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Dritter Band.
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504 Viertes Buch: Das Zeitalter des Absolutismus (1660—1740). Z 284.

Wünschte jedoch die Stärkung der Königsrechte ohne Verletzung derParlamentsrechte zu erreichen. Diesen Bestrebungen kam sehr entgegendas im englischen Volke vorhandene Bedürfnis nach Ruhe und die dem-entsprechende Haltung des Konventionsparlaments sowie des ersten ordent-lichen Parlaments, das durchaus anglikanisch gesinnt war und sich (ähnlichwie später die „unfindbare" Kammer in Frankreich (IV, § 117) zunächstin Loyalität nicht genug tun konnte.

Von der in der Deklaration von Breda (H 240) gewährten Amnestie wurdendie Königsmörder, d. h. die Mitglieder des Gerichtshofes, der Karl I.verurteilt hatte (ß 235), ausgeschlossen. Sie alle wurden zum Tode verurteilt,zehn hingerichtet, die übrigen in den Tower gefangen gesetzt; damit nicht genug,

M.Jan. 1661 wurden am Todestage Karls I. die Leichen Cromwells, Jretons (8 237) undBradshaws (Z 235) aus der Gruft gerissen und auf der Richtstätte des Königsan den Galgen gehängt. Das Heer wurde nach Bezahlung der Soldrückständebis auf zwei Regimenter aufgelöst. Ein Teil der eingezogenen Güter wurdeden früheren Eigentümern zurückgegeben, die während der Republik hergestellteRealunion von England, Schottland und Irland wieder in eine Personal-union verwandelt. Nach vergeblichen Ausgleichverhandlungen mit den Presby-terianern wurde die anglikanische Kirche wiederhergestellt und durch die

1662 Uniformitätsakte von jedem Staats- und Kirchendiener der Eid auf die39 Artikel der Hochkirche (8 82) verlangt. Infolgedessen verloren gegen 2000presbyterianische Geistliche ihre Stellen; um ihnen private Andachten mit ihrenPfarrkindern unmöglich zu machen, wurden durch die Konventikalakte allereligiösen Zusammenkünfte von mehr als fünf Personen, bei denen nicht dasAllgemeine Gebetbuch zugrunde gelegt würde, verboten. Auch in Schottlandgelang nun die Einführung der Hochkirche, gegen die sich die Schotten früher(ß 229) so energisch gewehrt hatten; doch wurde den Presbyterianern unter demNamen „Jndulgenz" eine halbe Duldung gewährt. Als der König dann aber

1663 auch für die Katholiken „Jndulgenz" durchsetzen wollte, begann der Konflikt mitdem bisher so gefügigen, aber streng anglikanischen Parlament.

Auswärtiges In der auswärtigen Politik trat Karl durch die Vermählungmit Katharina von Portugal in einen gewissen Gegensatz zu Spanien

1661 und unterstützte das für seine Unabhängigkeit kämpfende Portugal (Z 245).Als Mitgift seiner Gemahlin erhielt er dabei Tanger und Bombay.War das ein Gewinn (über das weitere Schicksal der Orte Z 291), so

1662 empfand man den Verkauf Dünkirchens an Frankreich mit Recht sehrschmerzlich, zumal das Motiv so erbärmlich war: der König brauchte Geldfür seinen verschwenderischen Hofhält und „verjubelte den Kaufpreis" von4 Mill. Livres. Der Verkauf Dünkirchens war zugleich eine Folge derfranzosenfreundlichen Haltung des Königs, die ihn schließlich in volle Ab-hängigkeit von Frankreich brachte. So kläglich dieser Vorgang war, so

1661-1661 unglücklich verlies, wie wir wissen (ß 223), der zweite englisch-hol-ländische Seekrieg.

1665 Während dieses Krieges wurde London zudem von einer furchtbarenPest heimgesucht und dann von einem großen Brand, der zwei Drittel

1666 der Hauptstadt in Asche legte. Man erhob die unberechtigte Anklage,daß der Brand von den Katholiken angelegt worden sei, und dieserVorwurf richtete sich auch gegen den König, der ja im Widerspruchmit dem Parlament den Katholiken „Jndulgenz" gewähren wollte.

s?s'utt wo? Als dann de Ruyter in die Themse einfuhr und der ungünstige Friede

El°r°nd°ns von Breda geschlossen werden mußte (Z 223), stieg die Erregung so

30 .Aug" 1667 sehr, daß Clarendon seine Entlassung nahm und nach Calais

1- 9. Dez'. 1674