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TRACHTEN UND SITTEN IM ELSASS
oder endlich:
Alti, Alti Tabaksfrau!
Stier, Stier zum Fasnachtsfier.
Gan i a bosa Strau
Oder an alti Frau!
Diese Verse stammen sämtlich aus dem Obereisass, und zwar ausdem Sundgau. Aus dem Untereisass ist uns nicht bekannt, dass dieJungen beim Zusammenholen des Holzes für das Fastnachtfeuer derartigeVerse singen; hier spart man sich diese Lieder für das Johannisfeuer auf.
Am Aschermittwoch pflegte man früher den Karneval feierlich zubegraben. In Thann zum Beispiel ging es dabei ziemlich schlimm her.Auf eine mit Stroh bedeckte Leiter legten die jungen Burschen einenihrer Kameraden, gewöhnlich denjenigen, der am Abend vorher sich amstärksten betrunken hatte, der infolge dessen sich noch im Zustandehalber Trunkenheit befand und deshalb nicht in der Lage war, sich zuwehren. Der arme Teufel wurde auf der Leiter ausgestreckt, wo ernatürlich in kurzer Zeit einschlief. So ward er dann durch die ganzeStadt umeinander getragen, und schliesslich wurde ihm mitten in seinenTräumen die böse Ueberraschung bereitet, dass man ihn einfach in dieThur warf; man kann sich leicht vorstellen, dass ein Bad zu solcherJahreszeit wohl geeignet war, den jungen Mann recht gründlich zuernüchtern. Dieser Brauch ward noch bis zum Jahr 1885 geübt.
In Stossweier, bei Münster, wurde der Karneval in Gestalt einesStrohmannes zu Grabe getragen, und zu Bergholz-Zell bei Gebweilerzündete man eine junge Tanne an, deren Zweige mit Reisigbündelnbehängen waren; man nannte das «die Hexe verbrennen». All dieseEinzelheiten, die wir dem Jahrbuch des Vogesenklubs verdanken, zeigenrecht deutlich, wie fest sich hier eine uralte Tradition, wenn auch unterwesentlicher Umgestaltung, erhalten hat. Diese Anspielungen auf einealte Frau, zu deren Verbrennung man Holzscheiter zusammenbettelt, dieHexe, die man in Gestalt einer Tanne verbrennt, der junge Mann, derins Wasser geworfen wird, — all das sind Gebräuche, die ganz ähnlichheute noch in Frankreich und anderswo existieren : der Karneval wirdbald verbrannt, bald ertränkt.
Eine andere Gewohnheit, die für die Feier des Karnevals in unsermLande bezeichnend ist, besteht in der Herstellung und Verteilung einesbesonderen Backwerks, das den Namen «Fastnachtkiachele» führt. Die