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Dritter Band.
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Drittes Kapitel: Deutschland von 1648 bis 1700.

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schaffen, sich vonÖfterreich los zu machen und mitSchwedenzu verständigen, zwischen beiden eine selbständige Stellung zugewinnen, den allgemeinen Frieden aus Grundlage der Duldung allerKonfessionen zu erreichen und in den territorialen Fragen die branden-burgischen Interessen möglichst zu wahren.

Bei den unendlichen Schwierigkeiten der Lage ging er sehr vorsichtig, fast tastend vor; Dts Maß-nne gewisse Unsicherheit m seinen „Anfängen" ist leichtverständlich. Er blieb zunächst in "aurfl>rstmPreußen, um die Belehnung von Polen zu erreichen und ließ Schwarzenberg als Statt- und Schwar-halter in den Marken, ergriff aber Maßregeln, die dessen Politik entgegengesetzt waren. Er b°" mnkam dabei dem Wunsche der gegen Schwarzenberg erbitterten märkischen Stände entgegenund fand einen Heiser in dem Obersten Konrad von Burgsdorff, der schon bisher einGegner Schwarzenbergs gewesen war. Er befahl eine Reduktion der Truppen, unter derenZuchtlosigkeit das Land so schwer litt, und eine Einschränkung der Feindseligkeiten gegenSchweden; auf Burgsdorffs Rat entließ er die Truppen, die dem Kaiser den Treueid ge-schworen hatten. Das alles entsprach dem System Schwarzenbergs nicht, doch wurde ein offner Schwarzen-Konflikt durch dessen Tod vermieden. Die Verhandlungen mit Schweden, bei denen auch i 4 .Mj'r^iS 4 ider Gedanke einer Vermählung mit der Königin Christine wieder ausgenommen wurde,führten zu einer Waffenruhe und zum Rückzug der Schweden aus einem Teile der Marken.

Inzwischen hatte der Kurfürst die Belehnung mit Preußen erlangt und kam nach Berlin; isii, 1843er erreichte von den Ständen, deren Rechte er zu wahren versprach, Geldbewilligungen undbeschloß nun auf Burgsdorffs Rat, um Schweden gegenüber mit mehr Nachdruck auftretenzu können, die Werbung eines neuen, nur ihm zur Treue verpflichteten Heeres, ein Vorgang,den man aber nur mit starker Einschränkung als eine Rechtfertigung Schwarzenbergs an-sehen kann. Weiter erreichte er durch Verhandlungen, namentlich mit Holland, die Ent-fernung der fremden Truppen aus seinen rheinischen Besitzungen und vermählte sich, nach-dem sich der schwedische Heiratsplan zerschlagen hatte, mit Luise Henriette, der Tochter isisFriedrich Heinrichs von Oranien. Bei den in Regensburg begonnenen, in Münster undOsnabrück beendeten Friedensverhandlungen trat er energisch für allgemeine Amnestie ein(8 214), setzte die Aufnahme der Reformierten in den Religionsfrieden durch und erwarbHinterpommern und für den Verzicht auf Vorpommern die Stiftslande Halberstadt, Minden 1848und Kammin sowie die Anwartschaft auf Magdeburg; das letztere fiel ihm nach dem Todedes damaligen Administrators August von Sachsen zu (I 215). Das waren Erfolge, wie issoUlan sie 1640 kaum erhoffen konnte.

In den nächsten Jahren begannen innere Reformen, die dem Kurfürsten die Mittel G.F.v.Wai-Kl einer tatkräftigeren Politik schaffen sollten. Bei diesen wirkte besonders mit der Graf Georg ^Friedrich von Waldeck (S 310), der 1651 in brandenburgische Dienste trat und nachBurgsdorffs Entlassung der erste Ratgeber des Kurfürsten wurde; doch waren die Erfolge iss3Zunächst nicht sehr groß.

In der deutschen Politik trat Waldeck der kaiserfreundlichen Haltung, durch die der GedankeKurfürst die Schweden endlich (1653) zur Räumung Vorpommerns brachte (Z 296), entgegen Mutsn-uuv faßte den Gedanken, ein gegen Habsburg gerichtetes Bündnis deutscher bundesBeichsstäude unter brandenburgischer Führung zustande zu bringen. Wir^flsen, daß auch hier der Erfolg gering war G 296); aber es muß doch ausgesprochen"erden, daß Waldecks Gedanke sich in der Richtung bewegte, in der Brandenburg schließlichan die Spitze Deutschlands treten sollte.

8 299. Erwerbung der Souveränität in Preußen, Steigerung der S°uv°ranr-landesherrlichen Macht. Regierung im Innern (1655 — 1672). In- Preußenzwischen wurde das Interesse des Kurfürsten durch den schweb isch-pol-swscheu Krieg von diesen deutschen Fragen abgelenkt. Wir wissen, daßer Kurfürst, gestützt auf die Tüchtigkeit seiner Truppen, die sich besonders" .Stacht ^ei Warschau zeigte, in einer geschickten und zielbewußten, isssusschließlsch durch den Vorteil bestimmten Politik sich zwischen den Par-eien zu behaupten vermochte, die polnische Lehnshoheit überPreußen beseitigte und im Frieden von Oliva die Anerkennung issower Souveränität in Preußen erreichte (A 247).

fola Ehrend des Krieges und mehr noch in den auf den Friedensschluß N°^d»in-genden Jahren nahmen die schon begonnenen inneren Reformen einenWeber-Baldamus, Weltgeschichte. 21. Aufl. III. 34