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Trachten und Sitten im Elsass / Text von A. Laugel ; Illustrationen von Ch. Spindler
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TRACHTEN UND SITTEN IM ELSASS

Ansicht von Riedselz.

So haben wir schon manche ländliche Fassaden gefunden, die förmlich wieSäulenhallen mit ganz italienischem Gepräge aussahen : als Bauholz hatteman Eichen verwendet, und die natürlichen Verkrümmungen bildetenin geschickter Zusammenstellung förmliche Bögen, die auf schönensäulenmässigen Balken ruhten, was dem Ganzen einen merkwürdigenCharakter verlieh.

Im Sommer wird das blendend weisse Aussehen der Gebäude undder staubigen Strassen durch die Weinreben gemildert, die sich an denMauern entlang ziehen, und durch die Rosenstöcke, die an den Garten-zäunen emporklettern. Hier und da ein stattlicher Fruchtbaum, einealte Linde oder einige Pappeln, in deren Schatten ein Kreuz an derStrassenecke steht; ein Schöpf- oder Laufbrunnen mit einer kleinen Pfütze,worin Gänse und Enten herum waten; ein grosser Misthaufen, der in dervollen Sonne goldgelb glänzt und von summenden Mücken und gluck-senden Hennen bevölkert ist; gelegentlich ein Schwein, das aus dem Stalledavongelaufen ist und nun von kleinen Buben verfolgt, grunzend über dieDorfstrasse läuft; ein bellender Hund, der wüthend an seiner Kette reisst;ein Pflug, den prächtige Pferde auf das Feld hinausziehen; ein kleinesKind, das mörderlich schreiend dahintrippelt, ohne dass jemand sichdarum kümmert; in der Ferne das Krähen eines Hahns oder das Brüllen