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Erstes Kapitel: Ludwigs XIV. Vorherrschaft.
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Erlaß einer Zivilprozeßordnung (ooäox Imäovieinnus) und einer Straf-prozeßordnung, durch die das Gerichtsverfahren einheitlich gestaltet wurde.
Von besonderer Bedeutung sowohl für die Stärkung des Königtums wie HEs-für die auswärtige Politik Frankreichs war die von Louvois durchgeführteReorganisation der Armee. Wie in Deutschland (8 198) waren auch inFrankreich die Truppen mehr abhängig von den höheren Befehlshabern als vondem Könige. Die Festungskommandanten, die Regimentsobersten usw. warbendie Truppen und ernannten die Offiziere; sie waren zwar verpflichtet, einebestimmte Mannschaftszahl zu halten, doch stand diese Zahl zumeist nur auf demPapiere; was durch die fehlenden Truppen erspart wurde, floß in die Tascheder Obersten. Da wurde nun zunächst die Armee zu einer wirklich königlichengemacht, indem die Ernennung aller Offiziere vom König ausging; zugleichwurde die militärische Rangordnung geschaffen, wie sie heute überall gilt.
Sodann wurde streng darauf gehalten, daß die einzelnen Truppenkörper diegeforderte Stärke hatten, freilich nur so, daß ein fester Stamm vorhanden war,der im Kriegsfall durch Werbungen ergänzt wurde. Die Zahl der Regimenterwurde dabei allmählich von 31 im Jahre 1643 auf 125 im Jahre 1709 erhöht.
Endlich sorgte Louvois für eine bessere Bewaffnung und Ausbildung. Ein-geführt wurde die Uniformierung (bisher trugen nur die Offiziere Feldbinden),vermehrt wurde die Zahl der mit Musketen (Gewehren) anstatt mit PikenBewaffneten, schließlich wurde die Pike durch das Bajonett ersetzt; dazuwurden Grenadiere ausgebildet zum Schleudern von Handgranaten. Im ganzenwurde also die Feuerwirkung verstärkt. Zu dem gleichen Zweck verbesserte undvermehrte Louvois auch die Artillerie und gab ihr eine gutgeschulte Bedienungs-mannschaft. Als weitere Spezialwaffe wurde ein Jngenieurkorps gebildet; seinhervorragender Lehrer war Vauban, der, wie schon gesagt (H 265), Meisterwurde in der Kunst, Festungen zu bauen und anzugreifen.
Mit einem Heere, das durch seine Stärke, Organisation und Ausbildungalle anderen überragte, führte Ludwig XIV. nun die Kriege, die seinenRuhm erhöhten, Frankreich an die Spitze Europas brachten, aber das WerkColberts sehr schädigten.
2. Die auswärtige Politik bis 1668.
8 268. Diplomatische Erfolge bis 1667. In Ludwigs XIV. ersten -U'Kauswärtigen Unternehmungen lassen sich zwei Ziele erkennen, erstens derWunsch, die Achtung vor dem französischen Namen zu heben,und zweitens das Streben, die Ost- und Nordgrenze Frankreichs,die zu zerrissen war und der Hauptstadt zunähe lag, abzurunden undhinauszuschieben. Günstig war dabei für ihn besonders, daß er durchden rheinischen Bund (8 221) von Osten her gedeckt war und in ihm einMachtmittel gegen den Kaiser besaß, daß eben dieser Kaiser durch dentürkischen Vorstoß (H 303) beschäftigt wurde, und daß die nach Englandzurückgekehrten Stuarts einer Frankreich freundlichen Politik zuneigtenund in einen Seekrieg mit Holland verwickelt wurden (Z 284).
Den Wunsch, als der erste Monarch Europas zu erscheinen, bekundete Ludwig zuerst Hebung d-s^ ein paar scheinbar gleichgültigen, tatsächlich aber bedeutungsvollen Etikettefragen. Ans°h-ns^er spanische Gesandte in London beanspruchte den Vorrang vor dem französischen; da issiUvang Ludwig den spanischen König durch eine Kriegsdrohung zu einer entschuldigendenErklärung, die den übrigen Mächten als Anerkennung des französischen Vorrangs mitgeteiltwurde. Einen ähnlichen Erfolg errang er gleichzeitig gegen England. Hier forderte man,vaß alle fremden Schiffe in englischen Gewässern den englischen Schiffen den Flaggengrußurch Niederlassen der Fahne zu entbieten hätten: Ludwig nötigte den englischen König,arauf für französische Schiffe zu verzichten. Tiefer demütigte Ludwig den Papst Alexander VII.