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Dritter Band.
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Viertes Buch: Das Zeitalter des Absolutismus (1660—1740).

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Philipp V. wurde als König ausgerufen und erschien Anfang des nächstenJa». iM Jahres in Spanien, von den Spaniern als Vertreter der nationalen Ein-heitsidee jubelnd begrüßt.

^ntiftanM- Damit war ein Krieg zwischen Frankreich und Österreich unvermeidlichschen Allianz geworden. Der Kaiser hatte zunächst für sich von den Reichsfürsten haupt-sächlich Hannover, dessen von vielen Fürsten bestrittene Kurwürde (8 282)nur durch den Kaiser durchgesetzt werden konnte, und Preußen, das fürAnerkennung der Königskrone Hilfe zusagte (8 302). Wichtiger aber warnatürlich, wie sich die Seemächte verhalten würden. Hier waren zwarWilhelm III. und Heinsius (8 292), die sich durch Verletzung des Teilungs-vertrages von Ludwig XIV. betrogen sahen, zum Kriege geneigt, bei derBevölkerung aber herrschte zunächst sehr wenig Kriegslust. Da führteder Übermut Ludwigs XIV. eine Wendung herbei. Er ließ sich vonMax Emannel von Bayern, der noch von Karl II. zum Statthalterder spanischen Niederlande ernannt worden war, die sogenannten Barriere-F°br. i7vi Festungen (§ 283) ausliefern, da ein Schutz der spanischen Niederlandegegen Frankreich jetzt keinen Sinn mehr habe. Ferner sandte er einHeer nach Mailand, schloß Bündnisse mit Max Emannel von Bayernund dessen Bruder, dem Erzbischof Joseph Clemens von Köln, behielt auchseinem Enkel Philipp ausdrücklich das Erbrecht in Frankreich vor, trafMaßregeln zugunsten des französischen Handels in den spanischen Kolonienund begünstigte nach wie vor den vertriebenen Jakob II. (8 289). Das allesänderte die Stimmung in Holland und England, und da nun außerdemPrinz Eugen den italienischen Feldzug erfolgreich eröffnete (Z 318), so?. S-pt. um kam im Haag die Große Allianz zwischen den Seemächten undÖsterreich zustande. Als ihr Zweck wurde festgesetzt die VerhinderungÄianz* kMr Vereinigung Spaniens und Frankreichs unter einem Herrscher, die" Eroberung Belgiens und der italienischen Besitzungen für Österreich, dieder Kolonien für England-Holland. Eine Verschiedenheit der Ziele laginsofern vor, als die Seemächte an sich Philipps V. spanische Thron-besteigung nicht bekämpften (nur sollte Spanien nie an Frankreich fallen),der Kaiser aber die spanische Krone für sein Haus erstrebte.

Unmittelbar nach diesem Abschluß erhöhte Ludwig den englischen Kriegs-eifer noch, indem er am Krankenbette Jakobs II. (ff 16. Dez. 1701) desseni7.S°xt.i7oi Sohn Jakob (III.) Eduard als englischen König anerkannte, obgleich kurzzuvor das englische Parlament die Thronfolge der Welsen beschlossen hatte(§ 289). Durch Ludwigs Vorgehen wurde der Stolz der Engländer tiefverletzt, und das war wichtig, weil Wilhelm III., die eigentlich treibendeKraft der Allianz, vor Beginn des großen, für die „Freiheit Europas"ig.MLrzi702 zu führenden Krieges starb. In England folgte die Königin Anna; aufsie übte ihre Freundin Sarah Jennings (Lady Marlborough) maßgebendenEinfluß aus; und deren Gemahl, Lord Marlborough, der Führerder Whigs, vertrat nun Wilhelms Ideen (8 290). Dasselbe tat inHolland Anton Heinsius; mit dem Prinzen Eugen zusammenbildeten sie das „europäische Triumvirat".

Deutschland Von den deutschen Fürsten standen, wie gesagt, Max Emannel von Bayern, demLudwig XIV. große Erwerbungen (die Pfalz, Belgien) und die KLnigswürde versprach, undder Erzbischof von Köln auf Seiten Frankreichs, Preußen und Hannover auf der des Kaisers;Sachsen wurde durch den Nordischen Krieg in Anspruch genommen (Z 321 ff.). Sonst regten28.Sept.i702 sich Neutralitütsbestrebungen, doch wurde schließlich derReichskrieg an Philipp von Spanien