinari inRom. Domenico Fontana, der Onkel Madernas, baut die Cappella del Presepio inS. M. Maggiore, den Lateranpalast, die Fassade des Quirinals und den Palazzo Realein Neapel, errichtet die Fontana dei Termini (Acqua Felicc, mit dem Moses) und leitet dieAufstellung des Obelisken vor S. Peter. Carlo Fontana, Nachfolger BerniniS, einspäteres Mitglied derselben Künstlerfamilie, vollendet den von Bernini begonnenen Palast amMonte Citorio, baut die Vorhalle von S. M. in Trastevere und den Palast des FürstenLiechtenstein in Wien. Vincenzo Scamozzi erfand zwar eine sechste Säulenordnung,^ScamoWdie „heroische", befolgte aber im allgemeinen noch mit Palladio die alten Regeln (PalazzoTrissino-Barton und Palazzo Trenta in Vicenza, Palazzo Cornaro und die ProcurazieNuove in Venedig). Baldassare Longhena schafft in Venedig den Zentralbau von^-^?^^S. M. della Salute auf achteckiger Basis, die Ospedalettokirche, Cappella Vendramin inS. Pietro di Castello, das Grabmal des Dogen Giovanni Pesaro in S. M. dei Frari,
S. M. degli Scalzi, Fassade von S. Salvatore, Palazzo Pesaro, Giustiniani u. a. inVenedig. Der Theatinermönch Guarino Guarini steigert die ausschweifende Borro- iW 4 -i 685minische Willkür bis zum Sinnlosen (S. Gregorio in Messina, S. Lorenzo, PalazzoCariguano in Turin). Pater Andrea Pozzo, Wohl ein Deutscher mit Namen Brunner. ^- 17 «,der eigentliche Vertreter deS Jesuitenstils, ist der Schöpfer des Jgnazaltars im Gesü und derDecken- und Altarmalereieu in S. Jgnazio, dessen Langhaus mit Hilfe virtuoser Perspektiveals oben offener, von Engeln und Heiligen erfüllter Raum erscheint, durch den man den^^bieuasiegreichen Eingang der Heiligen in das Paradies erblickt. Er entwirft Altäre mit „sitzenden Ar. BibbienaSäulen" und schreibt ein Lehrbuch der Perspektive. Die Mitglieder der Künstlerfamilie der 1859-1738Galli da Bibbiena fördern besonders Theaterbau und Theaterdekoration, unter ihnen: A^AavaraFernando Bibbiena und Francesco Bibbiena (Herzogliche Reitbahn in Mantua). ^ g^^iFilippo Juvara, französischem Klassizismus sich nähernd, errichtet die Superga (Kloster issi-1737und Kirche) bei Tnrin, Alessandro Galilei, von englischem Klassizismus beeinflußt,». Vanvitell,die Fassade von S. Giovanni Laterano und die Kirche S. Giovanni dei Fiorentini,
"uigi Vanvitelli das Schloß Caserta bei Neapel, den umfangreichsten Palastbau Italiens iZs —1780mit großartigen Treppenanlagcn, Ferdinands Fuga die Vorhalle von S. M. Maggiore N. Saiviund Palazzo Corsini in Rom, Niccola Saldi (mit Benutzung einer Berninischen Zeich- IMS—i?sinung) 1735—1762 die Fontana di Trevi an der Südseite des Palazzo Polt, Spechi^^I^"'mit de Santis die spanische Treppe, Carlo Marchioni um 1760 die Villa Albaui.
In Spanten lastete aus dem Eskorial, der düstern Gruftkirche Philipps II-, der Alp Spanis»der Gegenreformation. Später fand eine Wechselbeziehung zwischen spanischer und italienischerKunst statt: der bis ins sechzehnte Jahrhundert währende Einfluß der Niederländer mußtedem italienischen weichen. Damit waren dem Barock die Tore geöffnet: in den erstenJahrzehnten des siebzehnten Jahrhunderts hält er seinen siegreichen Einzug; im Anfang ^ ^ .
beschränkt er sich nur auf die Ausgestaltung des Kircheninneren. JuanGomez deMorä um isso"gibt der Klosterkirche de las Recoletas Bernardas in Alcala ovale Basis und versieht sie mit 8-de Herrn»durchbrochenen Giebeln, Nebenpilastern und Verkröpfungen. Francisco de Herr era d. j.erbaut die Nuestra Senora del Pilar in Zaragoza, der phantastische Jose de EhurrigueraJ.dcChurri-me Karmenkirche in Cordoba und die Akademie von S. Fernando. Rodriguez vollendet gusradu reichgegliederte, überladene Fassade des Stiftes S. Telmo in Sevilla. Diego Tome /ernchtet den berühmten Altar, öl trkmsxursnts, in der Kathedrale von Toledo, dessen um 1725«tonische Glieder in der Menge dekorativer Einzelheiten versinken. Von Juan de Ribera 3- d-Rib-roNchrt das extravagante Portal des Hospicio in Madrid her. Das königliche Schloß von "" ^^uvara und seinem Schüler Sacchetti zeigt noch den französisch-klassischen Einfluß, derm malerisch bewegten Barock- oder Churrigueresko-Stil zu weichen beginnt.
Die Baukunst Frankreichs steht in der ersten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts Franke qNächst unter der Herrschaft der klassizistischen Kunst Palladios und der italienischenFranc 0 is Nicolas Mansart, der Hauptvertreter der maßvollen,
'Nsch reinen französischen Hochrenaissance, schuf das Schloß Maison-sur-Seine und die