TRACHTEN UND SITTEN IM ELSASS
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Der Freundlichkeit des Herrn Seybothverdanken wir noch die Kenntnis von zweiweiteren Stichen aus dem 18. Jahrhundert.
Der eine weist Mann und Frau aus Haus-bergen auf, der andere ein Paar ausEckbolsheim bei Strassburg. Das Kostümder Männer stimmt augenscheinlich mitdemjenigen überein, das wir in demSchmuck’schen Trachtenbuch auf Seite 21des Neudrucks kennen gelernt haben, undauch der Anzug der Bäuerin erinnert starkan die beiden Bäuerinnen in dem gleichenWerke: die nämliche Jacke mit Pelzkragen,der nämliche kurze Rock mit Schnür-leibchen, dieselbe Schürze; nur das umden Hals weit ausgeschnittene Hemd unddie Kopfbedeckung sind verschieden. Die letztere besonders nimmtunsere Aufmerksamkeit in Anspruch: sie besteht aus einer Haube, dieden Kopf vollständig einhüllt, auch die Ohren bedeckt und von denHaaren nur sehr wenig sehen lässt. Unter dem Kinn wird dieselbe mitBändern festgehalten, und auf dem Scheitel ist sie nur mit einer ganzkleinen Schleife verziert, die recht wohl den Ursprung des stolzen
Kopfputzes der neueren Zeit bilden könnte;bei der Hausbergerin schmückt noch einekleine Spitze den Rand der Haube.
Endlich haben wir noch zu verzeich-nen, dass wir in Mietesheim eine im Jahr178^ erbaute Scheune angetroffen haben,die merkwürdige Wandmalereien und In-schriften aufwies. Die eine dieser Zeich-nungen zeigte in ganz naiver Darstellungeinen arbeitenden Bauern ; er trug dengrossen Hut, wie er heute noch üblich ist,einen langen Rock und Kniehosen ; wenig-stens schienen die Beine nur mit Strümpfenbekleidet zu sein. Gemalte Blumen (be-sonders Tulpen) und heraldische Tiere
Bäuerin im Brautschmuck (Taf. 20)
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Bäuerin (Taf. 19).
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