8 384. Zweites Kapitel: Der Siebenjähr. Krieg u. der englisch-französische Kolonialkrieg. 701
Friedrich von Schlesien nordwärts und besiegte sie in der blutigenSchlacht bei Zorndorf, die in der Hauptsache durch die von Sehdlitz ^chlach^b-igeleiteten Reiterangriffe gewonnen wurde. Die Russen zogen nach Polen ab; 2 s.A»g.nL 8Friedrich konnte ihnen jedoch nicht folgen, da Dann Friedrichs AbmarschZUM Einfall nach Sachsen benutzt hatte und die Österreicher außerdem inOberschlesien eingerückt waren.
Friedrich wandte sich deshalb schnell nach Sachsen, vermochte aberDann nicht aus seiner sehr festen Stellung bei Stolpen herauszulocken, Österreicherund doch hätte er gern einen Schlag gegen Dann geführt, um sich derRettung Schlesiens zuwenden zu können. Da nahm Daun, um den Königan einem Marsch nach Schlesien zu hindern, am Czernebohgebirge (unweit 7. on.Bautzen) eine feste Stellung; Friedrich wagte es, angesichts des Feindes w. ou.am Fuße des Gebirges ein Lager bei Hochkirch aufzuschlagen. SeineStellung war so ungünstig, daß seine Generale dringend zum Abmarschrieten; schon war dieser beschlossen, als Daun und Laudon in dem ÜberfallbonHochkirch Friedrich eine empfindliche Niederlage bereiteten. Friedrich O«.konnte indes seine Truppen in guter Ordnung aus der Schlacht heraus-führen und seine eigentlichen Absichten durchsetzen. Er marschierte nachSchlesien, wo sein Nahen genügte, um Neiße und Kosel zu entsetzen, kehrtedarauf schnell um und hinderte Daun an einem Angriff auf Dresden.
Wie 1757, so hat auch 1758 Friedrich die größte Bewunderung erregt durch dieSchnelligkeit, mit der er stets an der am meisten gefährdeten Stelle des Kriegsschauplatzeserschien. Besonders bewundernswert aber war es, daß er nach der Hochkircher Niederlagestrategisch seinen Gegnern überlegen blieb. — Das alles machte in Paris den tiefsten Eindruck,und da die Franzosen gleichzeitig auch im Seekriege Verluste erlitten (Z 387), so suchte derÄbbe Bernis Friedensverhandlungen anzuknüpfen. Indes noch war der Einfluß der Pom-Padour zu groß: Bernis wurde durch den Herzog von Choiseul ersetzt. So blieb das Dez. 1758Kriegsbündnis mit Österreich bestehen, doch wurden die Verpflichtungen Frankreichs, ver-glichen mit dem Vertrage von 1757, eingeschränkt steine Subsidien mehr an Österreich),dafür aber wurden auch seine Ansprüche auf die Niederlande nicht mehr erwähnt.
8 384. Das Jahr 1759. Friedrichs Bedrängnis. In den ersten s°Aug w,Tagen des neuen Jahres besetzte die französische Südarmee die StadtFrankfurt a. M. im Einverständnis mit dem Stadtschultheiß Textors.Zan.i7N(Goethes Großvater) und österreichisch gesinnten Stadträten. FerdinandBraunschweig wollte die Stadt zurückerobern, wurde aber vonkuarschall Broglie (Soubises Nachfolger) bei Bergen (unweit Frankfurt) m.geschlagen. Als dann die Nordarmee unter Contades, von Wesel ausErbringend, ihn in ähnlicher Weise im Rücken bedrohte, wie im vorigenJahre die Südarmee, mußte Ferdinand zurück, gewann jedoch über die^reinigten Truppen Broglies und Contades' den Sieg bei Minden. ^«4^»Damit behauptete er im Westen das Übergewicht und konnte sogar12000 Mann zu Friedrich senden.
Sehr ungünstig für Friedrich verlief dagegen der Feldzug auf dem T°(dz>w imÖstlichen Kriegsschauplätze. War Friedrich schon im vorigen Jahre seitVorstoße nach Mähren in die Defensive gedrängt worden, so mußte erllch jetzt twn vornherein auf die Defensive beschränken. Es galt, die Ver-fügung der unter Soltikow der mittleren Oder zuziehenden Russen-alt den unter Daun in Nordböhmen stehenden Österreichern und derengemeinschaftlichen Angriff auf die Mark Brandenburg zu verhindern,selmi ^ übertrug den Schutz Sachsens seinem Bruder Heinrich, nahmibst Daun gegenüber bei Landshut Stellung und sandte gegen die Russen
Feldzugs-
pläne