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Trachten und Sitten im Elsass / Text von A. Laugel ; Illustrationen von Ch. Spindler
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TRACHTEN UND SITTEN IM ELSASS

in mehr oder minder grotesker Gestalt bildeten den weiteren Schmuckdieser Fassade, die offenbar zu ihrer Zeit die allgemeine Aufmerksamkeitauf sich gelenkt und die Bewunderung der Müssiggänger wachgerufenhat. Wenigstens hat es der Urheber dieses Meisterwerkes für angezeigtgehalten, die folgende originelle ' Inschrift beizufügen:

Ich aff steh here und gaffWeil ich do stehKönt ich weiter geh.

Wir sehen also, dass die Bauern heutzutage, abgesehen von demlangen Beinkleide, das an die Stelle der Kniehosen getreten ist, ein Kostümtragen, das durch einige sich aneinander anschliessende Veränderungenhindurch unmittelbar an dasjenige anknüpft, das schon im 17. Jahr-hundert getragen wurde : grosse Hüte und lange Röcke. Bei den Frauendagegen, die sich mehr an die städtischen Moden halten und vonNatur aus mehr zu Veränderungen in der Kleidung geneigt sind, findenwir heutzutage eine Tracht, die zu der auf den alten Bildern dargestelltengar keine Beziehungen aufweist, abgesehen höchstens von der Entwicklungder berühmten <£ Schlaufkappe», wie wir sie oben dargestellt haben.

In all den Sammlungen, von denen hier die Rede war, weisen dieBräute ein besonderes Kostüm auf; in der Stadt wie auf dem Landezeichnet sich die glückliche Braut immer durch besonderen Putz aus,der stellenweise gleichzeitig auch von den Brautjungfern getragen wird.In der Hauptsache besteht er in einem besonderen Schmuck der Kopf-bedeckung, einer Krone oder einer mit Flittergold verzierten Haube : auszahllosen Blättchen Flittergold, künstlichen Blumen, verschlungenenBändern und Quasten wird diese Krone hergestellt, deren monumentalerAufbau einen merkwürdigen Gegensatz zu den einfachen Orangeblütenbildet, die man heutzutage zu tragen pflegt 1 . Es mag ausdrücklichbemerkt sein, dass in früheren Zeiten die Bräute aus allen Gesellschafts-klassen diese Krone getragen haben. Bei den Adeligen und denreichen Bürgern wird man jedenfalls ein reicheres Material dazu ver-wendet haben, die Form aber war überall ziemlich dieselbe: eine ArtZylinder, der kerzengerade auf den Kopf gesetzt wurde und alles

* An anderer Stelle des Werkes werden wir noch eine Reihe von solchen «Brautkronen» wieder-geben, die aus der Sammlung von Ferdinand Reiber stammen und sich jetzt in dem Kunstgewerbemuseumzu Strassburg befinden.