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Viertes Buch: Das Zeitalter des Absolutismus (1660—1740).
Z 312.
Hatte schon sein Großvater Karl III. Wilhelm, der Gründer von Karlsruhe (1715), seinenStaat sehr gehoben, so geschah das noch weit mehr durch die treffliche Regierung KarlFriedrichs, durch den Baden zu einem Art Musterstaat wurde.
Hohen- Die Grasen von Hohenzollern (Stammbaum 8 t>) zerfielen seit 1576 in die Linien^ Hechingen, Sigmaringen und Haigerloch. Die letztere erlosch 1634, die beidenandern wurden 1623 in den Reichsfürstenstand erhoben und traten 1849 ihre Lande anPreußen ab. Die Linie Hechingen starb 1869 aus; die Linie Sigmaringen besteht noch, ihrentstammt König Karl von Rumänien.
Lothringen In Lothringen (Stammbanm 16) regierte seit 1508 Anton, der Stifter der deutschenLinie seines Hauses (II, Z 321, Stammbaum XII). Er war ein Gegner der ReformationKarin.(NI.) und nahm teil an dem Kampfe gegen die Bauern (8 40). Unter seinem Enkel Karl II. (III.),IS45-IS08 ^ Claudia, einer Tochter Heinrichs II. von Frankreich, vermählt war, setzten sichdie Franzosen durch die Erwerbung von Metz, Toul und Verdun inmitten seines Landessest; damit beginnt ihr Streben, sich auch Lothringens zu bemächtigen. Da Karl III. (IV.)iWz-is?L seinem Schwager Gaston von Orleans gegen Ludwig XIII. einem Rückhalt gewährteund den Kaiser gegen die mit Frankreich verbündeten Schweden unterstützte, so wurdeLothringen 1634 von Frankreich besetzt (8 219). Der Herzog übergab darauf seinemBruder Franz die Regierung und verließ das Land, um in fast abenteuernder Weise baldhier bald dort im Dienste der Habsburgischen Politik die Franzosen zu bekämpfen. Durchden Pyrenäenfrieden (1659) erhielt er sein Land zurück, mußte aber 1661 einige Abtretungenan Frankreich machen (8 268). Da ihm die Verhaftung durch die Franzosen drohte, verließer 1670 das Land wieder, das abermals von den Franzosen besetzt wurde (8 270).Er nahm nun an dem zweiten Raubkriege teil (8 272) und starb 1675; Lothringen hatteunter seiner Regierung furchtbar zu leiden, aber er hat doch ehrenwert gegen den über-mächtigen Nachbar gerungen und hat verhindert, daß Lothringen schon damals eine BeuteKarl iv. <v.> Frankreichs wurde. Sein Neffe Karl IV. (V.) setzte die Feindschaft gegen Frankreich fort,^ blieb auch nach dem Nymweger Frieden in Wien (8 273), vermählte sich mit Eleonore, derSchwester Leopolds I., und bewährte sich als kaiserlicher Feldherr gegen die Türken. SeinLeopold Land hat erst sein Sohn Leopold durch den Rhswyker Frieden (8 283) zurückerhalten,^ram iil. 3hm folgte sein Sohn Franz III. Stephan; auf Grund des Wiener Friedens (8 332)Stephan' willigte dieser in die Abtretung Lothringens an Stanislans Leszczynski, erhielt da-I7W-1736 ^ Toskana und wurde als Gemahl der Maria Theresia römisch-deutscher Kaiser. StanislansLeSzczyiE stand natürlich ganz unter französischem Einfluß; nach seinem Tode fiel Lothringen an17 S 6 —1766 Frankreich.
Viertes Kapitel.
Der Norden und Osten Europas bis 1700.
Lkandinavien und polen.
Art-drumi. § 312. Dänemark als unumschränkte Monarchie (1648—1699). DasJahr 1660, das den Krieg gegen Schweden beendete (Z 247), leitete fürdie innere Entwicklung Dänemarks den dem herrschenden Zeitgeist ent-sprechenden Sieg der absoluten Monarchie ein.
schon gesagt, wurde zunächst durch das Zusammenwirken von Königund Bürgertum die Wahlmonarchie in eine Erbmonarchie umgewandelt (ß 248).Dieser gegen die übermäßig große Macht des Adels gerichtete Schlag wurdeergänzt durch die Abschaffung der Domanialpachtungen und durch die Rücknahmeder Krongüter sowie durch die Heranziehung von Bürgerlichen für die hohenRegierungskollegien. Den Abschluß der Verfassungsänderung brachte das 1665von dem Kanzleisekretär Peter Schumacher verfaßte, aber erst 1670 bei der Krö-. 1665,1670 nung des neuen Königs veröffentlichte Königsgesetz: darin verpflichtete derKönig alle seine Nachfolger, die absolute Königsgewalt unverbrüchlich zu wahren,bei dem lutherischen Glauben zu beharren und daran festzuhalten, daß die Kronein der männlichen und nach deren Absterben auch in der weiblichen Linieerblich sei.