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Fünftes Buch: Das Zeitalter des aufgeklärten Absolutismus.
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m'volnischs Während nun hier die Revolution ausbrach, machte sich in OsteuropaKrage das schon erwähnte russisch-österreichische Bündnis geltend. Esbedeutete eine vollständige Verschiebung der Lage, da es die bisherigeRivalität Österreichs und Rußlands aus der Balkanhalbinsel aufhob undan seine Stelle den Gedanken der Teilung der Balkanhalbinselin eine österreichische und eine russische Machtsphäre setzte,ein Gedanke, der bis heute nicht wieder geschwunden ist. Unter diesemGedanken steht der zweite Türkenkrieg Katharinas: seine Erfolgewären noch größer gewesen, als sie waren, wenn nicht Josephs II. Reform-tätigkeit zu inneren Konflikten geführt hätte. Die Aufgabe aller großenZiele Josephs nach dessen Tode machte die Vermittlerrolle Preußens unnötigund zwang das isolierte Rußland, sich mit geringem Gewinn zu begnügen.Dafür winkte Rußland Entschädigung in Polen. Da Österreich undPreußen in den Krieg gegen die französische Revolution verwickelt waren,schien die russische Politik in Polen freie Hand zu haben. Rußlandnutzte diese Lage aus, mußte aber doch den Nachbarn, die sich nicht zutief in den französischen Krieg einließen, Anteil an der polnischen Beutezugestehen. Alles in allem aber hatte Rußland einen gewaltigenAufschwung als europäische Großmacht genommen.
Rußland, die erste Teilung Polens und der erste Türken-krieg Ratharinas.
§ 39V. Elisabeth und Peter III. War schon der Ausgang desSiebenjährigen Krieges sehr wesentlich bestimmt worden durch die HaltungRußlands, so trat dieser Staat bei den nächsten großen Fragen dereuropäischen Politik, der polnischen und orientalischen, noch viel maß-gebender hervor. Seit der Thronbesteigung Katharinas II. wurde nämlichdie russische Politik wieder von großen sachlichen Zielen bestimmt, währendsie vorher unter dem Einfluß persönlicher Stimmungen und Jntrigengestanden hatte.
Wir wissen, daß die bis dahin wegen ihrer geistigen Minderwertigkeit und wegen ihressittenlosen Lebenswandels allgemein mißachtete Elisabeth durch eine von dem französischenGesandten betriebene altrussische Palastrevolution den Thron erlangt hatte (Z 347). Sie warden Regierungsausgaben in keiner Weise gewachsen, folgte auch als Zarin ihrem Hang zurSinnlichkeit und ließ sich von ihren Günstlingen leiten. So war Rußland der geeigneteBoden für Jntrigen, und die fremden Mächte nutzten das um so mehr aus, als dierussischen Staatsmänner und Elisabeth selbst Geldspenden sehr zugänglich waren.
Mit besonderer Sorge blickte Elisabeth auf den entthronten Iwan und dessen Eltern,die Braunschweiger (Anton Ulrich und Anna Leopoldowna, Stammbaum 7); um derenHoffnungen zu beseitigen, ernannte sie ihren Neffen Peter von Holstein-Gottorp, den Sohnihrer Schwester Anna, schon 1742 zum Thronfolger. Bald darauf wurde die sogenannteBottasche Verschwörung entdeckt und vereitelt, ein angebliches Komplott zugunsten Iwans,das der frühere österreichische Botschafter Botta angestiftet haben sollte. Infolgedessen stiegbei Elisabeth noch der französische und also (es war die Zeit des österreichischen Erbfolge-krieges) preußenfreundliche Einfluß. Eben damals verschaffte Elisabeth im Frieden von Äboeinem Verwandten des russischen Thronfolgers die Aussicht auf den schwedischen Thron(H 345), und wir wissen, daß dessen Vermählung mit einer Schwester Friedrichs des Großenund die Vermählung des russischen Thronfolgers mit Katharina von Anhalt-Zerbst derpreußenfreundlichen Haltung der Zarin entsprangen (Z 377). Es waren in der Hauptsacherein persönliche Motive, die dann den Umschwung zugunsten Österreichs bewirkten. DerKanzler Bestuschew-Rjumin „war von Österreich bestochen, enthüllte unter Verletzungdes Briefgeheimnisses unliebsame Äußerungen, die der französische Gesandte über den Peters-burger Hof getan hatte, verwertete ähnliche Äußerungen Friedrichs des Großen und erreichte
Elisabeth741-1762