268 C. Überblick über das System mit praktischen Untersuchungen.
fällt im Stalle in den Dünger und wird zur Tönnchenpuppe. Man suche nachsolchen Larven und Puppen, betrachte sie eingehend, lege sie auf feuchte Erdeund warte auf das Ausschlüpfen des Insekts! Locke im Sommer mit freistehendenFleischstücken die Schmeißfliege, den sog. „Brummer“, Musca vomitoria 1 ), an!Betrachte die abgelegten Eier, die aüs ihnen sich entwickelnden Maden und dieFliege selbst! Vermerke bei der Beobachtung solcher Entwicklungsvorgänge aufeiner Zeittafel genaue Notizen. Prüfe eingehend die Antenne der Schmeißfliegeunter dem Mikroskop und achte auf die große, reich verzweigte Fiederborste, aufdie einfache, ungegliederte Sinnesborste, auf die Gruben am Endgliede, in derenTiefen sich warzige Erhebungen, 10—20 zarte Sinneskegel, erheben! Der Eingangsolcher Gruben ist durch Härchen reusenartig geschlossen. Larven und Puppen
von Stechmücken findet man denganzen Sommer in fast allen stag-nierenden Gewässern, oft in Tonnen,die Regenwasser enthalten. Manbetrachte den mit starken Kiefer-zangen bewaffneten Kopf und diebeiden Atemröhren am Hinterleibeder Larven! Ein gutes Objekt fürmikroskopische Beobachtung istdie glashelle, völlig durchsichtigeLarve der Büschelmücke, Corethraplumicornis Fabr. Man findet sieauch im Winter unter der Eisdeckeim Wasser. Betrachte die innereOrganisation, besonders das 1.Tracheenblasenpaar hinter demKopfe und das 2. nahe demHinterende, ebenso die zu Fang-klauen umgebildeten Antennen!Die Blasen sind bei jungen Larvenkugelig, bei ausgewachsenen wurst-förmig, sie erhalten den Körperstets in wagerechter Lage. Larven der Zuckmücke, Chironomus plumosus L.,wohnen in Schlammröhren am Grunde von Tümpeln, Gräben etc. Diese meistblutrot gefärbten Chironomuslarven sind nachts leicht zu erbeuten, weil sie dannihre Schlammgehäuse verlassen und sich meistens in den Wasserlinsen an derOberfläche des Gewässers ansammeln. Man braucht nachts nur eine Portion solcherschwimmenden Wasserpflanzen mit heimzunehmen und Auslese zu halten. Zu be-trachten sind die Stummelbeine mit Hakenkranz dicht hinter dem Kopfe und ebensodie beiden am Körperende. Es sind Organe, die nur die Larven, nicht Puppeund Insekt, aufweisen; sie werden deshalb als echte Larvenorgane bezeichnet. Auchdie Puppen dieser Mücke leben im Schlamm, sie sind charakteristisch wegen ihrerKiemen, die in 2 Büscheln vorn am Kopfe geweihartig sich ausbreiten. Betrachtebei schwacher Vergrößerung einen Floh! Prüfe von einer Arbeitsbiene Hinter-beine (Abb. 257), Bauch mit abgeschiedenen Wachsplatten, den Giftstachel, dieMundteile, die Flügel etc.! Vergleiche das Gehirn einer Bienenkönigin mit demeiner Arbeitsbiene und dem einer Drohne! Untersuche Wespen und Hummeln!Bei Ameisen achte man auf den ein- oder zweigliedrigen Stiel, der Hinterleib mitder Brust verbindet und in der Systematik eine große Rolle spielt! Zerlege einen') musca ~ Fliege; vomitus =r Erbrechen (Brechfliege).
Abb. 256. Fuß einer Fließe.