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Trachten und Sitten im Elsass / Text von A. Laugel ; Illustrationen von Ch. Spindler
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TRACHTEN UND SITTEN IM ELSASS

man etwa 20 Annexe, teils Einzelgehöfte, teils Weiler, von denen hiereinige Namen angeführt sein mögen: Cra, la Rouge-Crange , Chalpres ,les Christes, la Chapelle , Leman , Rochure , la Röchelte, Gireaugoutte, lesEvaux, etc. Bei Freland findet man Bad, le Tschenor (le chat noir),Knollpre , Noiregoutte, la Queue de lA , la Chaude-Cöte, la Belle-Fouchelle(la belle fourchette), Taupre, Chamont , la Descendue , la Pierreuse-Goutte , etc. Bei Hachimette giebt es gleichfalls ein Bad und zu Orbeygehören les Basses-Huttes und les Hautes-Huttes , les Champs-Sirnon, leCreux-dArgent, Bethlehem , Dchiaigayas 1 , /c Faude.

Alle diese Ortschaften tragen jetzt deutsche Namen: La Barocheist zu Zell geworden, Orbey zu Urbeis, Hachimette zu Echelmer undFreland zu Urbach nach dem Wasser, das im Thale fliesst. Bezüglichdes letzterwähnten Namens mag hier eine kleine Bemerkung gestattetsein. Wenn man die Namen der Ortschaften verdeutschen wollte,hätte sich für Freland vielleicht etwas Besseres finden lassen als Urbach.Das Wort Freland selbst könnte recht wohl deutschen Ursprungs seinund nichts anderes als «Freiland $ bedeuten, wie das schon Baquolund Risteihuber angenommen haben 2 . Diese sprachen sich folgender-massen darüber aus: «Bis vor Jahren findet man keine Spur vondiesem Dorfe, das älteste Haus datiert von 1527. Eine Legende vongrosser Wahrscheinlichkeit leitet das Wort Freland von dem deutschenWorte Freiland ab. Die ersten Bewohner wären darnach Köhler ge-wesen, die sich bei Wiederaufnahme der Minenarbeiten von Markirchim 16. Jahrhundert in diesem Thale ansiedelten; da sie weder demZehnten noch sonst einer Abgabe unterworfen waren, nannte man

den Ort Freiland. Der Weg, der von Freland nach Eschery führt

und der «Weg der Maultiertreibern heisst, legt die Vermutung nahe,dass man hier die Erze transportierte, als die Wälder auf der anderenSeite bereits erschöpft waren.»

Ich bin nicht ganz mit dieser Auffassung einverstanden; denn ichdenke mir, dass auch im 16. Jahrhundert von allen Abgaben befreiteGebiete nur selten vorgekommen sind. Immerhin möchte ich noch aufeine Thatsache hinweisen, die sich leicht feststellen lässt. Wenn man

1 Dieses Wort bedeutet vielleicht nichts anderes als: Chez-la-Pie ; im Patois ist Dchi soviel wiechez und la pie wird zu aiguiasse.

- Dictionnaire topographique, Artikel: Frdand.

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