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Dritter Band.
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446
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446 Drittes Buch: Ende der spanisch-katholischen Vorherrschaft (1618—1660). H 261.

3-bemerke Abtei Val-de-Gräce in Paris, deren Bau von Jacques Lemercier, der die SorbonneP Lsmuet und den Louvre erweiterte, fortgesührt und von Pierre Lemuet, dem Erbauer

1591-1669 der Treppe von Fontainebleau, vollendet wurde. F. Mansart verdankt man die „Mansarden-L. Levau dächer". Louis Levau verlieh wie sein Vorgänger Lemuet den italienischen FormenIsis-i67v französisches Gepräge. Er und F. Mausart sind die Schöpfer des „Hotelstils", der ausdem Palaststil hervorgeht: die Treppe wird von der Mitte an die Seite verlegt, die Räumewerden verkleinert und bequem angeordnet. Levau erbaute das Schloß Vaux-le-Vicomtebei Melun für den Minister Nicolas Fouquet (Z 265), das Hotel Lambert de Thorigny, dasLesueur und Lebrun mit Malereien schmückten, das Colstge Mazarin (Institut de France)in Paris, dessen Kirche auf griechischem Kreuz eine Kuppel von ovaler Basis besitzt; amLouvre errichtet er gemeinsam mit seinem Schüler FraiFois Dorbay mehrere Flügel undleitet den Umbau des Versailler Schlosses. Mit dem Regierungsantritt Ludwigs XIV.(1661) macht sich auch der Einfluß der staatlichen Gewalt auf die Kunst bemerkbar.I6ig—"so Charles Lebrun, der Günstling des Königs und Leiter der königlichen Bauten, vertratden Barock, dem sich auch Dekoration und Kunstgewerbe unterwarfen (Ausbau des Schlosses vonVersailles, Apollogalerie des Louvre); die von der Regierung gegründete Academie Royale def'ArchUecture dagegen wandelte in den Gleisen des Klassizismus. Die Brüder Jean undA. Lepautre haben wesentlichen Anteil au der Stärkung des französischen Barock-

'iWi—1691 stils; Jean radierte an 15000 dekorative Vorlegeblätter für Architektur und Kuustgewerbe, indenen er namentlich das spätrömische Ornament verwertete (Akanthusmuster von Figuren allerArt durchseht), Antoine ist der Erbauer des Schlosses St. Cloud bei PariS, das 1870 durchdie Franzosen in Brand geschossen wurde, sowie der Verfasser architektonischer Werke. AlsBernini auf Einladung des Königs in Paris erschien (1665) und für die fehlende Ostfassadedes Louvre einen Entwurf von durchaus italienischem Charakter vorlegte, erwachte derfranzösische Nationalstolz: man lehnte ab, und die klassizistische Partei trug in dem Wettbe-W 18 - 1688 * tverbe den Sieg davon. Der gekehrte Claude Perrault, ursprünglich Arzt, gibt eine Über-setzung und Erklärung des Vitruv heraus und Wird der Erbauer der östlichen und südlichenF-Blond-l Außensassade des Louvre. Er und Franxois Blondel, Mathematiker und Anhänger vonLeon Battista Alberti, waren entschiedene Gegner des Barocks im Sinne Lebruns. BeideStrömungen vereinigten sich in Jules Hardouin Mansart; er hatte sowohl die Lehrenseines Großonkels F. Mausart in sich aufgenommen, als auch die Werke Lebruns auf sicheinwirken lassen (Fortführung des Versailler Schloßbaus, dessen prunkvolle Künigszimmermit geradlinigem, symmetrischem Ornament den „8t^Is Oouis XIV." verkörpern, dieEremitage, Groß-Triauon, Orangerie, die Kapelle von Versailles und sein Hauptwerk, derI 6 i 8 -"i 7 oo Jnvalidendom in Paris). Andre Lenötre ist der Schöpfer der französischen GartenanlagenVaux-le-Vicomte, S. Germain-en-Laye, Fontainebleau und Versailles mit den Bassins duDragon, de Latona (Marsy), de Neptuns, d'Apollon (Lebrun).

Nieder- In den Niederlanden trat das katholiche Belgien unter dem Einfluß der Jesuitenauf die Seite des Barocks, während sich im protestantischen Holland die Renaissance in denP-A^ubens Afafffzismus wandelte. Für die belgische Baukunst wurde Peter Paul Rubens be-sonders maßgebend, dessen kraftvolle Persönlichkeit verhütete, daß das nationale Geprägevollständig in der neuen, italienischen Strömung unterging. Er selbst baute (1611) feinWohnhaus in Antwerpen mit dem dazu gehörigen Gartentore in schwerem Barock (nurdie reichdekorierte Gartenhalle ist noch erhalten). Die von ihm mit Dcadato del Montegemeinsam aufgenommenen und später in Antwerpen herausgegebenen „Paläste von Genua"vermehrten seinen Einfluß, von dem u. a. die 1614 bis 1621 unter Leitung der OrdensbruderPeter Huijssens und Fransois Aiguillon erbaute Jesuiteukirche in Antwerpen und die vonL'AUd'herbs stinem Schüler und Hausgenossen Lukas Faid'herbe 1657 bis 1676 errichtete malerische? Beguineukirche in Brüssel Zeugnis ablegen. Reinen Barock zeigt noch die Fassade der^'auart'^ ehemaligen, jetzt zur Post umgewandelten Augustinerkirche in Brüssel von Jacques15 M -1651 Francquart, dessen Prachtportale (darunter Entwürfe zu architektonischen Details, sv"genannte Spanische Türchen) wesentlich zur Förderung des Barocks beitrugen. Dieholländische Baukunst blieb ihrer Vorliebe für das Ernste und Gesetzmäßige treu undI. van hielt sich an die antike Einfachheit Palladios. Dieser Gesinnung entsprach der mächtigeBau des früheren Stadthauses, der heutigen Königlichen Residenz in Amsterdam, dasNan Hauptwerk Jakobs van Kämpen, sowie das Mauritshuis im Haag für Prinz Moritz1S98--1665 von Nassau von Pieter Post.

Deutsch- Der italienische Barock hatte in Deutschland bereits Fühlung gewonnen, als derDreißigjährige Krieg seiner weiteren Ausbreitung ein Ziel setzte und die deutschen Architektenzwang, sich auf die Theorie zu beschränken. Nach dem Friedensschlüsse fehlte es an praktischgeschulten einheimischen Baumeistern, und die aus Handwerkerkreisen hervorgehenden Neulinge