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Trachten und Sitten im Elsass / Text von A. Laugel ; Illustrationen von Ch. Spindler
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TRACHTEN UND SITTEN IM ELSASS

des Vogesenklubs veröffentlicht worden. So das folgende aus' demGraufthal:

Jetzt kommen die armen Hüsfahrers Knecht,

Die wollen auch haben das Pfingstenrecht,

Eier heraus ! Butter heraus !

Oder es bleibt keine schöne Jungfer im Haus.

Thut euch nicht verdriessen,

Lasst das Messer hinein schiessen, etc.

Oder ein anderes aus Dangolsheim:

Guten Morgen beisammen!

Da haben wir einen stockblinden MannDer niemand sehen kann ;

Droben im Eimer ForstHat er seinen Horst-

Er hat seine Zähne an einem alten Eichbaum ausgebissen und kann nichts fressen alsEier und Speck und Wein saufen. Wir sind schon bei vielen Doktoren gewesen und siehaben uns geraten, wir sollen ihn in weissem und rotem Wein baden. Ja, Ja, Ja!

Aus Nieder-Betschdorf stammt der Vers :

Pfingstedräck het Aerpse gfrässe,

DKüh un dRoss im Stall vergässe.

Schlupf unte nüs, schlupf owwe nüs,

Hebb alli blutt un blindi Vöijel üs.

Aus Lobsann :

Pfingstedräck het Eier gfrässe

Hett dRoss un dKieh im Stall vergässe.

Flüg unte nüs, flüg owwe nüs,

Hebb alli blutt un blindi Vöjele üs.

Aus Hürtigheim, bei Strassburg:

Do komme die Hirrikuer PfingschteknächtUnd wolle hawwe das Pfingsterächt:

E Stick Späck

Vonn dr Mohre Sitt ewägg,

Nit ze gross un nit ze kläin,

Schnaide-r-e wenig wait hinain;

E Hafe voll Milch, e Kann voll Wain,

Da wolle wir damit zufride sain ;

Eier erüs! Eier erüs!

Odder merr schigge de Mörder ins Hihnerhüss !