Band 
Dritter Band.
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568
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568 Wertes Buch- Das Zeitalter des Absolutismus (1660-1740). 8 322.

seiner Zusammenkunft mit August dem Starken (Z 316) seine Blicke aufE die schwedischen Ostseeprovinzen und schloß Frieden mit der Türkei, die^Starre" dabei Asow abtrat. Friedrich August II. (der Starke) vou Polen undiM-iM Sachsen trachtete nach dem Besitze von Livland und wurde darin bestärkt .durch Reinhold Patkul, der unter Hinweis auf die Unzufriedenheit deslivländischen Adels (8 313) die Eroberung für leicht erklärte. Der Dänen-^« 99-1730 Friedrich IV., hoffte die durch den Frieden von Kopenhagen(8 247) eingebüßten Landschaften wiederzugewinnen und zugleich das demHerzog Friedrich IV. von Holstein-Gottorp, einem Schwager Karls XII.,gehörige Schleswig (8 312) zu erobern.

LL?" § 322. Karls XII. Siegeszüge bis 1704. Nach Abschluß der Bünd-nisse rückte Friedrich August mit einem sächsischen Heer an die Grenzevon Livland und bedrohte Riga, indes die Russen Anstalten trafen, inEsthland einzufallen, und Friedrich IV. den Herzog von Holstein-Gottorpmit Krieg überzog. Aber wie erstaunte Europa, als der junge Schweden-Dimemari könig plötzlich große Tatkraft entwickelte! Schnell setzte er mit seinemi7vo tapfern Kriegsherr und einer durch englische und holländische Schiffe ver-mehrten Flotte nach der Insel Seeland über, marschierte gegen Kopen-hagen und verbreitete, wie einst Karl X. (8 247), solchen Schrecken unteri8. Aug. i7vo den Dänen, daß König Friedrich nach wenigen Wochen im Frieden vonTravendahl dem Bündnis gegen Schweden entsagte und die Selbst-ständigkeit des Herzogs von Holstein anerkannte.

^Rußland" Nach diesem Erfolge richtete Karl seine Waffen mit gleicher Schnellig-und P°l°n xeit gxgxn seine anderen Feinde. Mit achttausend Mann schlug er dasM.No». i7oo etwa fünfmal stärkere Heer der Russen vor Narwa (an der GrenzeEsthlands), nutzte nun aber den Sieg nicht aus, weil er die Russen unter-schätzte und vorerst den Polenkönig züchtigen wollte. Deshalb zog er im1701 nächsten Jahre durch Livland, überschritt unterhalb Riga die Düna, ohnedaß die Sachsen ihn aufhalten konnten, besetzte Kurland und bedrohte diePolen mit einem Kriege, wenn sie nicht ihren König absetzen würden. Diepolnische „Republik" erklärte, daß sie Friedrich Augusts Einfall in Liv-land weder gebilligt noch unterstützt habe, wies aber die Forderung desSchwedenkönigs zurück und bat um Anerkennung ihrer Neutralität.Allein Karl beharrte bei seinem Vorhaben, den Kurfürsten von Sachsender polnischen Krone zu berauben. Ohne sich auf Unterhandlungen mitihm einzulassen, rückte er in Polen ein und hielt in kurzer Zeit seinenMai 1702 Einzug in Warschau. August gelang es nun mit einigen Adelshäupterneine Konföderation zu schließen, indes Karl XII. siegte bei Klisso w überis. JE 1702 das sächsisch-polnische Heer (ein Sieg, der seinem Schwager, dem HerzogFriedrich von Holstein-Gottorp, das Leben kostete) und nahm auch Kra kau-Darauf verfolgte er seinen Gegner nach Polnisch-Preußen, alle Friedens-i. Ma> i7os antrüge Friedrich Augusts zurückweisend, siegte über die Sachsen beiPultusk und brachte den größten Teil der Republik in seine Gewalt,so daß er nun die Entthronung des Kurfürsten mit mehr Erfolg be-treiben konnte. Die den Sachsen feindlich gesinnte Partei, zu der jetztauch der Kardinal Primas Radziejowski übertrat, erklärte auf einemis.F°br.i704Reichstage (Konföderation) zu Warschau den König AugustII.(derStarke)der Krone verlustig, weil er Polen in einen unheilvollen Krieg verwickeltund gegen die Kapitulation (8 314) sächsische Truppen ins Land gezogenhabe. Hierauf wurde in einer von schwedischen Soldaten umstellten Wahl-