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Fünftes Buch: Das Zeitalter des aufgeklärten Absolutismus.
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menschenbeglückenden Pläne, die Verkennung seiner edelsten Absichten; derKummer darüber beschleunigte seinen Tod, dessen Keim er in den ungesundenDonauländern während des Türkenkrieges eingesogen hatte. Seine letzten Worte,„er habe das Unglück gehabt, alle seine Entwürfe scheitern zu sehen", bewiesen,wie sehr er von dem schmerzlichen Bewußtsein einer fruchtlosen Lebenstätigkeitgeknickt war. Es gilt das auch für sein Streben, die Habsburgische Monarchiedurch Erwerbung bayerischer, südslawischer und italienischer Gebiete (H 396) ab-zurunden und zur führenden Macht Deutschlands und Südosteuropas zu erheben,ii. Sein Bruder und Nachfolger Leopold II. hatte in Toskana im Geisteder Aufklärung regiert (ß 339), war aber rücksichtsvoller als Joseph und wollteRuhe nach innen und außen. Deshalb gab er die Eroberungs- und Reform-politik auf. Er führte in Belgien und Ungarn die alte Verfassung und diegewohnten Einrichtungen wieder zurück, beschwichtigte Adel und Klerus durchgünstige Verheißungen und stellte durch den Reichenbacher Vertrag (Z 414)ein gutes Einvernehmen mit Preußen her. Dadurch erhielt er freie Hand gegenum Belgien und vermochte die Auflösung des Kongresses mit Waffengewalt zuerzwingen. Bald darauf fiel das Land in die Hände der Franzosen (IV, § 15).
§ 399. Die deutschen Mittelstaaten und die geistlichen Fürstentümer.Die neuen Anschauungen über die fürstlichen Pflichten und das Beispiel,das Friedrich der Große und Joseph II. gaben, haben auch auf anderedeutsche Fürsten gewirkt.
än dou«chen In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts boten die deutschen Fürstenhöfe°Fiirsten- im ganzen kein erfreuliches Bild, und die Erbitterung über die Zustände fandtümcrn dbr Literatur (vgl. z. B. Schillers Kabale und Liebe) einen scharfen Ausdruck.An äußerer Pracht und verschwenderischem Aufwand suchte man es dem glänzendenKönigshofe von Versailles gleichzutun und ahmte ihn auch in der Sittenlosigkeitnach. Die fürstlichen Lustschlösser mehrten sich, eine große Schar von Beamten,Hofbedienten, Lakaien usw. umgaben den Fürsten, Maitressen und Günstlingeübten einen unheilvollen Einfluß. Der Bürger und Bauer seufzte unterSteuern und Abgaben und unter Beamtenwillkür. All das wurde nun in derzweiten Hälfte des Jahrhunderts an vielen Stellen wesentlich besser. Eine ernstereAuffassung des Lebens machte sich geltend, größere Sparsamkeit wurde geübt,der harte Druck gemildert, die Rechtspflege gebessert, kurz das allgemeine Wohlgefördert. Daneben finden sich freilich auch noch Beispiele der alten Willkür-herrschaft. -— Unter Hinweis auf die §§ 309—311 beschränken wir uns inder folgenden Betrachtung auf einige der wichtigeren Staaten.
Sachsen In Sachsen begann eine glückliche Zeit unter Friedrich Christian, der leiderM?brich ^nr wenige Monate regierte, und dauerte unter Friedrich August III. (1) dem Gerechten,s. On.— für den bis 1768 sein Oheim Xaver die Regierung führte. Brühl wurde sofort entlassen,17. Dez. 1763 die Hofhaltung sparsam gestaltet, die Schuldentilgung durchgeführt, die Verwaltung tüchtigenAugust iii Männern übertragen, die Rechtsvflege gebessert, und bald erholte sich das Land von denli.) Kriegsnöten zu neuer Blüte. — Karl August von Weimar machte seine Hauptstadtzur vornehmsten Pflegstätte der deutschen Literatur (8 417 fs), sorgte für das wirtschaftliche„ ° Gedeihen seines Landes (z. B. durch Belebung des Bergbaues) und strebte auch nach einem1753-1828 Zusammenschluß der deutschen Staaten durch Ausbau des Fürstenbundes (8 401). — Braun-Braun- schweig hatte nach dem verschwenderischen Herzog Karl (1735—1780), der auch einenschweig Betrag mit England über die Hingabe braunschweigischer Truppen für den amerikanischen^M^iMS Krieg schloß (8 406), in Karl Wilhelm Ferdin and, dem berühmten Feldherrn des Sieben-Hannover jährigen Krieges, einen sehr tüchtigen und sparsamen Herrscher. — Hannover mußte schauwegen der Personalunion mit England Truppen für den amerikanischen Krieg stellen, hatteHess?"- aber von dieser Verbindung auch manchen Gewinn. — In Hessen-Kassel verschönte-Friedrich ii.Friedrich II. seine Hauptstadt durch glänzende Prachtbauten und förderte Kunst und1760-1785' Wissenschaft, betrieb aber den Soldatenhandel an England mit besonderer Rücklichts-Württom- losigkeit. — In Württemberg hatte man nach den früher (8 311) erwähnten schlimmenVorgängen große Hoffnungen auf Karl Eugen gesetzt. Er war einige Jahre in Berlin1737—1793 gewesen, und Friedrich der Große schrieb ihm, als er 1744 für mündig erklärt wurde: „Den