TRACHTEN UND SITTEN IM ELSASS
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wenn dann das Ungetüm das Zimmer betritt! Wie da die armen Jungenden Kopf im Schosse der Mutter verstecken und versprechen, jetztimmer brav zu sein; nie mehr wollen sie dumme Streiche machen, niemehr lügen oder stehlen oder sich prügeln ! Jede Bewegung des HansTrapp verursacht von neuem allgemeines Entsetzen ; auch die bravstenKinder bleiben nicht mehr ruhig, sie wissen nur zu gut, dass auch sieirgend etwas angestellt haben. Die gesamte kleine Welt kommt erstwieder zur Fassung, wenn das Christkindel in seiner Grossmut allgemeinGnade für Recht ergehen lässt, allerdings mit der Versicherung, inKürze wiederkommen und nachsehen zu wollen, ob man all die Ver-sprechungen auch brav gehalten hat. Endlich zieht dann Hans Trappvon dannen, grässlich brummend und voll Wut, dass er nicht das ganzeKindernest davonschleppen durfte ; noch ein paar Mal stürzt er sichimmer wieder auf die Kleinen, und nur mit den grössten Anstrengungengelingt es schliesslich, ihn fortzubringen.
Man sagt, dass der bei uns gebräuchliche Ausdruck Hans Trapphochadeligen Ursprunges sei : er soll von dem Namen des grossmächtigenHerrn Hans von Tratt herrühren, der im 15. Jahrhundert lebte undwegen seiner Wildheit und Bosheit allgemein bekannt und berüchtigtwar. Ein zweiter Blaubart, wohnte er im Schlosse Berbelstein nahe beiWeissenburg und ward so sehr zum Schrecken der ganzen Umgegend,dass schliesslich die Reichsacht über ihn verhängt wurde. Es ist rechtwohl möglich, dass sich sein Name im Gedächtnis des Volkes erhaltenhat und heute als Schreckbild für die Kinder wirkt, nachdem er solange Zeit die erwachsenen Leute in Angst und Schrecken gesetzt hat. Ineinigen Gegenden des Elsasses ist übrigens statt der Bezeichnung HansTrapp der Ausdruck Rüppelz oder Wüllewitz verbreitet, besonders imObereisass.
Wir haben vorhin des Weihnachtsbrandes gedacht, den jede Haus-frau vor der Mitternachtsmesse oder schon früher am Abend in denOfen steckt. Während es sich bei uns hierbei von einem ganz ein-lachen Gebrauch handelt, giebt es Gegenden in Frankreich und Deutsch-land, wo dieser Weihnachtsbrand noch eine ganz andere Bedeutunghat. Dort wird er mit einer gewissen Feierlichkeit unter bestimmtenZeremonien in das Feuer gelegt, und man bewahrt seine Asche sorgfältigauf, um sie auf die Felder zu streuen, weil dadurch das Wachstumdes Getreides befördert wird, de Nore sagt darüber: (tEine grosse