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Dritter Band.
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484 Viertes Buch: Das Zeitalter des Absolutismus (1660—1740). 8 273.

W.April 1676 und vermochte dann, nachdem de Ruyter an den hier empfangenen WundenJuni 1676 gestorben war, im Hafen von Palermo einen großen Teil der feind-lichen Schiffe in Brand zu setzen. Trotzdem gelang den Franzofen diereis Eroberung Siziliens nicht: sie mußten schließlich sogar Messina räumen.Von den übrigen Verbündeten Ludwigs wurden die Schweden durch denGroßen Kurfürsten und Dänemark (Z 300), die Polen durch die TürkenOtt. 1676 (ß 314) hart bedrängt; erst als der polnisch-türkische Friede geschlossenwar, konnte Sobiesky die rebellischen llngarn unterstützen.

Nn,chs° Mußte das Vorgehen des Polenkönigs den Kaiser zur Beendigungdes französischen Krieges geneigt machen, so regte sich auch sonst die Friedens-sehnsucht. In Frankreich forderte besonders Colbert mit Rücksicht ausdie finanzielle Notlage den Frieden; in den Niederlanden wünschte ihn dieStaatenpartei im Interesse des Handels und aus Besorgnis vor der steigendenMacht der Oranier; in England erstrebte ihn Karl II., um nicht durch dasParlament gegen seinen Willen zum Kriege gegen Frankreich gedrängt zui5.No°. 1677 werden, eine Gefahr, die seit Wilhelms III. Vermählung mit der Tochterdes Herzogs von Aork (Karls II. Bruder) nahe gerückt war (§ 285). Sehrgeschickt wußte nun die französische Staatskunst die Gegner zu trennen, damitihr König als Gebieter auftreten könne. Ludwig stand in geheimem Ein-vernehmen mit Karl II. und trat jetzt hinter Wilhelms III. Rücken mitden Generalstaaten in Verbindung. Diese ließen sich durch Zugeständnisse,«.Aug. 1678 u. a. durch einen günstigen Handelsvertrag, gewinnen, unterzeichneten denFrieden und gaben damit ihre Verbündeten, die für sie die Waffen ergriffenhatten, preis. Dadurch wurden die übrigen Mächte genötigt, die von Frank-reich vorgeschriebenen Bedingungen anzunehmen. Spanien tat es am17. September, der Kaiser aus Besorgnis vor dem gefährlichen ungarischenFried- °. Kriege und aus Eifersucht auf Brandenburgs Erfolge gegen Schweden amN>->nw°6e» 5.Februar 1679. So kam der Nymweger Friede zustande, der ebensovorteilhaft für Frankreich und Holland, als schmachvoll für den Kaiser, dasReich und die anderen kriegführenden Teile war. Frankreich gab anHolland alle Eroberungen zurück, erhielt aber von Spanien die burgnndischcFreigrafschaft sowie alle in der Linie Bailleul, CondL, Valenciennes undMaubeuge liegenden festen Orte nebst Hpern, Charlemont und Bouillonund von dem Deutschen Reiche statt des aufgegebenen Besatzungsrechtsvon Philippsburg die wichtigere Stadt Freiburg im Breisgau. Obgleichvon den 1668 abgetretenen Städten (Z 269) sechs (Veurne, Courtray,Oudenaarde, Ath, Binche, Charleroi) zurückgegeben wurden, standen dochdie spanischen Niederlande einem französischen Angriff offen.

Leopold mußte auch den in Köln verhafteten verräterischen WilhelmEgon von Fürstenberg auf freien Fuß setzen und zugeben, daß Lothringenseinem in österreichischen Kriegsdiensten stehenden neuen Herzog Karl IV.(V.), Neffen des im Jahre 1675 verstorbenen Karl III. (IV.), unter soentehrenden Bedingungen (die Franzosen sollten die Hauptstadt Nanchund eine Militärstraße behalten) zurückgegeben ward, daß dieser vorzog,es noch länger in den Händen der Franzosen zu lassen (K 311). Auchdie widerrechtlich besetzten elsässischen Städte blieben bei Frankreich. DerGroße Kurfürst aber, von Österreich aus Eifersucht verlassen, wurdeFriede», trotz seines Siegeszuges nach Livland gezwungen, in dem Frieden vonSt. Germain S t. G e r m a i n e n L a y e das mit so vieler Anstrengung eroberte Pommern" ' den Schweden wieder herauszugeben (Z 300). Dänemark folgte im