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Viertes Buch: Das Zeitalter des Absolutismus <1660—1740).
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haupteten (8 274); erst durch den Spanischen Erbfolgekrieg errang England ihnen gegenübereinen großen Erfolg (Z 320).
Die Verfassung der englischen Kolonien ruhte im ganzen auf dem ja auch imo on en M^terlande herrschenden Grundsatz der Selbstverwaltung unter Aufsicht des Staates; alsMuster diente die 1621 für Virginien erlassene Verfassung (8 241). Der Gouverneurwurde von dem Begründer der Kolonie ernannt; das war entweder die Krone oder eineGesellschaft oder auch ein einzelner Unternehmer. Da aber die Gesellschaften und Unter-nehmer im Laufe der Zeit fast überall ihre Rechte an die Krone übertrugen, so wurdenauch deren Kolonien zu Kronkolonien; die Kolonisten wühlten eine Volksvertretung(a8sembl/), und diese wieder wählte einen dem Gouverneur zur Seite stehenden Rat(eouneil). Mit kleinen Verschiedenheiten in der Art ihrer Einsetzung (Ernennung einesTeils der Mitglieder des Rats durch die Krone, Bildung des Parlaments aus Volksver-tretern und Rat) finden sich überall diese drei Regierungsorgane. Sehr früh entstandenStreitigkeiten darüber, wie weit die Gesetzgebung der kolonialen Parlamente vom Mutter-land abhängig sei, auch über die Frage, ob das Mutterland die Kolonien ohne deren Zu-Wirtichaft stimmung besteuern dürfe. In wirtschaftlicher und sozialer Beziehung bestand, wieschon gesagt (Z 241), ein Gegensatz zwischen den nördlichen Kolonien mit gemäßigtem undden südlichen mit heißem Klima. Dort siedelten sich zahlreiche Europäer als freie Bauernan; hier trieben wenige Großgrundbesitzer Plantagenbau mit Hilfe eingeführter Negersklaven.Den Handel mit den Kolonien suchte sich das Mutterland nach den Grundsätzen der Navigations-akte (Z 223) vorzubehalten; dabei begünstigte man die Erzeugung der Rohstoffe, suchte abereine eigne Industrie in den Kolonien nicht auskommen zu lassen. Es geschah das zumVorteil der englischen Industrie, die damals, auch durch die hugenottische Einwanderung,einen bedeutenden Aufschwung nahm, doch erregte dieses Verfahren bei den Kolonisten großeVerstimmung.
Ostindien Nächst Nordamerika war Ostindien das für die Zukunft wichtigste KolonialgebietEnglands. Karl II. hatte 1661 als Mitgift seiner portugiesischen Gemahlin Bombayerhalten (8 284); da es ihm indes zu viel Geld kostete, überließ er es 1668 der Englisch-ostiudischenKompagnie. Sonst waren deren Fortschritte freilich recht gering und ihreLage nicht sehr günstig. Aus der hinterindischen Inselwelt mußte sie vor den Holländernimmer mehr zurückweichen, sie räumte 1684 Bantam auf Java und hatte nun nur nocheine Station im Westen Sumatras (Fort Marlborough); in Vorderindien aber er-schienen die Engländer wie alle Fremden bei der großen Macht der einheimischen Herrscherdoch immer nur als geduldet. Da faßte Josia Child, der die Kompagnie in London leitete,den Plan, größeren Territorialbesitz zu erobern; dazu wurden 1685 im Einvernehmen mitder Krone zehn Kriegsschiffe ausgesandt. Nun aber nahm damals die Macht des Groß-moguls nach außen einen großen Aufschwung, indem Aurungseb (1658—1707) durch1686 , 1687 die Eroberung von Bidschapur und Golconda dem Reiche die weiteste Ausdehnung gab(8 432). Gerade während dieses geschah, begannen die von Child angeregten kriegerischenUnternehmungen. Sie scheiterten jedoch vollständig; die Engländer wurden in Bombay16 W von einer Flotte des Großmoguls hart bedrängt und mußten den Frieden durch Geld unddurch eine demütige Bitte um Verzeihung erkaufen. Dann aber kam ihnen zustatten, daßAurungseb gegen Aufstände und gegen das von Siwadschi (fi 1680) gegründete Mahrattenreich(8 432), das eine national-religiöse Auflehnung des Hindutums gegen den Mohammedanismus1 KS 6 bedeutete, schwere Kämpfe zu bestehen hatte. Die Kompagnie gewann Calcutta underrichtete hier das Fort William. Gegen Ende des Jahrhunderts bestanden in Indien diedrei Präsidentschaften Bombay, Madras und Calcutta. In der Heimat waren inzwischenschon lange gegen die Monopolstellung der Gesellschaft heftige Angriffe erhoben worden.Im Jahre 1698 wurde eine zweite ostindische Kompagnie gegründet, doch ging die alte ausdem Konkurrenzkampf siegreich hervor: beide Kompagnien vertrugen sich 1702 und ver-schmolzen 1708.
Westasrika In Westafrika, wohin Engländer schon seit den Zeiten Elisabeths gefahren waren,gewann eine 1662 gegründete Westafrikanische Kompagnie die kurländischen Niederlassungen1864 (H 249) und griff ohne Kriegserklärung die holländischen an. Das gab den Anstoß zu demzweiten holländisch-englischen Seekriege (8 223); die Kompagnie vermochte aber ihre Er-oberungen nicht zu behaupten und löste sich bald auf. Eine neue, 1672 gegründete Afrika-Kompagnie übernahm von ihr Cape Coast Castle und Fort James (an der Mündung desGambia), gründete noch eine Reihe weiterer Stationen und betrieb hauptsächlich den Neger-handel. Tanger, das Karl II. 1661 als Mitgift seiner Gemahlin erhalten hatte, überließer, weil es zu kostspielig war, 1684 den Mauren; heute (1907) wird man diesen Schritt inEngland mehr als je bedauern.