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Dritter Band.
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Fünftes Buch: Das Zeitalter des aufgeklärten Absolutismus.

8 378.

Englisch-

französischer

Gegensatz

England u.Preußen

Preußen undFrankreich

Englisch-

französischer

Kolonial-

krieg

1151

1754

S. Juni I7ö5

Sachsens verschuldet war sZ 177s, konnte an ihrer Nachwirkung nichts ändern) auf denAnschluß an Österreich hinwies, so schien dieser auch im Hinblick auf die Aussichten Vorteil-haft, die ein Sieg an der Seite Österreichs eröffnete. Sachsen hat Wohl nach Süden einenatürliche Grenze (Erzgebirge), nicht aber nach Norden; zudem weisen dorthin die Flüssedes Landes. Eine Vergrößerung Sachsens konnte verständigerweise nur nach Norden hinin Frage kommen, also auf Kosten Preußens; und dabei fiel noch ins Gewicht, daß Magdeburgund Halberstadt schon früher von Sachsen erstrebt worden waren. Alles in allem istdie antipreußische Politik Brühls sachlich nicht unverständlich; der Erfolg hat gegen siegesprochen, aber für den Anschluß an Preußen war die Zeit noch nicht reif. Dazu gehörteerst der Verzicht auf die Rivalität und die Erkenntnis, daß mit diesem Anschluß dienationale Erneuerung Deutschlands verbunden sein würde.

Z 378. Preußens Stellung zu England und Frankreich. DerAllsbruch des französisch-englischen Kolonialkrieges. Neben dem öster-reichisch-preußischen Gegensatz stand, wie gesagt (tz 374), als durch denAachener Frieden nicht beigelegt, die Feindschaft zwischen Englandund Frankreich, die auch durch das Vorgehen Dupleix' in Indien(ß 410) neue Nahrung erhielt. Vom österreichischen Erbfolgekriege herwar dabei England mit Österreich, Frankreich mit Preußen verbündet,und bis 1755 schien es, als ob diese Bündnisse bei einem neuen öster-reichisch-preußischen Kriege bestehen bleiben würden.

Zwischen Georg II. von England und Friedrich dem Großen (zwischen Oheim undNeffen, die in demselben Grade verwandt waren sStammbaum 8a, 3, 11), wie später KönigEduard VII. und Kaiser Wilhelm II.) herrschte eine starke persönliche Verstimmung.Georg II. sah in dem Aufsteigen Preußens eine Schädigung Hannovers und hatte sich mitdem preußischen Erfolge in Ostfriesland G 372) noch nicht ausgesöhnt. Mit England alsStaat bestand noch ein besonderer Streitfall. Während des letzten Seekrieges hatten dieEngländer viele preußische Handelsschiffe gekapert nach dem Grundsätze, daß alles Gutder Untertanen des Feindes, auch wenn es auf neutralen Schiffen verfrachtet wurde, gutePrise sei. Dem stellte Friedrich den (heute anerkannten) Satz entgegen, daß die Flagge dieLadung decke mit Ausnahme von Kriegskonterbande, und verlangte die Herausgabe der ge-kaperten Schiffe. Als das verweigert wurde, hielt Friedrich den Rest einer an Englandzurückzuzahlenden schlesischen Anleihe zurück. Seit 1750 war auch zwischen Berlin undLondon, wie gleichzeitig zwischen Petersburg und Berlin (A 377), der diplomatische Verkehrabgebrochen; 1751 sandte Friedrich sogar einen schottischen Emigranten, einen Anhänger desHauses Stuart, als Gesandten nach Paris, ein Schritt, der in London als direkte Beleidigungempfunden werden mußte. (Um das zu würdigen, vergegenwärtige man sich, was es bedeutethätte, wenn England nach 1866 einen hannöverschen Welsen als Botschafter nach Parisgeschickt Hütte).

Auf der anderen Seite stand Friedrich mit Frankreich sehr gut. Der Versuch desGrafen Kaunitz, der von 1750 bis 1752 Botschafter in Paris war, das französisch-preußischeBündnis zu sprengen, scheiterte; und er riet damals seiner Kaiserin, ehrlich auf Schlesienzu verzichten und mit Preußen Freundschaft zu schließen.

Da brach in Nordamerika der Krieg zwischen den engli-schen und französischen Kolonisten aus. Seit dem UtrechterFrieden (8 320) war die Küste Nordamerikas von der Grenze des spanischenFlorida bis zum Südufer der Lorenzbai englisch; französisch war dagegenCanada und das Mississippigebiet. Damit waren die englischen Kolonienin Gefahr, vom Hinterlande abgeschnitten zu werden; die französischenKolonisten drangen im Ohiotale aufwärts, und in unmittelbarer Nähedes englischen Gebiets wurde Fort Duquesne gegründet. Hier stießen nundie englischen und französischen Kolonisten feindlich zusammen; GeorgWashington lieferte hier mit virginischen Milizen den Franzosen einGefecht, in dem er geschlagen wurde. Aus diesen Kolonistenkämpfenwurde ein Krieg der beiden Staaten, als die Engländer ohne Kriegs-erklärung Lei Neufundland zwei französische Schiffe wegnahmen und biszum Ende des Jahres 300 französische Kauffahrer kaperten. Frankreich