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Trachten und Sitten im Elsass / Text von A. Laugel ; Illustrationen von Ch. Spindler
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205
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TRACHTEN UND SITTEN IM ELSASS

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Berge erwähnt, während im Untereisass der Donon und vor allem derberühmte Berg der heiligen Odilie in Betracht kommen.

In der allerfrühesten Zeit haben also — um das bisher Gesagtenochmals kurz zusammenzufassen — die Vogesen selbst, ihre Vorbergeund einzelne erhöhte Punkte als Zufluchtsstätten für die Bevölkerunggedient, während das übrige Land in Folge der zahllosen Sümpfe undder regelmässigen Ueberschwemmungen unzugänglich war. Allmählichentwickelte sich dann eine gewisse Kultur, die in der keltischen Zeitihren ersten Höhepunkt erreichte; aus ihr stammen die merkwürdigenBauten auf den Gipfeln unserer Berge, die wir Heidenmauern nennen.Alsdann liess sich ein germanischer Stamm, die Triboker, auf demlinken Ufer des Rheines nieder. Mit der römischen Eroberung endlichbeginnt die eigentliche historische Zeit. Nunmehr geht die Entwick-lung rascher voran: mächtige Rodungen lichten die Wälder, direkteVerbindungsstrassen zwischen Italien und dem Eisass werden geschaffen,Tempel erbaut; Städte erheben sich an den Stellen, wo früher die ein-heimischen Stämme nur dürftige Niederlassungen begründet hatten,feste Punkte werden den Rhein entlang wie auch in den Vogesenangelegt. Schliesslich kam die Zeit der germanischen Einfälle, die,zuerst siegreich zurückgewiesen, allmählich doch zur Ueberwindung dergeschwächten Römermacht führten. Mehrere Jahrhunderte musstendann die Bewohner des Elsasses immer wieder vor den wilden Scharendie Flucht ergreifen. Mehr als einmal warfen die römischen Legionendie Eindringlinge zurück auf die rechte Seite des Rheines, aber immerwieder folgte ein neuer Vorstoss, bis die Germanen endgiltig aufgallischem Boden festen Fuss fassten.

Im zweiten oder dritten Jahrhundert waren christliche Apostel ausLyon oder Rom nach dem Eisass gekommen. Die ersten christlichenGemeinden gingen aber in den wilden Kriegstürmen bald wieder zuGrunde und konnten erst dann zu neuem, dauerndem Leben erwachen,als die fränkische Herrschaft endgiltig im Eisass sich festsetzte. Bekanntist die Legende von dem heiligen Maternus, dem ersten Christenapostelim Eisass, einem Schüler des heiligen Petrus. Dieser letztere soll denBischof Eucharius, den Diakon Valerius und den Subdiakon Maternusnach Germanien geschickt haben, das Evangelium zu verkünden. Diedrei Sendboten, die durch Wunderwirken das Volk bekehrten, kamenangeblich bis zu der Stadt Helvetus (Ehl bei Benfeld), wo Maternus