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Viertes Buch: Das Zeitalter des Absolutismus (1660—1740).
§ 310.
Ebeleben, von denen Arnstadt 1669, Ebeleben 1681 wieder erlosch. Sondershansen wurde1697 vom Kaiser zum Reichsfürstentum erhoben; dasselbe geschah für Rudolstadt 1711.Dagegen protestierte Knrsachsen als Lehnsherr, verzichtete aber dann in dem Hauptrezeßvon 1719 auf feine Lehnshoheit.
Nsuß In Reust teilten 1564 die drei Söhne Heinrichs XVI. (4 1835) und stifteten dieältere (Untergreiz), mittlere (Obergreiz) und jüngere (Gera) Linie, von denen aber die mittlere1616 wieder erlosch. Beide Linien wurden 1673 in den ReichSgrafenstand erhoben undhaben noch vielfach geteilt. Heinrich XI. vereinigte 1768 wieder alle Besitzungen der älterenLinie (Grciz) und wurde 1778 Reichsfürst. In der jüngeren Linie, die 1647 in Gera,Saalburg (Schleiz) und Lobenstein zerfiel, hat erst 1848 die Linie Schleiz, die 1806 dieFürstenwürde erhielt, alle Besitzungen vereinigt (Gera erlosch 1802, Lobenstein-Ebersdorfverzichtete 1848, erlosch 1853), doch besteht noch eine nicht regierende Linie Reuß-Köstritz.
Anhalt Das Haus Askanien besaß im Anfang der Neuzeit noch Sachsen-Lauenburg und An-halt. Sachsen-Lauenburg erlosch 1689, und das Gebiet fiel an Hannover. In Anhaltentstanden 1603 die Linien Dessau, Bernbnrg, Plötzkau, Köthen und Zerbst. Als Käthen1665. ausstarb, folgte hier die Plötzkauer Linie und überliest Plötzkau an Bernburg. DerDessauer Linie gehörten an Johann Georg II. und Leopold I., der alte Dessauer, die sichim brandenburgischen Dienste hervorgetan haben (8 299, 350). Da die Zerbster Linie 1793(das von ihr 1667 erworbene Jeder fiel an die Zarin Katharina II. von Rußland, dieSchwester deS letzten Fürsten von Anhalt-Zerbst) ausstarb, die Köthener 1818, die Bern-burger 1863 erlosch, vereinigte schließlich die Dessauer Linie ganz Anhalt; alle Linien hatten1806 und 1807 die Herzogswürde erhalten.
Meckl-»- 8 310. Mecklenburg, Oldenburg, Vraunschweig, Hannover, Nassau, Hessen,Waldeck, Lippe. In Mecklenburg (Stammbaum 15) bestanden 1611 unter Adolf Fried-rich I. und Johann Albrecht II. (es sind das die Herzöge, die 1628 durch Wallenstein ab-gesetzt und 1632 wieder eingesetzt wurden) die Linien Schwerin und Güstrow, von denen dieletztere 1695 erlosch. Die Schweriner Linie zerfiel nach Adolf Friedrichs Tode (1658) in dieLinien Schwerin, Grabow und Strelitz. Als Christian Ludwig von Schwerin 1692 ohneErben starb, folgte ihm Friedrich Wilhelm von Grabow, doch erhob dagegen Adolf Fried-rich II. von Strelitz Protest. Der Streit, in dem der Kaiser für den Grabower, Schweden,Brandenburg und Hannover für den Strelitzer eintraten, endete 1701 durch den HamburgerTeilungsvertrag, in dem Friedrich Wilhelm Schwerin und Güstrow behielt, AdolfFriedrich II. zu Strelitz noch Ratzeburg erhielt. Beide Linien erhielten 1815 die groß-herzogliche Würde.
Oldsn- Bon den Söhnen Dietrichs des Glücklichen von Oldenburg (Stammbaum 5)wurde der älteste, Christian I-, der 1448 den dänischen Thron bestieg und 1460 Schleswig-Holstein erhielt, der Stammvater der königlich dänischen Linie; der jüngere, Gerhard, folgtein Oldenburg. Die dänische Linie spaltete sich durch die Teilung Schleswig-Holsteins(1544 und 1580) in die königliche Linie, von der sich noch mehrere Nebenlinien (besondersSonderburg-Augustenburg, Beck-Glücksburg, Glücksburg, Plön) abzweigten, und die herzog-liche (Holstein-Gottorp). Die gräflich-oldenburgische Linie erlosch 1667; das Land kaman Dänemark, doch wurden andere Ansprüche erst 1676 beseitigt (8 312). Das 1575 mitOldenburg vereinigte Jeder fiel 1667 an Anhalt-Zerbst und dann durch Katharina II. 1793an Rußland. Aus der Linie Holstein-Gottorp stammte Adolf Friedrich, der 1751König von Schweden wurde (8 345), und Zar Peter III. von Rußland (1762, 8 390).Des letzteren Sohn, Zar Paul l., überließ Holstein 1773 an Dänemark und erhielt dafürOldenburg, schenkte dies aber sofort seinem Holstein-Gottorper Verwandten Friedrich August-Seitdem ist Oldenburg (nunmehr als Herzogtum) wieder von Dänemark getrennt; 1829 wurdees Großherzogtum.
Braun- Das welfische Haus (Stammbaum 11) zerfiel im Anfang des 16. Jahrhunderts in
Hannover die Linie Grubenhagen und in die durch die mittlere Teilung (1409) entstandenen LinienMittel-Lüneburg und Mittel-Braunschweig (Wolfenbüttel)(II, 8 321); von letztererhatte sich noch eine Linie Calemberg abgeweigt, die bis 1584 bestand. Die Linie Gruben-hagen erlosch 1596, die Linie Mittel-Braunschweig (ihr gehörte Heinrich II, der Gegner derReformation an, 8 60) 1634. Durch die neue Teilung (1685) entstanden nun innerhalbder Linie Mittel-Lüneburg die Linien Neu-Braunschweig (Braunschweig-Wolfenbüttel)und Neu-Lüneburg (Braunschweig-Lüneburg), deren gemeinsamer Stammvater Ernstder Bekenner (f 1546), ein eifriger Förderer der Reformation, war. Die erstere starb1884 aus, die letztere erlangte 1692 die Kurfürstenwürde (Hannover) und bestieg 1714 denenglischen Thron (8 341). Die Personalunion mit England dauerte bis 1837 ; Hannoverwurde 1815 Königreich und fiel 1866 an Preußen.