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Dritter Band.
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Viertes Buch: Das Zeitalter des Absolutismus (1660—1740).

8 314.

Aufstand in Ungarn ausgebrochen war. Die österreichische Regierungmachte wieder den Versuch, den Protestantismus zu unterdrücken, suchteeine Verwaltung nach deutsch-österreichischem Muster einzuführen und legteSteuern ohne Zustimmung der Stände auf. An die Spitze des dadurchbewirkten Aufstandes trat Franz II. Rakoczy, der Sohn Franz' I.und der Helene Zrinh (8 304, 307). Ludwig XIV. schien somit die Vor-teile zurückzugewinnen, die ihm früher die gegen seine Feinde gerichtetenRückenangriffe gewährt hatten (H 273, 280).

Savoy-n Günstig für ihn blieb auch die Lage in Oberitalien. ViktorAmadeus II. von Savoyen trat zwar, verletzt durch französischeN°v. ins Rücksichtslosigkeiten, der großen Allianz bei, obgleich er zwei Töchter mitbourbonischen Prinzen (Philipp V. und dessen Bruder Ludwig von Bour-gund) verheiratet hatte (Stammbaum 2 und 17); indes VendSme hattebereits die savohischen Truppen entwaffnet und fast das ganze Land be-Portugal setzt. — Noch vor Savoyen schloß sich Peter II. von Portugal denMai 1703 Feinden Frankreichs an. Es geschah das auf Betreiben Englands, dasden Handel mit Spanien behaupten und deshalb Spanien selbst erobernwollte. Dazu proklamierte es nun Leopolds Sohn als Karl III. zumKönig von Spanien. So günstig das für den Kaiser erscheinen mußte,so ging er hierauf doch nur ungern ein, weil er dabei England gegenüberfür sich und seinen ältesten Sohn Joseph auf Spanien verzichten mußte.

Portugal schloß damals mit England auch den nach dem englischen Gesandten Methven27.Dez. 1703genannten Methvenvertrag, durch den es in wirtschaftliche Abhängigkeit von Englandgeriet (Z 245).

Mundeten Am Anfang des Jahres 1704 war noch nirgends eine Entscheidungd-utfchland erfolgt, doch waren für den Kaiser die französisch-bayerische Stellung in1704 Süddeutschland und der Ungarnaufstand recht bedrohlich. Es wurde deshalbvereinbart, daß Prinz Eugen an Stelle Ludwigs von Baden die Ver-teidigung der Rheinlinie (Stollhosener Linien) übernehmen, Ludwigvon Baden und Marlborough die Franzosen und Bayern ausBayern verdrängen sollten. Vereint besiegten beide denn auch die Bayern2 . Ju» i704gin Schellenberge bei Donauwörth. Da nun aber der französischeMarschall Tallard Verstärkungen nach Bayern führte, marschierte auchEugen dorthin; und nun gewannen er und Marlborough überis. Aug. int und Franzosen den großen Sieg bei Höchstädt (oder Blind-

heim). Infolgedessen wichen die Franzosen und Max Emanuel über denRhein zurück; die Verbündeten folgten und eroberten Trier und Landau.Die Schlacht bei Höchstädt war der erste große Erfolg der Allianz; erbewirkte auch, daß der Kriegseifer in Holland stieg, und stärkte dieStellung Marlboroughs seinen toristischen Gegnern gegenüber.

Ungefähr um dieselbe Zeit errangen die Engländer in Spanien einenErfolg, dessen sie sich noch heute freuen. Der von ihnen proklamierteKönig Karl III. fuhr auf einer englisch-holländischen Flotte in Lissabonein, um von hier aus mit portugiesischer Hilfe einen Landangriff aufSpanien zu machen. Dieses Unternehmen hatte keinen Erfolg; dagegenlandete die englische Flotte unter Admiral Rooke an der Südspitze derHalbinsel, und hier bemächtigten sich die Engländer durch einen kühnen,von dem Prinzen Georg von Hessen-Darmstadt geleiteten Handstreich der21 . JE 1704 Festig Gibraltar. Eine französische Flotte, die den wichtigen Platzzurückerobern sollte, zog sich nach der unentschiedenen Seeschlacht bei

Einnahme v.Gibraltar