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Fünftes Kapitel: Literatur von 1618 bis 1660. Kunst des Barocks.
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von Esaias van de Beide, dem er sich zunächst eng anschloß, den er aber später überragte,steht Jan van Gohen auch in engem Zusammenhang mit der Haarlemer Schule; für die J-AmGoyenSchilderung der holländischen Landschaft ist er vorbildlich geworden: Dorfansicht mitdurchziehendem Kriegsvolk (Braunschweig), Kirchhof (Bremer Kunsthalle), Düuenlandschast(Gotha), Ansichten von Dordrecht (Reichsmuseum), vier der besten Bilder im Louvre, Winteram Flusse, Sommer am Flusse (Dresden), Ansicht von Arnheim, Ansicht von Nymwegen(Berlin). Neben Haarlem tritt Amsterdam als Geburtsstätte bedeutender Landschafterin den Vordergrund; der originelle Aert van der Neer verwendet zur Belebung seiner A. °a^d-rheimatlichen Kanal-, Fluß- und Dorfbilder gern das Licht des Mondes bei bewölktem isos-im?Himmel, das Abendrot im Kampfe mit dem Mondlichte oder den Glutschein nächtlicherFeuersbrünfte: Sonnennntergangsbilder (Louvre, Kassel, Oldenburg), Dorsbild (Dresden),
Landschaft mit Eichwald (Reichsmuseum, Sammlung van der Hoop), Winterbilder (ebenda,
Brüssel, Natioualgalerie in London, Eremitage, Berlin, Braunschweig). Der größteAmsterdamer Landschaftsmaler Meindert Hobbema hat sich an Ruisdael gebildet uud M^obb-makann sich dessen Einfluß bis zuletzt nicht entziehen; übertrifft er ihn auch hin und wiederan realistischer Naturwiedergabe, so fehlt ihm doch die hinreißende Kraft der stimmungs-vollen, dramatischen Poesie seines Vorbildes: Wassermühle (Antwerpen), Landschaft mitRuine, Eschenallee von Middelharnis („the Avenue", London, Natioualgalerie), Dorf unterBäumen (London, Buckingham Palace), Wassermühle (Sir Richard Wallace), Mühle(Louvre), Waldlandschaft (Berlin).
Im Wechsel der Landschaft wie in der Wahl der Staffage gleich erfindungsreich zeigt Schlaq-sich Philipp Wouwerman, dessen Bilder (nahezu 800) mit Reitern und Zigeunern, T°erma"erÜberfällen und Jagdszenen (im Vordergründe ein Schimmel, in dem sich das höchste Licht P. Wouvsr-sammelt) einen klaren Silberton und zarte Licht- und Luftbehandlung ausweisen: Reitergefecht ,mit Windmühle, Gasthofsstall, Feldlager am Flusse (Dresden, 62 Gemälde), Hirschjagd(Petersburg, 50 Bilder), Kornernte (Kassel), die Schlacht, der Heuwagen (Haag). Unter seinemEinfluß steht der routinierte Schlachtenmaler Jan van Huchtenburgh: Reiterbild desS-vanHuch-Prinzen Eugen von Savoyen (Haag), 11 Schlachtenbilder in der Türmer Pinakothek. Aus isls-nssAelbert Cuijps Tier- und Reiterstücken leuchtet meist hellster, goldener Sonnenschein, der A. Cuijpihm den Namen des „holländischen Claude Lorrain" eingebracht hat: Kuhweide, Abend- ^ 6 L 0 -isgilaudschaft (London, Nationalgalerie), Stall (Dulwich College), Flußlandschaft, Ausritt zurJagd (Louvre), Jagdauszug mit dem Negerjungen (Buckingham Palace), Radierungen. DieStärke PaulPotters, des größten holländischen Tiermalers, liegt in der lebensvollen UPEerSchilderung des Viehes auf der Weide: der große Stier, Landschaft mit Kühen und ^Schweinen (Haag), der Stier, die große Herde mit der pissenden Kuh (Eremitage), derbrüllende Stier (Buckingham Palace), Viehherde (Montpellier), Rinderhirt mit Herde,
Ruhende Herde (Dresden), Molkerei (Schwerin), Aufbruch zur Jagd im Bosch beim Haag(Berlin). Im Tierstück, sowie in der Behandlung des Baumschlags mit ihm verwandt, um isssaber weicher im Vortrag zeigt sich Adriaen van de Velde; er ist auch trefflich im Genre:
Trinkende Frau, Eisbelustigungen (Dresden), Landschaften mit Vieh (Dresden, Berlin,
Louvre, Amsterdam), fünf Hirtenidylle (München), Radierungen.
Die Seemalerei war, nach unbedeutenden Anfängen, durch Simon de Vlieger(Ruhige See, Wien), Hendrik Dubbels (Stille See, Reichsmuseum) und Jan van deKapelle (Küstenszene, London, Nationalgalerie), trefflich vertreten, wurde aber erst vonWillem van de Velde d. j-, dem älteren Bruder Adriaens, auf die Höhe geführt. Dasnordische Meer und die Atmosphäre über der See sind die Domäne des „Raffaels der See-Malerei" ; am besten gelingt ihm die Schilderung des Meeres bei Windstille, bei gedämpftem^nmmersonncnlicht: das H-Bild, die Seeschlacht, der Kanonenschuß, der Hafen, die Küste(Reichsmuseum), feuernde Fregatte, Strand von Scheveningen(London, Nationalgalerie). Künst-tiefer stehen die einst vielgepriesenen Seestücke Ludolf Backhuijsens, deren Stürme,Schiffbrüche und Schlachten den Beschauer nicht mehr zu fesseln vermögen: Haarlemer-Neer, Ansicht des V, Einschiffung des Jan de Witt (Reichsmuseum).
Geflügelmaler Melchior d'Hondecoeter, der Schüler seines Onkels, des, . l^benmalers Giovanni Battista Weenix, stellt sein liebevoll gemaltes Hühnervolk,^ °K>Men und Löffelgänse in weich gestimmte Landschaften mit Weihern und fernen Baum-n ? "^r schildert Hahnenkämpfe und Überfälle von Hühnerhöfen, in die Hunde oderAi^r» einbrechen: Die auf dem Wasser treibende Feder („het Veertje", Reichsmuseum,^ schreiende Pfau (Paris, Galerie Rothan), Raubvogel im Hühnerhof (Dresden,Mü ^ ^ Institut in Frankfurt), Hahnenkämpfe (Galerie Liechtenstein in Wien, Kassel,
"uncyen). Jan Weenix, Giovannis Sohn, ist trefflich im Stillebeu (meistens totesWsber-Baldamus, Weltgeschichte. LI. Aufl. III. 30
S. de Vliegerum 1601—1659H. Dubbelsum 1620—1676I. van deCapellef um 1682W. van deVelde d. j.1633—1707L. Back-huijfen1633—1703
G eflügel-und Still-leben-mal e rM. d'Honde-coeter1636—1695G. Weenix1621—1660I. Weenix1640—1719