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Viertes Buch: Das Zeitalter des Absolutismus (1660—1740).
290.
1690
Bank vonEngland1894
28. Dez. 1894169880. Juli 1708
Thronsolge-ordnungILF-br. 1701
19.Miir,1702
Anna
1702-1714
Union Eng-lands undSchottlands1. Mai 1707
Parlamentarische Monarchie weiter ausgebaut und die Finanzen ge-ordnet.
Das Parlament bewilligte dem Königspaare eine Zivil liste auf Lebens-zeit, die übrigen Steuern auf vier Jahre; als dann neue Steuern not-wendig wurden, behielt es sich die jährliche Kontrolle der Ausgaben vor. Damithing die Triennialbill zusammen, nach der das Unterhaus alle drei Jahreneugewählt werden, aber jedes Jahr zusammentreten sollte.
Sehr wertvoll für die englischen Finanzen war die Gründung derBank von England. Als eine Kriegsanleihe aufgebracht werden sollte,bildete der Schotte Paterson mit englischen Kapitalisten und hugenottischen Flücht-lingen nach dem Muster der Georgbank in Genua (II, Z 327) eine Gesell-schaft, die jene Anleihe übernahm. Zur Sicherheit wurden Staatseinkünfteangewiesen, und die Bank erhielt das Recht, „Noten" auszugeben, die alsZahlungsmittel anerkannt wurden. Die Bank schuf eine feste Grundlage fürden englischen Staatskredit um dieselbe Zeit, wo Frankreich dem finanziellenRuin entgegenging (ß 283), und wurde mit der Zeit der Mittelpunkt desgesamten Geldverkehrs nicht nur Englands, sondern der Welt.
Der Tod der Königin Maria änderte an Wilhelms Stellungnichts; die Entdeckung einer jakobitischen Verschwörung festigte sie nur noch.Als dann der Sohn seiner Schwägerin Anna, Wilhelm von Glocester, starbund damit die Möglichkeit näher rückte, daß die katholischen Stuartszurückkehren könnten, beschloß das Parlament, daß nach Annas kinderlosemTode die englische Krone auf die Kurfürstin Sophie von Hannover (eineEnkelin Jakobs I., Stammbanm 3) und ihre Nachkommen übergehen solle,doch müsse der Thronfolger der anglikanischen Kirche angehören. Mußteder calvinische Wilhelm diesen Zusatz als Kränkung empfinden, so hatteer doch noch die Genugtuung, England an der Seite der Niederlande undÖsterreichs in den Spanischen Erbfolgekrieg eintreten zu sehen (§ 317). Be-vor dieser Krieg wirklich ausbrach, ist Wilhelm III. gestorben; ihmgebührt der Ruhm des Vorkämpfers gegen Frankreichs Übergewichtund des Vollenders der englischen Verfassung.
§ 29V. Anna. Wilhelms Nachfolgerin Anna hatte stuartscheNeigungen, hielt aber trotzdem an der auswärtigen Politik Wilhelmsfest. Das war hauptsächlich das Werk des zum Lord Marlborough er-hobenen John Churchill und seiner Gemahlin; die letztere (Sarah Jennings)war Annas Hofdame und Freundin, beherrschte die unselbständige Königinvollständig und wirkte im Sinne ihres Gemahls und der whigistischen Par-tei. Lord Marlborough hat etwa zehn Jahre lang die englische Politikgeleitet und zugleich die englischen Heere im Spanischen Erbfolge-kriege geführt. An anderer Stelle (Z 317 ff.) werden wir uns mit diesem fürganz Europa so überaus wichtigen Kriege und seinen Folgen zu beschäftigenhaben; England gewann durch ihn Gibraltar, Menorca, Akadien, Neu-fundland und die Hudsonbailänder.
Aus der inneren Geschichte dieser Zeit ist wohl der wichtigste Vorgangdie völlige Union Englands und Schottlands zu einem König-reich Großbritannien, Vom 1. Mai 1707 an erhielten sie ein gemeinsamesParlament und bildeten ein Zollgebiet; doch wurde zur Sicherung derschottischen Presbyterialkirche eine kirchliche Schutzakte erlassen. Die Unionbrachte den Schotten vor allem wirtschaftliche Vorteile durch Teilnahme an dementstehenden englischen Welthandel und an der englischen Kolonisation; unddiese Rücksicht überwand denn auch die im letzten schottischen Parlament, dasim Winter 1706/07 tagte, vorhandenen partikularistischen und jakobitischen