Z 269, 270.
Erstes Kapitel: Ludwigs XIV. Vorherrschaft.
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verhandelte er mit dem Kaiser selbst über eine Teilung der spanischenMonarchie für den Fall, daß der kränkelnde Karl II. ohne Erben sterbensollte. Endlich verlängerte er durch sein offnes Bündnis mit Portugal los?den spanisch-portugiesischen Krieg (Z 245).
§ 269. Der Devolutionskrieg (erste Raubkrieg.) Nachdem Ludwig ^marsch o,Spanien so durch eine äußerst geschickte Diplomatie isoliert hatte, ließ er un-vermutet Truppen unter Turennes Führung in die spanischen Niederlande Mai ismeinrücken; ohne nennenswerten Widerstand konnten sie eine Reihe Grenzplätzebesetzen. Dieser Erfolg erweckte indes schwere Besorgnisse in den Niederlanden, N"eu°ndeWo man zudem über den französischen Zolltarif von 1667 (H 266) erbittertwar. Johann de Witt veranlaßte den Admiral de Ruhter zu dem energi-schen Angriff auf London und zwang dadurch England zum Friedensschluß 3»ni ivs?(8 284). Nun hatte er freie Hand gegen Frankreich; dazu aber hatte »rZuniös?das neue englische Ministerium (das Cabalministerium ß 285) den Wunsch,der öffentlichen Meinung Englands, die sich gegen die sranzosenfreundlichePolitik des Königs aussprach, entgegenzukommen. Diese Lage benutzend,schloß de Witt unter Vermittlung des englischen Gesandten WilliamTemple einen Bund mit England, dem gegen Subsidien auch Schweden J-n. isssbeitrat. Zweck dieser Tripelallianz war, weitere Fortschritte Ludwigs Apr« 1M8zu hindern. Demgegenüber gelang es Ludwig, mit dem Kaiser einen ge-heimen Vertrag über die künftige Teilung der spanischen Monarchie zuis-Jan.isssvereinbaren und Brandenburgs Kriegslust durch den Verzicht auf diefranzösische Thronkandidatur in Polen (§ 314) zu zügeln. — Obgleich CondLuun mit leichter Mühe die Franche ComtL besetzte, gab Ludwig doch demDrängen Colberts, der von Anfang an im Interesse seiner wirtschaftlichenPläne gegen den Krieg gewesen war, nach und schloß unter englisch- ^Aach°»°"holländischer Vermittlung mit Spanien den Frieden von Aachen.
Er begnügte sich mit der Abtretung belgischer Städte und gab die FrancheEomte zurück. Mitbestimmend war dabei auch die Tatsache, daß Spanienlw Frieden von Lissabon die Unabhängigkeit Portugals anerkannt hattet Febr.mss(8 245) und nun all seine Kraft gegen Frankreich wenden konnte.
^ Die im Frieden von Aachen an Frankreich abgetretenen Städte sind: Lille, Douai,
"2°rgues, Veurne, Dpern, Courtray, Armennitres, Oudenaarde, Ath, Tournay, Bincheund Charkeroy.
3. Der holländische Krieg (zweite Raubkrieg).
8 270. Die Isolierung Hollands. Die Niederlande hatten gewagt, uu?4°n d-s
^u Siegeslauf des großen Königs zu hemmen: es hieß, eine ruhmredigeSchaumünze sei geprägt worden, auf der sich ein holländischer Gesandterals den Josua bezeichnet habe, welcher der Sonne, dem Sinnbilde desKönigs, Stillstand geboten. Für diese Vermessenheit sollte Holland bestraftwerden. Dabei erwog man in Paris, welcher Zuwachs an Macht fürFrankreich entstehen würde, wenn es gelänge, die reiche Republik mit ihrerGemacht, ihren Kolonien und ihrem Handel dem französischen Zepter^ unterwerfen. Würden dann nicht die spanischen Niederlande von selbst^ französischen Reiche zufallen? Hinzu kamen die Gegensätze zwischens "Holizismus und Protestantismus, Monarchie und Republik, Merkantil-stem (Zolltarif von 1667, K 266) und Freihandel. Ludwig war aucharuber erbittert, daß die aus politischen oder religiösen Gründen ausrNankreich Flüchtenden in den Niederlanden eine freie Presse für ihreuhne Polemik fanden.
Krieges