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Erstes Kapitel: Ludwigs XIV. Vorherrschaft.
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Frieden von Fontainebleau (H 300). Eben diese gegen Brandenburg Sept. mmund Dänemark ergangenen Machtsprüche zeigten so recht das ÜbergewichtFrankreichs.
4. Die überseeischen Erfolge.
§ 274. Frankreich hatte sich gegen eine große Koalition siegreich be-hauptet. mindestens ebenso sehr durch seine gewandte Diplomatie wiedurch seine militärischen Erfolge; es hatte das nächste Ziel. die Abrundungseiner Nord- und Ostgrenze (Z 268). durch die Abtretungen in Belgienund die Besetzung von Lothringen und Elsaß annähernd erreicht. Aberindem Ludwig dem übrigen Europa (auch Brandenburg und Dänemark)den Frieden diktierte, wuchs seine Macht schon über dieses Ziel weit hin-aus. Zur Erhöhung dieser Macht trugen aber auch die überseeischenErfolge nicht unwesentlich bei.
Schon unter Heinrich IV. hatten die Franzosen in Canada Fuß gefaßt (Z 149); Richelieu Canadahatte diese Unternehmungen sehr gefördert und für Canada eine besondere Gesellschaft (die „derHundert") gegründet. Die Franzosen behaupteten ihr Gebiet in einem Kriege gegen die Eng- MW, 1 W 2länder (I 241), und in den folgenden Jahren drangen französische Missionare (Jesuiten) unddie sogenannten „Waldläufer" in das Innere nach den Seen zu vor; doch blieb die Zahlder eigentlichen Kolonisten gering. Dadurch unterschieden sich diese französischen Kolonien vonvornherein von den englischen, wo sich Bauern in großer Anzahl niederließen. In Canadablieb der Pelzhandel die Hauptsache, und die Franzosen konnten nicht wie die Engländer aneine Verdrängung der Indianer denken, sondern mußten sich auf ihre Beherrschung und Be-kehrung beschränken. Während nun die Huronen im Norden der Seen sich der Mission zu-gänglich erwiesen, waren deren Feinde, die kulturell verhältnismäßig hochstehenden Irokesen(im Süden der Seen), erbitterte Gegner Frankreichs, auch deshalb, weil sie einen Pelzhandelmit den englischen Kolonien trieben. Die Irokesen führten daher einen grausamen Ver-mchtungskrieg gegen die Huronen und mordeten dabei unter entsetzlichen Folterqualen auchsne in ihre Hände fallenden französischen Missionare. Die Gesellschaft der Hundert war nichtimstande, Ruhe und Ordnung herzustellen, zumal immer wieder Streitigkeiten zwischen denweltlichen Behörden und dem Bischof ausbrachen, und gab ihre Rechte der Krone zurück, isssNun schnf Colbert eine neue Organisation, wobei ein aus dem Gouverneur, dem Bischofund aus Vertretern der Kolonisten bestehender „souveräner Rat" an die Spitze der Kolonietrat. Besser wurde es aber erst, als das Regiment Carignan und mit ihm die ersten Reiter isssnach Canada kamen. Nun gelang es, die Irokesen zur Ruhe zu bringen; die Umsiedlungd^ Regiments Carignan vermehrte die Zahl der Kolonisten, die Verwaltung und Rechts-pflege wurde verbessert, doch blieb auch die Kirche, die großen Grundbesitz erwarb, sehreinflußreich. Das 1654 von den Engländern besetzte Akadien wurde 1667 den Franzosenzurückgegeben. Besonders segensreich wirkte als Gouverneur der Graf von FronteNac vonW72 bis 1682 und nochmals 1689 bis 1698; die 1686 wieder ausgebrochenen Kampfe mit den^stgländern und den mit ihnen verbündeten Irokesen endeten im Frieden von Ryswyk (Z 283) 1 W 7Mit der Behauptung Canadas und der Aufgabe der englischen Ansprüche auf die Hudson-Eah. Haupthindernisse für ein Aufblühen der Kolonie blieben aber die geringe Zahlweißer Ansiedler, die große Macht der Kirche und die im Geiste des Absolutismus geübte""kvormundung der Kolonie durch das Mutterland.
.. Inzwischen waren die Jesuiten und Waldläufer, die den Indianern die erlegten Pelz- Louisiana^ere abkauften, immer weiter ins Innere vorgedrungen und hörten dort von einem großentrom, dem Mississippi. Ihn erreichte Louis Joliet vom Michigan-See aus auf dem i 6 ?sWisconsin-Fluß, fuhr den Mississippi hinab und kehrte auf dem Jllinoisfluß zum Michigan-/e zurück. Weitere Entdeckungsfahrten unternahm dann La Salle; er fuhr den Mississippiin m öur Ntündung, nahm das ganze Land unter dem Namen Louisianafür Frankreich isW"OOchund legte das Fort St- Louis an; doch hatte das vorläufig noch geringe Bedeutung. 1684^ Wie in Canada hat Richelieu auch in Westindien die französischen Unternehmungen W-stindien163^ Einer 1626 gegründeten Gesellschaft, die in St. Christopher Fuß faßte, folgte. me »Kompagnie der amerikanischen Inseln". Sie besetzte zuerst Guadeloupe und Mar- isssd-vnd dann noch andere Inseln. In Kämpfen gegen die Spanier behaupteten sich«,i ^avzosen, doch hatten an dem Handel auch Holländer und Engländer Anteil; es warenzumeist Abenteurer (die sogenannten Flibustier Z 241) tätig, und die Kompagnie überließ