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Trachten und Sitten im Elsass / Text von A. Laugel ; Illustrationen von Ch. Spindler
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TRACHTEN UND SITTEN IM ELSASS

Im übrigen muss man, um in den Bergen eine karakteristischeVolkstracht anzutreffen, bis nach Metzeral im Münsterthal gehen. Hiertragen die Frauen als Kopfputz eine Art von kleiner, schwarzer Mütze,die vorne an der Stirn spitz zuläuft und mit zwei gleichfalls schwarzenBändern unter dem Kinn gebunden wird. Vorn an der Mützedient eine ganz kleine Schleife aus schwarzen Bändern als Schmuck.Auch der übrige Anzug ist schwarz; er besteht aus einem sehr kurzenRock, einer Schürze und einem geschnürten Mieder, das an zwei Bän-dern über die Schultern getragen wird; die Hemdärmel gehen bis zuden Ellenbogen. Wenn die Frauen zur Kirche oder in die Stadt gehen,tragen sie über dem Mieder einen schwarzen Mantel.

Hier in Metzeral treffen wir auch wieder die Brautkronen ausFlittergold an. Es ist merkwürdig, wie dieser Brauch sich mit solcherFestigkeit von den Dörfern der Weissenburger Ebene bis in das hintereMünsterthal, durch eine ganze Reihe von Jahrhunderten hindurcherhalten hat. Unsere Leser werden sich erinnern, dass wir ihn schonin dem «Trachtebüchlein y> des 17. Jahrhunderts angetroffen haben, ausdem seinerzeit einige Beispiele wiedergegeben wurden.

Wie wir gesehen haben, ist der Melker im grossen und ganzeneine Art von Landwirt, der sein Gewerbe unter besonderen Umständenbetreibt. Viel unmittelbarer bildet das Gebirge und insbesondere derWald die wirtschaftliche Grundlage für das Dasein einer anderen Klassevon Menschen; wir meinen die Holzhauer, denen wir alle auf unserenWanderungen in den Vogesen so häufig begegnen, diese abgehärtetenArbeiter, deren Beruf zweifellos zu den mühseligsten gehört, die esüberhaupt giebt. Mit grosser Treue ist das Leben und Treiben dieserLeute in den bekannten Zeichnungen von Theopbile Schüler dargestellt.

Die Holzhauer sind gewöhnlich in Gruppen organisiert; sie thunsich 10, 12 oder 15 Mann stark zusammen und übernehmen gemein-schaftlich das Abtreiben eines Holzschlages. Sie haben die Bäume zufällen, sie abzuästen, zu schälen, die Stämme als Bau- oder Brenn-holz zuzurichten und endlich das Ganze nach einem Holzplatze zutransportieren, der für Wagen zugänglich ist. Ihre Bezahlung richtetsich nach der Zahl der Stere oder Holzhaufen, die sie auf den Holz-platz liefern. Die Festsetzung dieses Preises erfordert eine grosseErfahrung; denn zunächst handelt es sich um die Schätzung des un-gefähren Kubikinhalts des Schlages und dann um die Berücksichtigung