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A. Allgemeine Anatomie der Tiere.
Abb. 25. Hyaliner Knorpel (nach Claus-Grobben).
Alkohol, fertige Querschnitte an, färbe diese 5 Minuten lang in Hämatoxylin') undbetrachte das Präparat in destilliertem Wasser! (Glyzerin und Xylolbalsam machen dieBindegewebebündel unsichtbar.)
b) Das Knorpelgewebe.
Knorpel ist umgewandeltes Bindegewebe, das eine zähe Interzellularsubstanz,die Knorpelgrundsubstanz, in der die Zellen lagern, abgeschieden hat. Knorpelgewebeläßt sich schneiden und biegen, ist dabei aber durch Festigkeit und Elastizität aus-gezeichnet. Es sieht weiß, bläulichweiß oder gelblich aus, besitzt keine Lymph-gefäße und keine Nerven und läßtmeistens rundliche oder halbkugeligebis linsenförmige, selten verästelteKnorpelzellen, die große Kerne auf-weisen, erkennen. Diese Zellen lie-gen in Höhlen der Grundsubstanzeingebettet, häufig umgeben voneiner stark lichtbrechenden Knorpel-kapsel, die von der nächstliegendenGrundsubstanz gebildet ist und derHöhle die Form verleiht. Auf derOberfläche ist der Knorpel von einer bindegewebeartigen Haut überzogen, die dasPerichondrium -) genannt wird. Die Grundsubstanz des Knorpelgewebes kann homo-gen, also ganz frei von faserigen Bestandteilen, sein; sie kann zahlreiche Bindegewebe-fibrillen enthalten, oder sie wirdvon elastischen Fasern durchzogen.Demnach unterscheidet man 1. hya-linen 3 ) Knorpel, 2. Bindegewebe-oder Faserknorpel, 3. elastischenKnorpel.
Der hyaline Knorpelist fester als die beiden andernKnorpelarten (Abb. 25). Im Alterbesitzt seine Grundsubstanz, inder rundliche Bildungszellen liegen,oft Einlagerungen von Kalksalzen,wodurch er hart und brüchig wird.Solcher Knorpel heißt verkalkterKnorpel oder Knorpelknochen. BeiEinwirkung von 10-prozentigerKochsalzlösung zerfällt die sonsthomogene Grundsubstanz des hya-linen Knorpels in Faserbündel;beim Kochen liefert sie Chondrin 4 ),ein Gemenge von Leim und Mukin.Die Skelettanlage beim Fötus 5 )ist hyaliner Knorpel, an dessenBleibender hyaliner Knorpel sitzt in denüberzieht. In der Nasenscheide-
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Abb. 26. Abb. 27.
Faserknorpel (nach Ellenberger).
Stelle aber später Knochengewebe tritt.Gelenken, wo er die Gelenkflächen der Knochen
*) alfict = Blut; Icloi» = Holz (Farbstoff aus Kampescheholz).= Knorpel (Knorpelhaut). 3 ) hyalin = glasartig-, durchsichtig.6 ) foetus = Leibesfrucht.
-) neqC — um; yJivSoiov4 ) yöv$QOg = Knorpel.