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Dritter Band.
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8 289. Zweites Kapitel: Die Seemächte (England u. d. Niederlande) von 1660 bis 1714. 51Z

Da Irland bis auf Londonderrh und Enniskillen, wo sich die „Sachsen"(Williamiten) in tapferer Verteidigung behaupteten, den Jakobiten zufielund Marschall Schomberg mit den wenigen Truppen, die er nach Irland S-m. weshinüberführte, nichts ausrichten konnte, schienen Jakobs Aussichten währenddes Winters recht günstig. Das aber wurde anders, als Wilhelm III. imnächsten Jahre selbst in Irland erschien. In der heißen Schlacht am Schlag amVoyneslusse gewann er einen vollständigen Sieg, nicht zum wenigsten u- Zu» issödurch die Tapferkeit des Marschalls Schomberg, der hier sein vielbewegtes(Z 245, 272, 278) Feldherrnleben endete. Jakob gab nach dieser Niederlageseine Sache verloren und kehrte nach Frankreich zurück, die Iren setztenden Kampf noch fort, bis im nächsten Jahre ihr letzter Stützpunkt, Limerick, msikapitulierte.

Irland wurde von den Engländern wie ein erobertes Land mit brutalerHärte behandelt. Die anglikanische Kirche blieb trotz der geringen Anzahl ihrerBekenner Staatskirche; den Katholiken wurde zwar freie Religionsübung zu-gestanden, aber sie blieben vom Parlament und allen Ämtern ausgeschlossen unddurften auch keine Schulen errichten. Weitaus der größte Teil des Grund undBodens gehörte englischen Grundbesitzern, die ihre irischen Pächter nach Möglich-keit aussogen; kein Katholik durfte ein Grundstück von einem Protestantenerwerben; wurde aber der Sohn eines katholischen Grundbesitzers protestantisch,so erhielt er noch bei Lebzeiten des Vaters dessen Besitz. Durch derartig skan-dalöse Gesetze suchte man die anglikanische Kirche zu verbreiten. Das irischeParlament gewährte dem irischen Volke keinen Schutz, da in ihm nur Angli-kaner saßen. Wie auf den hier berührten Gebieten, so wurden die Iren aufallen systematisch unterdrückt; es ist deshalb erklärlich, daß ihr Haß gegen dieEngländer bestehen blieb: er hat sich bis heute erhalten.

Durch den irischen Aufstand war England in den Krieg gegen N°uen-Frankreich eingetreten; damit begann die gemeinsame, von Wil- FrankreichsHelm III. als König und Generalstatthalter geleitete auswärtige PolitikEnglands und der Niederlande (der Seemächte). Während nunWilhelm nach dem Festland ging, um persönlich an dem Kriege teilzu-nehmen (8 282), faßte Ludwig XIV. den Plan, Jakob II. auf der französi-schen Flotte nach England zurückzuführen. Admiral Tourville erhielt denBefehl, die Landung in England durch eine Seeschlacht zu erzwingen.

Indes das Unternehmen scheiterte, da die französische Flotte von derenglisch-holländischen, die unter Lord William Rüssels Oberbefehl stand,bei La Hogue (Hougue) vollständig geschlagen wurde.

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Die Schlacht begann etwa in der Mitte des Kanals mit einem gewaltigen Geschütz-2g. <is.) Maikämpf der beiden Admiralschisie „Soleil royal" und „Britannia", wobei der „Soleilrohal" kampfunfähig wurde. Als dann auch die übrigen französischen Schiffe zur Fluchtgenötigt wurden, wandte sich ein Teil nach dem Hafen von La Hougue (an der Ostküsteber Halbinsel Cotentin), mußte aber hier auf den Strand laufen. Die Engländer folgten,und es gelang ihnen, die französischen Schiffe in Brand zu stecken; nach dem Schauplatze si. Mai zum"es letzten Kampfes hat die Schlacht den Namen empfangen. VZuni

Der Jubel der Engländer über diesen glänzenden Sieg war vollaufberechtigt: seitdem beherrschte die englische Flotte das Meer, war WilhelmsKrone gesichert. Der Verlauf des Landkrieges und der Frieden vonAhswyk, den wir schon kennen (ß 282, 283), bestätigte diesen Erfolg, wo?Wilhelm III. hatte Englands auswärtige Politik im Geiste ElisabethsUnd Cromwells geleitet und damit das europäische Ansehen des Staates,das unter der unwürdigen Abhängigkeit der Stuarts von Frankreich sehrglitten hatte, wieder gehoben. Im Innern aber wurden inzwischen die

Websr-Baldainus, Weltgeschichte. 21 . Aufl. III. 33