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Drittes Kapitel: Deutschland von 1648 bis 1700.
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während der Regierung des Kurfürsten auf das siebenfache. — Die Ver-waltung lag in den Händen der Kreiskommissare (die Kreise waren Wahl-bezirke der Ritterschaft für die Ausschußlandtage), deren Ernennung ursprünglichvon den Ständen, allmählich aber nach Vorschlag der Stände durch den Kur-fürsten erfolgte: sie wurden also aus ständischen staatliche Beamte und hießenseit 1701 Landräte. Für die Militärverwaltung wurden den Kreiskommissarendie Oberkriegskommissare übergeordnet und diesen wieder der Generalkommissar.In den Städten wurde für die Akzise ein Steuerkommissar als landesherrlicher,ein Akzisendirektor als städtischer Beamter bestellt. Die Verwaltung der Do-mänen und der Regalien geschah durch die Kammer, an deren Spitze ein Hof-kammerpräsident stand. Zentralstelle der gesamten Regierung war der GeheimeRat, bei dem seit 1651 neunzehn Departements bestanden; dem Kurfürstenunmittelbar zur Seite stand das Geheime Kabinett. Alles in allem wurde derständische Einfluß auf die Verwaltung allmählich zurückgedrängt,doch behauptete die Ritterschaft den Bauern gegenüber alle ihre gutsherrlichenund patrimonialen Rechte.
Der wirtschaftlichen Entwicklung seines Landes wandte der Kurfürstgroßes Interesse zu; er huldigte den Anschauungen des Merkantilismus, aberohne die der Landwirtschaft schädliche Einseitigkeit (Z 266). Er war bemüht,die Bodenkultur in den verwüsteten Marken wieder zu heben, zog dazu auchviele fremde Kolonisten, namentlich Holländer ins Land, unterstützte sie beiAnschaffung ihres Inventars und gewährte ihnen Steuerfreiheit für einigeJahre; auf der „Holländerei" der Kurfürstin bei Berlin wurden die erstenKartoffeln in der Mark angebaut. Daß auch die Städte wieder aufblühten,beweist am besten der wachsende Ertrag der Akzise. Der Kurfürst suchte dasheimische Gewerbe durch Einfuhrverbote zu heben; sehr wertvoll für die Ent-wicklung der Industrie war auch die Aufnahme flüchtiger Hugenotten (Z 278).Den Handel förderte der Kurfürst durch den Bau von Straßen, durch dieAnlegung des Friedrich-Wilhelm-Kanals, durch den der Handel von Schlesiennach der Nordsee über Berlin geleitet wurde, und durch Einrichtung einer vonMernel bis Kleve gehenden Reitpost. Wirkten hierbei die in Holland empfangenenAnregungen nach, so auch bei dem Gedanken, sein Land am Welthandel teil-nehmen zu lassen (Z 301). Dazu schuf er zuerst eine kleine brandenburgische»kotte; sie bestand 1664 aus zwei, 1677 während des schwedischen Krieges(8 300) aus 18 Schiffen. Einen Teil davon hatte der Kurfürst von demHolländer Benjamin Raule gemietet; als er diesem dann 1684 neue Kriegs-schiffe abkaufte, war die brandenburgische Flotte gegründet.
. Auf kirchlichem Gebiete vertrat der Kurfürst den Grundsatz der gegen-seitigen Duldung der Konfessionen. Die Gleichberechtigung der Reformiertenletzte er trotz des Widerstandes, den ihm in Preußen und in den Marken die^sttheraner bereiteten, durch, doch scheiterte der Versuch, einen Ausgleich zwischen"erden Bekenntnissen herbeizuführen; zu den widerspenstigen Geistlichen gehörte""ch der als Liederdichter berühmte Paul Gerhardt, der aus Berlin weichenbiußte (tz 254). Die katholische Kirche ließ er in dem Stande, in der er sieb°^efunden. Den vertriebenen Hugenotten gewährte er Aufnahme; sie haben"tzch das geistige Leben in Brandenburg befruchtet. Auch sonst hat er fürgeistige Bildung manches getan, z. B. durch die Fürsorge für die höherenchulen Berlins und durch Berufung Samuel Pufendorfs (ß 364).
^00. Der Krieg gegen Frankreich und Schweden. Die innererastjgung seines Staates gab nun dem Kurfürsten die Möglichkeit zu^kräftigen äußeren Politik. Nach 1660 hielt er sich zunächst vonvvtzeren Unternehmungen fern. Er sandte ein Hilfskorps zu dem erstenN Ankriege Leopolds (Z 303), beendigte den langen Streit mit Pfalz-ceuberg über die Jülich-Klevische Erbschaft durch einen Vertrag, der die
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Verwaltung
Wirtschafts-
politik
1685
1662—1663
1654
Kirchenpoli-
ttt
AuswärtigePolitik bis1672
1663