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Überschau und Vorblick.
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die Aufklärungsideen das öffentliche Leben beherrschten, England und NNm"-Preußen, auch politisch einen gewaltigen Aufschwung nahmen. Dasaber bedeutet ein Aufsteigen der germanisch-protestantischenKräfte; und hier wieder muß daran erinnert werden, daß die Auf-klärung ihre Wurzeln in dem protestantischen, also germanischen Indivi-dualismus hat. Dieser Aufschwung aber ist verbunden mit einer neuenGruppierung der europäischen Staaten.
Mit dem Jahre 1740 trat an die europäische Politik, die seit dem^-umU«,Ende des Spanischen Erbfolgekrieges und des Nordischen Krieges von demim ganzen doch kleinlichen und ängstlichen Streben nach Erhaltung desGleichgewichts gelebt hatte, wieder eine große Frage heran, die Frage der ..österreichischen Erbschaft. Es handelte sich darum, ob der öfter-reichisch-ungarische Staat der deutschen Habsburger ungeteilt bleiben oderin ähnlicher Weise zerschlagen werden sollte, wie das Reich der spanischenHabsburger; zugleich mußte damit entschieden werden, ob Österreich alsGroßmacht erhalten blieb oder nicht. Diese an sich schon wichtige Frageerhielt nun eine noch größere Bedeutung, weil sich mit ihr die Fragedes deutschen Dualismus verband: die Frage, ob das junge König-sch?Duaas-reich Preußen eintreten solle in die Reihe der europäischenGroßmächte. Bei der österreichischen Erbfrage machten sich zunächstdie alten europäischen Gegensätze geltend. Frankreich, der alteFeinddes HausesHabsburg, vereinigte sich mit Bayern, seinem „ältesten »>Fra»lre,ch-Verbündeten in Deutschland", um Bayern zu einem Österreich ebenbürtigen, Erreichaber doch auf Frankreich angewiesenen Staate zu erheben und Österreichendgültig zu schwächen. Demgegenüber hatte Österreich in E n g l a n deinen Verbündeten, das wie Österreich alter Gegner FrankreichsWar, auch im Spanischen Erbsolgekriege gegen Frankreich gekämpft undzugleich seine selbstgewählte Dynastie, also seine Unabhängigkeit und feineVerfassung, gegen die von Frankreich unterstützten Stuarts verteidigte.Friedrich der Große aber griff im Vertrauen auf die innere Kraft seines Aussigen ^Staates mit fester Hand zu und bemächtigte sich des österreichischenSchlesiens; er wurde dadurch von selbst der Verbündete Frankreichs. DerZweck des österreichischen Erbfolgekrieges, die Zerschlagung Österreichs,
Wurde nicht erreicht, doch behauptete Preußen in zwei Kriegen die ProvinzSchlesien.
Mit dieser Betätigung seiner Kraft erhob sich Preußen, dessen König,wie wir wissen, zugleich der Vertreter der neuen Geistesbewegung war, gA°«zur europäischen Großmacht. Das bedeutete eine Störung der bis-gruppier»««herigen europäischen Machtverhältnisse; da nun solche Störungen immer un- wen MW)ungenehm empfunden werden, so entsteht in solcher Lage leicht eine gegenmn aufstrebenden Staat gerichtete Bündnis-(Einkreisungs)Politik.
Sie nimmt natürlich ihren Ausgangspunkt, von dem Staate, der sich amweiften geschädigt sieht. Das aber war Österreich, das nicht nur einewertvolle Provinz verloren, sondern auch einen ebenbürtigen Rivalenkur seine deutsche Vormachtstellung erhalten hatte. Es bemühte sich des-halb, Preußen von seiner Höhe wieder herabzustürzen, und suchte und fanddafür Bundesgenossen in Rußland, Sachsen und — Frankreich.
Von diesen Verbindungen ist die wichtigste die Österreichsud Frankreichs. Da die Feindschaft dieser beiden Staaten jahr-hundertelang der festeste Punkt der europäischen Lage gewesen war, so