TRACHTEN UND SITTEN IM ELSASS
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seiner Haustiere nicht vergisst. Wo wäre der märchenhafte Weihnachts-baum unbekannt ? Am Christabend wird in einem Zimmer ein Tannen-bäumchen aufgestellt, das mit kleinen Geschenken, mit Nüssen undÄpfeln und mit zahlreichen brennenden Wachskerzen geschmückt wird.Die Kinder von mehreren Familien kommen nun zusammen, und mitgespannter Erwartung harren sie des Augenblicks, da die Süssigkeiten unddie Spielsachen unter sie verteilt werden sollen, die an dem Baume auf-gehängt oder unter dessen Zweigen auf einem Tische ausgebreitet sind.Aber bis dahin ist noch mancherlei harte Bedrängnis zu überstehen. Esgiebt leider nicht lauter brave, fleissige und strebsame Kinder, die eineBelohnung verdient haben, und um die braven von den bösen Kindernzu scheiden, muss ein Engel vom Himmel herabkommen : das Christ-kindel. Eine feenhafte Erscheinung, ganz weiss gekleidet, tritt es beimKlang eines zarten Glöckchens in das Zimmer ; bis an die Hausthüre istes von einem Esel gebracht worden, für den man ein Bündelchen Heuzurechtlegen muss. Das Christkindel weiss nun alles ; seine Stimme istsüss wie Honig, wenn es die Kinder auffordert zu beten und zu singen.Einem jeden hält es seine braven wie auch seine bösen Handlungenvor ; dieser Knabe ist brav und sehr fleissig und seine Schreibhefte sindimmer sauber, er bekommt einen hübschen Apfel und einen prächtigenHanswurst ; jenes kleine Mädchen kann die Gebete recht gut, ihm bringtdas Christkind einen Lebkuchen und eine herrliche Puppe. Da ist aberauch ein Knabe, der gelogen hat, jener andere hat Birnen gestohlen,ein dritter seine kleine Schwester geschlagen und einer ist gar hinterdie Schule gegangen, — da heisst es schnell den Hans Trapp herein-kommen lassen, um die bösen Knaben zu bestrafen und die aller-schlimmsten mit fort zu nehmen. Das Christkindel ist nämlich nichtallein gekommen, es hat vielmehr ein schreckliches Ungetüm mitgebracht,in Tierfellen gekleidet, an den Füssen schwere Holzschuhe, die einenfürchterlichen Lärm machen, mit einem ungeheuren struppigen Bart,riesigen Ohren, in der Faust einen grossen Stock und Ketten um dieHüften. Dieser schreckliche Hans Trapp hat je nach den Vergehungendie Strafen auszuteilen ; auf dem Rücken hat er eine Bütte, um dieKinder, die gar zu böse gewesen sind, hineinzustecken. Da stehen nundie armen Kleinen ; sie können es nicht erwarten, alle die schönen vorihnen ausgebreiteten Sachen zu bekommen, dabei aber peinigt sie dieAngst vor dem fürchterlichen Hans Trapp. Welch entsetzliches Geschrei,