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C. Überblick über das System mit praktischen Untersuchungen.
Säubere ein Stückchen vom untersten Dickdarmteil des Kaninchens in 0,65-prozentiger Kochsalzlösung, trenne einen dünnen Querschnitt mit einer feinen Schereab und entferne von ihm in einem Tropfen Kochsalzlösung mit Nadeln die dünneMuskelhaut (Muskularis) von der Darmschleimhaut! Diese wird wenig zerzupft,mit dem Deckgläschen bedeckt und untersucht. Betrachte bei schwacher Ver-größerung die Drüsenschläuche, die das schleimige Sekret für die Schleimhautabsondern, und bei starker Vergrößerung das Zylinderepithel an der Oberfläche!
Schneide ein Stückchen vom Katzendickdarm ab, säubere es, fixiere inSublimat-Eisessig, härte (Jod-Alkohol nicht vergessen!), fertige Querschnitte an,färbe 3—5 Minuten mit Hansenschem Hämatoxylin, darauf 1 Minute mit 1-prozen-tigem Eosin (Abb. 299)!
Schneide von der Zungenwurzel einer noch lebendwarmen Schweinezungeein kleines, ca. V 2 cm dickes Stück längs der Oberfläche ab! In diesem abge-trennten Stückchen muß eine oder ein Teil der ziemlich großen, umwallten Papillen
(Papillae vallatae) liegen. Fixiere, härte,färbe Querschnitte 3—5 Minuten inHansenschem Hämatoxylin, darauf 1 Mi-nute in 1-prozentigem Eosin! Deute dieeinzelnen Teile des Präparats (Abb. 300und 301)! Behandle ebenso ein Stück-chen vom Seitenrande der Zungenwurzeleines Kaninchens und untersuche dieblattförmige Papille!
Lege die Zunge eines Säugers inheißes Wasser und löse die Horn-schicht ab!
Schneide ein Stückchen aus demMagengrund eines soeben getötetenKaninchens heraus und löse die Muskel-haut von der Schleimhaut ab! Zerzupfeein abgeschnittenes, feines Streifchen derSchleimhaut in 0,65-prozentiger Kochsalz-lösung und untersuche die Magendrüsen!Färbe mit Pikrokarmin, um die Kernesichtbar zu machen! Schneide eine frische Leber eines Säugetieres an, schabevon der Schnittfläche etwas Lebermasse ab und untersuche sie in einem TropfenKochsalzlösung mit schwacher, dann mit stärkerer Vergrößerung (Deckglas)! Suchenach Leberzellen, nach farbigen und farblosen Blutzellen! Verfahre ebenso miteiner Milz (rote und weiße Blutzeilen)!
Lege kleine Würfelstückchen von einer Schweinsleber in absoluten Alkoholund achte darauf, wie schon nach wenigen Minuten an den Schnittflächen sechs-eckige Felderung hervortritt! Jedes Sechseck ist der Schnitt durch ein Leber-läppchen. Betrachte die sechseckigen Felder auch auf der Oberfläche der Leber!Prüfe die Felder der Leber eines Rindes (Abb. 302)!
Lege ein kleines, ca. haselnußgroßes, recht blutiges Leberstück eines er-drosselten oder in Chloroform getöteten Kaninchens schnell in absoluten Alkohol!Die braunen Flecken im Mittelpunkte der Leberläppchen, die nach wenigen Tagensich deutlich von ihrer Umgebung abheben, sind die geschnittenen Venen desPfortadersystems (s. Abb. 302).
Laß auf ein kleines, dünn abgeschnittenes Lungenstückchen verdünnte Kali-lauge einwirken! Diese zerstört die Lungenmasse bis auf die elastischen Fasern,
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Abb. 302. Querschnitt durch die Leber des Rindes,a = Zentralvene, b = Leberläppchen aus radial aus-str»blendenden Leherzellen bestehend, c — Gallen-gang, d Blutgefäße, e = bindegewebige Hüllen.