TRACHTEN UND SITTEN IM ELSASS
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Volkes — der Vertheidiger des Mundats —der Freund des Friedens, und doch könnteman all’ diesen rednerischen Pomp durchdie einfacheren und wahreren Worte er-setzen : hier ruht eine stolze Vergangen-heit, die zum Nichts geworden ist.
Die Umgebung Weissenburgs isthübsch: die Dörfer haben durchweg einenetwas einförmigen, aber sehr freundlichenCharakter. Das Land ist hügelig, und dieOrtschaften stehen bald auf den Höhenund Abhängen der Hügel, bald in derTiefe kleiner Thäler an klaren Wasser-läufen, die von alten Weiden mit knorrigenStämmen malerisch eingefasst sind. Diespitzen Kirchthürme dieser Dörfer scheinen,von ferne gesehen, aus einem Walde vonFruchtbäumen emporzutauchen, die imFrühlinge und Herbst ein farbenpräch-tiges Bild darbieten. Kommt man näher,so heben sich allmählich die einzelnenHäuser ab, die eine sehr gleichmässige Architektur aufweisen. Sie allegehen unmittelbar auf die grosse Dorfstrasse oder auf die Seitengassen,und zwar liegt an der Strasse stets die Schmalseite, die gewöhnlichzwei Fenster hat, während die Hauptseite mit der Hausthüre senkrechtauf die Strasse stösst. Vor der Thüre selbst ist immer eine kleine Treppe,auf deren obersten Stufen man nicht selten die Hausfrau sitzen sieht, wcesie einem kleinen Kinde die Brust reicht oder häusliche Arbeiten ver-richtet, bei denen man gleichzeitig mit der Frau Nachbarin plaudern kann.
Am stärksten fällt wohl dem Wanderer auf, wie blendend weissringsum alles aussieht, namentlich, wenn man die schönen Frühlingstagezum Besuch dieser ländlichen Ansiedelungen benutzt. Immer frisch mitKalk getüncht, erheben sich die Häuser auf einer Unterlage von Hatt-oder Ziegelsteinen. Ihre Seitenwände sind von offenliegendem Balkenwerkdurchzogen, das Dreiecke, Rechtecke, ungleichseitige Vierecke und sonstigegeometrische Figuren bildet, je nach der Phantasie des Dorfzimmermanns,der sich dabei vor allem nach der Form des verfügbaren Bauholzes richtete.
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Grabstein im Kloster der Abtei von Weissenburg.
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