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Dritter Band.
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Erstes Kapitel:. Ludwigs XIV. Vorherrschaft.

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Ludwig XIV. seinen Ministern, er werde hinfort sein eigner Premier-minister sein: sie sollten ihn mit ihrem Rat unterstützen, aber er verbiete S°pt.ihnen, auch nur das geringste ohne seinen Befehl zu unterzeichnen. Man i-s-puiuswar geneigt, diese Worte zu belächeln; denn seit einem halben Jahrhunderthatten in Frankreich Günstlinge und Minister regiert, auch hatte Ludwigselbst bisher nur Interesse für Vergnügungen, Jagden und militärischeSchaustellungen gezeigt. Und doch wurden die Worte zur Wahrheit, siekündigten die Vollendung dessen an, was Richelieu und Mazarin vor-bereitet hatten: der Träger des königlichen Absolutismus wurde nun derKönig selbst; es begann das Zeitalter Ludwigs XIV. Und er warjeder Zoll ein König. Erfüllt vom stolzesten Selbstbewußtsein sah er denStaat, die Nation in sich verkörpert, und die Nation stimmte dem zu.

Das aber geschah, weil der König mit dem Bewußtsein seiner hohen Würdezunächst ein ebenso starkes Bewußtsein seiner hohen Pflichtverband; er wurde der fleißigste Arbeiter in seinem Beruf und wollte ihnüben zum Wohle und zur Größe seines Volkes: damit stellte er sich auf denBoden, dem der Absolutismus sein Recht und seinen Sieg verdankte. Er be-währte diese Anschauung, indem er Mißständen energisch entgegentrat, undzeigte die echt königliche Eigenschaft, die rechten Männer am rechten Platzezu behalten oder an den rechten Platz zu stellen. Diese Männer warenvor allen Colbert, Louvois, Lionne und Turenne.

Die schwächste Seite der Verwaltung Mazarius waren die Finanzen gewesen. DasSystem der Steuerpüchter (Z 220) lastete schwer auf dem Lande, und Mazarins Habsucht, wirtschaftdie ihn antrieb, sich auf Kosten des StaateS zu bereichern, ließ ihn die Unredlichkeit andererdulden, wenn nur auch für ihn etwas dabei heranssprang. Sein geschicktester Genosse beider Ausplünderung des Landes war Nicolas Fouquet, der Oberintendant der Finanzen Fouquetsid- i. Finanzminister), gewesen; er machte mit den großen Finanzleuten vorteilhafte Ge-schäfte, deren Kosten der Staat zu tragen hatte, und benutzte die enormen Summen, die erveruntreute, um sich Anhänger in den Hofkreisen zu erwerben (er soll dafür jährlich vierMillionen Livres ausgegeben haben), um die Gunst vornehmer Damen zu gewinnen, umDichter und Schriftsteller auf seine Seite zu ziehen, um Prachtschlösser zu bauen, umKunstwerke zu sammeln und ein glänzendes Leben des Luxus und der VerschwendungW führen. Er hoffte an Mazarins Stelle Premierminister zu werden und bemühte sich,den neuen König in Vergnügungen und Ausschweifungen den Staatsgeschäften zu ent-fremden. Bei dem letzten Feste, das er ihm gab, waren 36 Dutzend goldner und'^00 Dutzend silberner Teller in Gebrauch, kostete das Souper 120000 Livres (nach heutigemGeldwerte etwa 720000 Francs). Schon aber hatte Colbert, Intendant der Finanzen,dem Monarchen die ungeheuren Unterschlagungen und Rechnungsfälschungen des Obcr-Mtendanten enthüllt; jenes Zauberfest mit seiner unglaublichen Pracht betörte den Königvrcht, sondern erschien ihm viel eher als ein Beweis für die Richtigkeit der Anklagen, undw ließ denn der König Fouquet plötzlich verhaften. In dem folgenden Prozeß wurde s. Sspt. iWi.""Gestürzte mit Verbannung bestraft, der König aber hielt ihn bis zu seinem Tode( 680) in der kleinen Alpenfestung Pinerolo gefangen.

An seine Stelle trat nun Jean Baptiste Colbert. Da dieser aber bürgerlicher Egbertdkunft war (sein Vater war Kaufmann in Reims, er selbst war hochgekommen als Ver-"° 'wioalter von Mazarins Privatvermögen), so blieb er zunächst Intendant der Finanzen unter o°st-a-Sept.b-?? Hochadeligen bestehenden Finanzrat und wurde erst 1669 Staatsminister. Colbert^latz eine unermüdliche Arbeitslust und Arbeitskraft, war von strenger Rechtlichkeit und wurdenicht nur der Finanzverwaltung, sondern der Verwaltung überhaupt. Nach dreiunl m^n hin war er tätig. Mit fester Hand und rücksichtsloser Energie suchte er, selbsteinign wohlerworbener Rechtsansprüche, Mißbräuche zu beseitigen und die Staats-

gelt- ö» erhöhen; er hat sich dabei durch seine Härte, die nur das StaatsinteresscLanVZ viel Feinde gemacht. Zugleich aber wollte er das wirtschaftliche Gedeihen deser c>°^ l"rdern, und zwar nach den Grundsätzen des Merkantilismus, dessen größter Praktikerdas sg'' ^ begünstigte deshalb vor allem Industrie und Handel und hob damit