2. Organsysteme.
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büschelförmige oder blattartige Anhänge, Ausstülpungen der Körperoberfläche.Diese Gebilde, die an Kiemen erinnern, und in denen sich Tracheenäste ver-zweigen , werden Tracheenkiemen genannt. Die Stigmen der Larven mit solchenTracheenkiemen sind geschlossen und deshalb zur Luftatmung untauglich. DerSauerstoff des Wassers dringt durch die feinen Tracheenkiemen direkt in dieTracheen ein, die sich besonders an der Oberfläche dieser Gebilde reichlichund zart verzweigen. Die Larven der Eintagsfliegen (Ephemeriden') [Abb. 90])tragen meist blattförmige Tracheenkiemen an den Seiten der Hinterleibsringe,die Larven der Frühlingsfliegen (Phryganiden) fadenförmige an den Leibes-segmenten, die Afterfrühlingsfliegenlarven [Perliden 2 )] Tracheenkiemenbüschel amThorax. Die im Wasser lebende Larve von Sialis lutaria L. :i ) trägt amHinterleibe gegliederte, fadenförmige Tracheenkiemen, die den Extremitätenmorphologisch gleichwertig sind. Viele Libellenlarven atmen durch drei lange,blattartige Tracheenkiemen, die am Hinterende des Körpers sitzen (Agrion), anderedurch Tracheenkiemen, die als faltenartige Ausstülpungen im Enddarm liegen undvon zahlreichen Tracheenbündelndurchquert werden (Analkiemen).
Der Mastdarm fungiert in diesemFalle also als Atmungsorgan. DieBlutkiemen einiger Köcherfliegen-larven werden als zarte Ausstül-pungen der Haut direkt vom Blutedurchflossen, das den Sauerstoffaus dem umgebenden Wasser ent-nimmt. Für viele Arachnoideen 4 )
(Spinnentiere) sind die eigentüm-HchenFächertracheenoderTracheen-Iungen als Atmungswerkzeugecharakteristisch. Sie liegen, seg-mental angeordnet, zu 1—4 Paarenim vorderen Abschnitt des Ab-domens und münden durch Stigmennach außen. Im Innern der Tracheenlunge sind mehr oder weniger zahlreiche La-mellen parallel zueinander wie die Blätter eines Buches angeordnet.
Bei Wirbeltieren werden die Atmungsorgane vom Vorderdarm, vom Pha-rynx, gebildet. Beide Seiten der Vorderdarmwand sind bei Fischen und Amphibien-larven von Kiemenspalten durchbrochen, die kanalartig durch die äußere Haut nachaußen münden (Abb. 91). Jede innere Kiemenöffnung der Knorpelfische führt ineinen Kanal, der sich in der Mitte bauchig auftreibt und an der Halsgegend miteiner Öffnung der Haut mündet. Bei den Knochenfischen dagegen führen sämt-liche innere Kiemenöffnungen in einen gemeinsamen Hohlraum, der durch denKiemendeckel abgeschlossen wird und durch den Kiemendeckelspalt hinter demKiemendeckel nach außen führt. Bei Fischen, die ihr ganzes Leben fast unbeweg-lich auf dem Meeresgründe verbringen, fungiert der sog. Branchiostegalapparat,eine muskulöse Membran, die als Anhängsel des Kiemendeckels von Knochenstrahlengestützt wird, als Saugvorrichtung. Er bewirkt die Erweiterung der Kiemenhöhleund somit ein Einströmen des Wassers. Bei Haien bricht die 1. Spalte nach obendurch und bildet das Spritzloch. Bei Amphibien und Wirbeltieren geht aus diesem
') tiprfiego; = einen Tag lebend. 2 ) perla = Perle. 3 ) ai'aXig — ein Vogelname;lutum = Schlamm; lutar-ius —- im Schlamm lebend. 4 ) itQii^vr] — Spinne.
Abb. 91. Schematische Darstellung 1 der Atmungsorgane bei
Knorpelfischen und Knochenfischen
(nach Plehn).
Die Pfeile bezeichnen den Verlauf des Wassers.