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Dritter Band.
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Fünftes Buch: Das Zeitalter des aufgeklärten Absolutismus.

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den König in das Reich des Übersinnlichen einführte; er wurde Gcneraladjutant und nachdem Sturze Hertzbergs (1791) Leiter der auswärtigen Angelegenheiten. VerhängnisvollerWöllnsr noch wirkte Johann Christoph Wöllner, der 1781 den Prinzen Friedrich Wilhelm untergest. isoo dem Namen Ormesus Magnus in den Orden der Rosenkreuzer aufnahm und nach dessenThronbesteigung geadelt und Geheimer Finanzrat, dann 1788 Justizminister und Chef dergeistlichen Angelegenheiten wurde; als solcher sah er seine Hauptaufgabe in der Bekämpfungder von dem großen Könige geförderten Aufklärung. — Die eben genannten Rosenkreuzerwaren ein Geheimbund, der den Freimaurern entgegentrat; ihr Geistersehen und sonstigermystischer Spuk, wie er dem Ausgang des 18. Jahrhunderts eigentümlich ist, hat auf denKönig einen tiefen Eindruck gemacht.

R^i-rüng Wie schon gesagt, wurde die Thronbesteigung Friedrich Wilhelms, der sich-gi-rung Leutseligkeit die Herzen gewann, mit Jubel begrüßt; und seine

ersten Maßregeln schienen die auf ihn gesetzten Hoffnungen zu erfüllen. Dieverhaßte Regie, das Tabaks- und Kaffeemonopol wurden aufgehoben, die fran-zösischen Beamten entlassen, die Soldaten milder behandelt; Landwirtschaft,Gewerbe und Handel fanden Aufmuikterung, der Verkehr wurde durch den Bauvon Kunststraßen gefördert; der deutschen Bildung wurde mehr Rechnung ge-tragen, ein deutsches Nationaltheater gegründet und ein Oberschulkollegiumerrichtet. Dann aber begann durch Wöllner der Kampf gegen die Aufklärung,die allerdings religionsfeindlich geworden war und zu einer gewissen Verflachungs. Juli 1788 geführt hatte. Das Wöllnersche Religionsedikt verbot den Geistlichen undLehrern bei Strafe der Absetzung jede Abweichung von dem in den symbolischenBüchern festgestellten Lehrbegriff und gestattete die Gewissensfreiheit dem einzelnennur, „so lange er ruhig als guter Staatsbürger seine Pflichten erfülle, seinejedesmalige besondere Meinung aber für sich behalte und sich sorgfältig hüte,sie auszubreiten". Der sich erhebende Widerspruch sollte niedergehalten werdenis.Dsz. 1788 durch das Zensuredikt; es folgte eine Prüfungsordnung für Predigtamts-kandidaten und die Einsetzung einer „Geistlichen Examinationskommission". Freilichhat all das nur die Heuchelei großgezogen, und 1797 wurde das Edikt wiederaufgehoben.

Wie in der inneren, so wurde auch in der auswärtigen Politikdas Erbe des großen Königs schlecht gewahrt. Der Fürstenbund, dessenAusgestaltung besonders Karl August von Weimar, der Freund Goethes, be-trieb, verfiel, weil der Minister Herhberg jeden Anlaß zu einem Konfliktmit Österreich vermeiden wollte. Wie hier ein wertvoller Anfang ver-loren ging, so auch bei der Stellungnahme den Eins er Punktationengegenüber (Z 400). Ähnliches gilt von dem leichterrungenen Erfolg inHolland: er wurde in keiner Weise ausgenutzt.

Niederlande Die Niederlande hatten wegen ihrer militärischen Schwäche und inneren Parteiung1780-1783 während des englisch-amerikanischen Krieges keine Erfolge gehabt (8 407, 408), hatten die1782 Barrstrefestirngen auf Josephs II. Verlangen räumen müssen (ß 398) und diesem eine Ent-1785 schädigung dafür gezahlt, daß die Scheide gesperrt blieb <H 397) Die neue demokratischePatriotenpartei (H 343) machte nach dem Rücktritt Ernsts von Braunschweig den Statt-halter Wilhelm V. für alles Mißgeschick verantwortlich und arbeitete nun ebenso wie diealte aristokratisch-partikularistische Staatenpartei an seinem Sturze. Die Staaten von178S Holland entzogen Wilhelm V. den Oberbefehl über das Heer; und bald standen sich überalldie Parteien schroff gegenüber. Dabei hofften die Oranier auf preußische, die Demokratenauf französische Hilfe. Friedrich der Große hatte versucht, die Streitigkeiten friedlich zulösen; als aber Wilhelms V. Gemahlin Friederike Wilhelmine bei einer Reise von seind-1787 lichen Miliztruppen beleidigt wurde, hielt es ihr Bruder Friedrich Wilhelm II. für ferneritterliche Pflicht, für sie einzutreten. Ein preußisches Heer besetzte fast ohne Widerstand1787 das Land, Frankreich mischte sich wegen seiner ungünstigen Finanzlage nicht ein: so wurdeder Statthalter wieder eingesetzt. Für Preußen brachte der Feldzug aber keinen Gewinn;der König verzichtete sogar auf Erstattung der Kriegskosten. Das unberechtigte Selbst-vertrauen der preußischen Offiziere war sogar eine schlimme Folge des leichten Sieges.

Ohne Gewinn für Preußen blieb auch dessen Eingreifen in den öster-reichisch-russischen Türkenkrieg, über das wir in anderem Zusammen-