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Dritter Band.
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8 263. Fünftes Kapitel: Literatur von 1618 bis 1660. Kunst des Barocks.

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Im siebzehnten Jahrhundert gelangt die nationale spanische Malerei Spanrenzur höchsten Blüte; sie zeigt sich teils vollkommen realistisch, teils religiös-ekstatisch, in beiden Richtungen aber auf hoher Stufe koloristischer Technik.

Juan de las Roelas (Sieg des S. Jago über die Mauren, in der Kathedrale I-ds Roelasvon Sevilla, Tod des Bischofs Jsidoro in S. Jsidoro, Conception in Dresden), Fran-cisco de Herrera el viejo (Triumph des h. Hermengild, Sevilla, Museum) und sein d. a.Mitschüler, der Maler und Kunstschriftsteller Francisco Pacheco (Jüngstes Gericht in i5?^issoS. Jsabel; schreibt eine Arte de la Pintura) verlassen die italienischen und niederländischenVorbilder und begründen die Schule von Sevilla; zu ihnen zählt auch Herreras Sohn, F HerreraFrancisco de Herrera el mozo (Verklärung des h. Franziskus in der Kathedrale vonSevilla, Triumph des h. Hermengild, im Prado). Francisco Zurbaran, Schüler des ^ ^rbaranJuan de las Roelas, aber von Herrera d. j. beeinflußt, schafft das große Altarwerk der Käthe- isss-iSWdrale von Sevilla (Leben der Apostelfürsten, Concepcion), den Triumph des h. Thomas vonAquino (Sevilla, Museum), die Mönchsgestalten (in der Akademie S- Fernando in Madrid),die zu den Darstellungen aus dem Leben des h. Pedro Nolasco gehören (Prado, Kathedralein Sevilla), vier Bilder aus dem Leben des h. Bonaventura (zwei im Louvre, je eines inBerlin und Dresden), acht Bilder anS dem Leben des h. Hieronymus (Kloster von Gnade-lupe in Estremadura), den betenden Franziskaner (London, Nationakgalerie). Korrektheit derZeichnung, gedämpfte Farbenklänge (spanisches Halbdunkel), dekorative Schönheit sprichtaus den Gemälden des Architekten, Bildhauers und Malers Alonso Cano: Christus aufdem Kalvarienberge (Madrid, S. Eines), Madonna (Sevilla, Kathedrale), Engel mit ChristiLeichnam, Madonna mit dem Kinde (Prado), Christus am Kreuz (Akademie S. Fer-nando in Madrid), Madonna del Rosario (Malaga, Kathedrale), h. Agnes (Berlin). Dashöchste aus dem Gebiete des malerischen Realismus leistete Diego Rodriguez de SilvaD^V-lazquezY Velazquez (Rodriguez de Silva ist der Name des Vaters, Velazquez der der Mutter):untrügliche Schürfe der Beobachtung und Charakterisierung, der eine nie versagende impressio-nistische Technik zur Seite stand, ließen ihn die schwierigsten Raum- und Farbenproblemeüberwinden. Er war Schüler Herreras d. ä. und später des Pacheco, dessen Tochter seineGattin wurde. Anfangs hält er sich an Volksthpen: der Wasserträger von Sevilla (London,

Apsley House), Köchin (Richmond, Francis Cook), Christus im Haufe der Martha (London,Nationalgalerie), die Trinker, los Borrachos (Prado), die Schmiede des Vulkan (dreifacheLichtquelle, Prado); 1623 von Philipp IV. zum Hofmaler ernannt, ist er fortan fast nur nochals Meister des Porträts tätig: Bildnisse (im Prado) Philipps IV. und seiner Familie, desMinisters Olivarez, der Hofzwerge, Narren und Kretins, Papst Jnnocenz X. (PalazzoDoria, Rom); seiner mittleren Zeit gehören an Christus am Kreuz, Übergabe Bredas „lasLanzas" (Spinola und Justin von Nassau) mit dem Kopf des Künstlers ganz rechts imBilde, der Spätzeit die Teppichwirkerinnen (las Hilanderas), die Hofdamen (las MeninaS),

Krönung der Maria, Antonius der Abt und Paulus der Einsiedler, sämtlich im Prado.

Im Vergleich zu Velazquez erscheint Bartolome Esteban Murillo als reinerIdealist und religiöser Schwärmer; trotzdem fehlt seiner Kunst auch das realistisch Volks-tümliche nicht. Die Steigerung seines malerischen Könnens und seiner Vortragsweise kenn-zeichnet nicht ganz unzutreffend die Stufenleiter des kühlen, warmen und duftigen Stiles(sstilo Iris, osliäo, vnporooo), wobei das duftige Zerrinnen der Umrisse, das Sfumatodes Leonardo, besonders den visionären Darstellungen zu Hilfe kommt. Seine Bilder,von denen sich gegen 400 erhalten haben, zeigen hie und da den Einfluß von Velazquez.

Tizian, Rubens und van Dhck, deren Werke ihm in Madrid zugänglich waren: Zyklusvon elf Darstellungen aus der Geschichte der Heiligen des Franziskanerordens für denKreuzgang des Sevillaner Klosters, 1646 (zwei in Madrid, Akademie S. Fernando, Visiondes h. Diego und der h. Diego die Armen speisend, im Louvre: das Wunder des h. Diego,die „Engelsküche"), GemäldezhkluS der Hvspitalkirche de la Caridad in Sevilla, 1610 („derDurst" sla Sed, daS Moseswunderj, die Speisung der Fünftausend, der h. Juan de DivsKranke pflegend, die h. Elisabeth als Krankenpflegerin in der Akademie S. Fernando inMadrid, Zyklus von Gemälden (gegen zwanzig) für das Kapuzinerkloster in Sevilla, 1673,darunter Visionen voll mystisch religiöser Erotik des h. Franz, „die Porciuncula" des h.

Felix und des h. Antonius, die Schutzheiligen Justa und Ruffina, Madonna äs la servilleta,Verkündigung, Anbetung der Hirten u. a. (jetzt noch 17 im Museum in Sevilla), der Erz-kjsgel Raphael (in der Lagrsstin äs los calieso der Kathedrale, das Vorbild zu vielenSchutzengeldarstellungen), die h. Familie del pajarito, mit dem Vögelchen (Madrid, Prado),Konzeptionsmadonnen (Louvre, Museum in Sevilla, Prado, Eremitage), Vision desh- Antonius (Sevilla, Kathedrale), S. Antonius mit dem Christnskind (Berlin, Museum