§ 318. Fünftes Kapitel: Spanischer Erbfolgekrieg und Ende der französ. Vorherrschaft. 501
erklärt; außerdem schloß England mehrfach Subsidienverträge und nahm deutsche Söldnerin Dienst.
Z 318. Der Krieg bis zum ersten großen Erfolg der Verbündeten Ob-rita«-»(1704). Noch vor dem Abschluß der großen Allianz begann der Kriegin Oberitalien. Hier hatte Ludwig, auf dessen Seite auch die Herzögevon Savohen und Mantua standen, Mailand und Mantua besehen lassen. Ansang i?oiDa die Franzosen den Weg durch das Etschtal sperrten, führte Prinz .
Eugen seine Truppen auf sehr schwierigen Seitenwegen (durch das Vald'Arsa) in die Poebene. Er besiegte ein französisches Korps bei Carpi,s, Zu« i?»idrängte den Marschall Catinat ohne Schlacht nach Mailand zurück, be-siegte dessen Nachfolger, Marschall Villeroi, bei Chiari und nahm ihni.Sext.noiin Cremona gefangen. Trotz alledem gelang es dann dem neuen französi- s°br. 1702schen Oberfeldherrn, dem Marschall Vendöme, nach der unentschiedenenSchlacht bei Luzzara, Oberitalien zu behaupten, da die kaiserlichen 15.Aug.no2Truppen sehr schlecht versorgt wurden und Prinz Eugen Anfang desnächsten Jahres nach Wien ging, um als Vorsitzender des Hofkriegsrats nosdie jammervolle Heeresverwaltung zu bessern. In Italien trat an feineStelle Guido von Starhemberg.
Am Niederrhein hatte Joseph Clemens den Franzosen die Festungen M-berrhetnseines Erzbistums überlassen. Vor den anrückenden Holländern und iwiPreußen entwich er zwar nach Frankreich, sonst aber wurde bis 1703weder hier noch gegen die 1702 in Belgien einmarschierten Franzosen B-igie»ein entscheidender Schlag geführt. Selbst als Marlborough, nebenEugen der bedeutendste Feldherr der Zeit, den Oberbefehl übernahm,beschränkten sich die Erfolge auf die Einnahme einiger Städte (Bonn nosu. a.); er sah sich fortwährend gehindert durch die Lässigkeit der nieder-ländischen Behörden, überhaupt litt die Kriegführung der Allianz jetztund später unter vielköpfiger Zerfahrenheit, während Ludwig XIV. denVorteil der einheitlichen Führung hatte und trotz des gleichzeitigenCamisardenkrieges (H 278) eine große Tatkraft entfaltete.
So ging denn auch von Frankreich das erste größer angelegte Unter-nehmen aus. Am Mittel- und Oberrhein hatte der ReichsfeldherrLudwig von Baden, der berühmte Türkensieger (ß 307), die Grenz-wacht gegen die Franzosen an den von ihm angelegten StollhofenerLinien erfolgreich gehalten. Da begann in seinem Rücken Max Emanuel,mit dem der Kaiser bisher noch verhandelt hatte, den Krieg mit der Ein-nahme der Festung Ulm, und nun vermochte Marschall Villars durch S°xt. nvLdie Schwarzwaldpässe nach Bayern vorzudringen. Dieser Erfolg gab den nazAnstoß zu einem Doppelangriff auf Tirol, von Norden her durchfranzösisch-bayerische Truppen unter Max Emanuel, von Süden durch dieArmee Vendömes. Max Emanuel gelangte bis Innsbruck und hoffte s. Ju« nmschon Tirol für sich erwerben zu können. Da brach ein Volksaufstandlos: Max Emanuel mußte nach Bayern, Vendöme, der bis Trient ge-kommen war, nach Italien zurück. Wenn so dieser Vorstoß auf Tirolungeschlagen wurde, so behauptete sich Max Emanuel doch gegen die vomAh ein heranrückenden Reichstruppen in dem Treffen von Höchstädtso.S-xt.nosund eroberte Passau, während gleichzeitig die Franzosen am Rhein Fort-n 8»». notschritte machten.
. Seit der Eroberung Passaus waren die kaiserlichen Erblande un-unttelbar bedroht. Das aber war um so gefährlicher, als abermals ein
Weber-Baldamus, Weltgeschichte. 21. Ausl. III. 36