§ 263. Fünftes Kapitel: Literatur von 1618 bis 1660. Kunst des Barocks.
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Vouet
E. Lesusur1616-1655
E. Lebran1819—1390
N. Poussin1593-1865
nus und Processus, Vatikan. Konzert, Wirtschaftsszene im Louvre, die Jünger in Emmaus,
Nantes) versuchte es in plastischer Schärfe und in Lichtkontrasten dem Caravaggio gleich-zutnn, während Simon Vouet (Decken und Wandgemälde für Richelieu im Palais Royal, izgn—mggdie „Galerie" im Hotel de Bullion, Gemälde des Schlosses Chilly), der Lehrer und Schwieger-vater der Kupferstecher N. Torte bat und Michel Dorigny, sich besonders Guido Reift A-Tord-batzum Vorbild nahm und als Eklektiker Schule machte. Jacques Courtois, le Bour-^. Dorignyg uignon genannt, der Soldat wurde, um sich zum Schlachtenmaler auszubilden, soll durch 1 166 sCerquozzi und Salvator Rosa beeinflußt worden sein (Schlachtenbilder in dem Palazzo Corsini, B°ur-Doria und Spada in Rom, in den Usfizien, Palazzo Pitti und Palazzo Corsini in Florenz, iWi^wmin Dresden, München, im Louvre und in der Eremitage, 16 Blatt Radierungen). ZurSchule Vouets zählt Pierre Mignard, italisierend, anfangs Gegner der Akademie, späterderen Direktor; er ist am besten im Bildnis: Mme. de Maintenon, im Louvre, seine Tochter(Gräfin Feuquitres) in der Eremitage, Maria Mancini, in Berlin; dich. Cäcilie im Louvre,
Familie des Darms, in der Eremitage; sein Hauptwerk: Glorie der Dreifaltigkeit, Kuppel-fresko der Kirche Val-de-Gräce in Paris, mit über 200 Figuren. Eu stäche Lesueur,
Mitglied der Akademie, stark antikisierend, malt das Leben des h. Bruno in 22 Bildern imLouvre, die Musen in fünf Bildern ebenda, den h. Bruno, in Berlin, Christus im Hauseder Martha, in München). Der vielseitige Mitbegründer der Akademie, der kremier xeintreäu lioi Charles Lebrun ist zugleich der Verherrlich« des Zeitalters Ludwigs XIV.
(pomphafte Darstellungen in allegorischem Gewände: Wand- und Deckenbilder im SchloßVersailles, unter Beihilfe von Schülern); als Direktor der von Colbert gegründeten Gobelin-fabrik malt er fünf Vorlagen, jetzt im Louvre, die das Leben Alexanders des Großen schildern,außerdem eine h. Familie „le Silence", ebenda, und das Familienbild für den KölnerBankier Jabach im Berliner Museum.
Der Hauptvertreter der klassizistischen Richtung dieser Zeit ist Nicolas Poussin,zugleich der größte französische Maler des Jahrhunderts. Er ist nicht nur begeisterter Jüngerder Antike; er studiert auch eifrig die Natur, aber er stilisiert sie und zeigt sich daherstärker in Zeichnung und Komposition als in der Farbe. Seine Phantasie schafft die erstenidealen „heroischen" Landschaften, deren Hintergründe er meist der römischen Campagna,dem Sabinergebirge und den Tiberusern entnimmt und belebt sie durch mythologische undbiblische Staffage: Martyrium des h. Erasmus (Vatikan), Durchgang der Israelitin durchdas Rote Meer (Longford Castle), Triumph des Neptun, das Wunder Mosis, LandschaftMit Polyphem (Eremitage), die Sakramente (Belvoir Castle, zweite Folge in der BridgewaterGalerie), die Pest, die Findung Mosis, Mars und Rhea Sylvia, Arkadische Hirtenszene,
Rebekka am Brunnen, Landschaft mit Diogenes, mit Orpheus und Eurhdike, die Jahreszeiten(Louvre), (lequa uestosu mit Matthäus (Berlin), Horentanz (London, Hertford House),das Testament des Eudamidas (nur im Stich von Pesne erhalten) u. a, Poussins be-deutendster Schüler war sein Schwager Gaspard Dugheb, genannt Poussin: DekorativeLandschaftszyklen mit der Geschichte des Elias (Fresken in S. Martina ai Monti in ViaS. Pietro in Vincoli in Rom), Landschaften (Fresken und Temperabilder) in PalazzoEolonna und Palazzo Doria, in dessen Thronsaal sich außerdem noch 25 Kolossalbilder(Ölgemälde) befinden; vier Landschaften im Palazzo Pitti, Landschaft mit Äneas und Dido,in der Eremitage, viele in England, in Grosvenor House, Herford House in London,
Mindsor Castle, Belvoir Castle. Nach ihm bildet sich Francois Millet (Francisquegenannt), dessen Landschaften sich in den Galerien in Dresden, München, in der Eremitageund in England zerstreut finden. Claude Lorrain eigentlich C, Gellte, einer der größtenLandschaftsmaler aller Zeiten, kam als stellenloser Pastetenbäcker nach Rom und in Dienst,des Malers Agostino Tassi (von ihm Landschaften im Quirinal, in den Pal. Costaguti,
Lancelotti, Rospigliosi in Rom). Seine Studien in der Umgebung Roms zielten vor allemauf die Ürtlichkeit, auf Licht und Perspektive ab und trugen in seine Gemälde sonnigheitre Stimmung und leicht bewölkten Himmel; das Zeichnen nach der Antike und nach(sbenden Modellen war dagegen von geringerem Erfolg begleitet; deshalb ließ er späterdie von ihm in Umrissen entworfenen Menschen- und Tiergestalten von fremder Handausführen: Forum Romanum, Seehafen, Ländliches Fest, Landschaft mit der Landungder Kleopatra (Louvre), mit Polyphem, mit Akis und Galathea, mit der Flucht nachÄgypten (Dresden), die Mühle, Herdendiebstahl Merkurs, Apollotempel (Palazzo Doria),4!enustempel (Palazzo Rospigliosi), Ruinenlandschaft (Berlin), die Tageszeiten, Landschaft?ut Jakob und Rahel am Brunnen (Eremitage), zehn Landschaften im Prado, elf Land-schaften in der Londoner Nationalgalerie. Er radierte gegen 46 seiner Gemälde und Hinter-fuß an 500 Handzcichnungen (222 Blätter im British Museum, andere in der Albertina>n Wien). Die zahlreichen Nachahmungen seiner Werke bewogen ihn, eine Zusammen-
G. Dughet1613—1675
F. Mill-tI612-I6S7
!l. Lasst1586-1642